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Ralph Schattkowsky

    10. Dezember 1953
    Locarno und Osteuropa
    Deutschland und Polen von 1918/19 bis 1925
    Identitätenwandel und nationale Mobilisierung in Regionen ethnischer Diversität
    Osteuropaforschung in Polen 1918-1939
    • 2019

      Die 1918 gegründete Zweite Polnische Republik verfolgte eine ambitionierte Wissenschaftspolitik, die Forschung als nationale Aufgabe formulierte. Die osteuropäische Dimension des polnischen Staates war im Zuge der nationalen Legitimation ein konstitutives Element seiner machtpolitischen Entfaltung. Aus historischer Erfahrung und geopolitischer Wahrnehmung heraus spielte der Osten in Wissenschaft und Publizistik eine zentrale Rolle, vor allem in der Auseinandersetzung mit dem historischen Territorium Polens in Gestalt der Polnisch-Litauischen Union und der östlichen Ausdehnung des polnischen Großreiches. Litauen und die Ukraine waren somit wichtige Forschungsfelder, Russland stand jedoch im Mittelpunkt des Interesses. Hier ging es nicht nur um ein Wissen über das Land, von dem sich Polen permanent bedroht fühlte, sondern auch um die Deutungshoheit und den Anspruch einer Erklärungsfähigkeit des russischen Phänomens gegenüber dem Westen Europas. Ralph Schattkowsky zeigt, wie die Osteuropaforschung in Polen zwischen 1918 und 1939 eine enorme organisatorische Vielfalt und publizistische Breite entwickelte. Obwohl hoch politisiert, erreichte sie im internationalen Vergleich eine Spitzenposition und setzte gerade in der Beschäftigung mit dem nachrevolutionären Russland innovative Maßstäbe.

      Osteuropaforschung in Polen 1918-1939
    • 2004

      Aus vergleichender Perspektive wendet sich der Band Prozessen nationaler Identitätsbildung in Grenzräumen Ostmitteleuropas zu. Ethnische Diversität, interethnische Konflikte und konkurrierende Nationalisierungsprozesse bildeten in diesem Teil Europas an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert besonders prominente Phänomene und bieten deshalb ein ergiebiges Feld für vergleichende Forschungen. Die Autoren beleuchten in ihren Beiträgen unterschiedliche Konstellationen des Aufeinandertreffens nationaler Bewegungen von Herrschaftsnationen und autochthoner Bevölkerung. Mit mehr oder minder ausgeprägten Machtansprüchen auf das Territorium verändern sich nicht nur die Eigen- und Fremdbetrachtungen, sondern auch das Verhalten von Individuen und kulturell definierten Großgruppen. Neben Gemeinsamkeiten im Nationalisierungsprozeß sind es aber auch ausgeprägte Spezifika in den einzelnen Regionen, die die Schärfe der unter dem Signum des Nationalismus entstehenden Konflikte bestimmen. Die Autoren gehen den Determinanten und Bestimmungsfaktoren der einschneidenden Veränderungen in den regionalen Gesellschaften der gewählten Territorien nach und ordnen sie in die europäische Dimension ein.

      Identitätenwandel und nationale Mobilisierung in Regionen ethnischer Diversität
    • 1994

      Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Gestaltung der Nachbarschaft zwischen Deutschland und Polen stark durch die historisch vorbelasteten Beziehungen beider Völker geprägt und unterlag der Neuordnung des formal nach nationalstaatlichen Gesichtspunkten geordneten und von den Ententemächten dominierten europäischen Nachkriegssystems. Deutschland strebte eine zügige Revision des Versailler Vertrages an und Polen war eng an die Siegermächte gebunden. Es sah allein in der Aufrechterhaltung des Status quo die Versicherung seiner staatlichen Existenz. Der Zeitraum bis 1925 formte die Grundlagen der Nachbarschaft und war eng mit der Ausführung der Bestimmungen des Friedensvertrages verbunden. Der Streit um Grenzfestlegungen, Minderheitenfragen und Wirtschaftsbeziehungen ließ kaum Möglichkeiten der Akzeptanz des Nachbarn zu und alle zuweilen erfolgversprechenden Annäherungsversuche scheiterten an den gegebenen Dogmen.

      Deutschland und Polen von 1918/19 bis 1925