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Julia Polzin

    Matriarchale Utopien, freie Liebe und Eugenik - die Mutterbewegung im Deutschen Kaiserreich und der Bund für Mutterschutz bis 1940
    • 2017

      Vor etwa 100 Jahren war es nicht ungewöhnlich, dass ledige Mütter mit ihren Neugeborenen aus ländlichen Gemeinden verwiesen wurden. In Großstädten landeten viele von ihren Familien Verstoßene in Parkanlagen. Suizide und (verschleierte) Kindsmorde waren im Deutschen Kaiserreich Alltag. Fanden Mütter Arbeit, mussten sie ihre Kinder in gefährliche Pflege geben, wobei die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr um 1900 fast 30 Prozent betrug. Diese hohe Sterblichkeit wurde von gesellschaftlichen Wortführern sogar gewünscht, um das Elend der „gefallenen Frauen“ als abschreckendes Beispiel zu nutzen. Verheiratete Mütter hatten zwar mehr Unterstützung, jedoch war ihr Rechtsstatus oft dem von Leibeigenen ähnlich, ohne Bestimmungsrechte über ihren Körper oder ihre Kinder. Behörden rissen oft den ledigen Müttern ihre Kinder weg. In Europa und den USA erhoben sich Frauen, um diese Missstände zu ändern. Die Mutterbewegungen forderten weitreichende Veränderungen, darunter die Gründung matriarchaler Parallelgesellschaften in den dünn besiedelten Ostgebieten. Diese Pläne wurden von namhaften Persönlichkeiten unterstützt. In einem biografischen Ansatz wird der Kampf um freie Mutterschaft, wie ihn Ruth Bré und Helene Stöcker im Bund für Mutterschutz (1904–1940) verfolgten, spannend und quellennah erzählt. Die Geschichte der Mutterbewegung und ihrer Vorkämpferinnen zeigt, dass die erste deutsche Frauenbewegung radikalere Elemente in sich trug, als b

      Matriarchale Utopien, freie Liebe und Eugenik - die Mutterbewegung im Deutschen Kaiserreich und der Bund für Mutterschutz bis 1940