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Das Asyl zum obdachlosen Geist

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  • 350 Seiten
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Der Roman thematisiert die existenzielle Fremdheit des Intellektuellen John von Kellingrath, der vor dem Leben und der bürgerlichen Gesellschaft in eine Irrenanstalt flieht. Um 1890 spielt die Handlung und Kellingrath, ein junger Mann aus gutem Hause, verkörpert den obdachlosen Geist, der den materialistischen Erwartungen seiner wohlhabenden Familie nicht gewachsen ist. Er heiratet seine Frau aus Pflichtgefühl, verachtet sie jedoch wegen ihres berechnenden Charakters. Als sie gemeinsam mit seinem Bruder seine Einweisung ins Irrenhaus vorantreibt, geschieht dies auf eine Art, die ihm paradoxerweise entgegenkommt. Die Anstalt wird für ihn zu einem Ort des Friedens, wo er in seiner Zelle ein ungestörtes Gelehrtenleben führen und Sören Kierkegaard übersetzen möchte. Er sehnt sich nach 'garantierter Einzelhaft' und den Freiheiten, die politischen Sträflingen in zivilisierten Ländern gewährt werden. Auch Martina Wied thematisiert das Exil, bereits lange vor ihrer erzwungenen Flucht nach Großbritannien. Ihr Leben lang sucht sie nach einer Antwort, wie man in einer moralisch fragwürdigen Gesellschaft anständig leben kann, was eine Distanzierung von ihrer eigenen sozialen Schicht und eine Ablehnung der rücksichtslosen Logik des bürgerlichen Wirtschaftssystems impliziert. Wied schrieb diesen Roman zwischen 1925 und 1926; er erschien 1934 als Fortsetzungsroman in der Wiener Zeitung und wurde 1950 als Buch veröffentlicht.

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Das Asyl zum obdachlosen Geist, Martina Wied

Sprache
Erscheinungsdatum
2019
Einband
(Hardcover)
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Titel
Das Asyl zum obdachlosen Geist
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Martina Wied
Verlag
Milena
Erscheinungsdatum
2019
Einband
Hardcover
Seitenzahl
350
ISBN10
3903184527
ISBN13
9783903184527
Reihe
Beschreibung
Der Roman thematisiert die existenzielle Fremdheit des Intellektuellen John von Kellingrath, der vor dem Leben und der bürgerlichen Gesellschaft in eine Irrenanstalt flieht. Um 1890 spielt die Handlung und Kellingrath, ein junger Mann aus gutem Hause, verkörpert den obdachlosen Geist, der den materialistischen Erwartungen seiner wohlhabenden Familie nicht gewachsen ist. Er heiratet seine Frau aus Pflichtgefühl, verachtet sie jedoch wegen ihres berechnenden Charakters. Als sie gemeinsam mit seinem Bruder seine Einweisung ins Irrenhaus vorantreibt, geschieht dies auf eine Art, die ihm paradoxerweise entgegenkommt. Die Anstalt wird für ihn zu einem Ort des Friedens, wo er in seiner Zelle ein ungestörtes Gelehrtenleben führen und Sören Kierkegaard übersetzen möchte. Er sehnt sich nach 'garantierter Einzelhaft' und den Freiheiten, die politischen Sträflingen in zivilisierten Ländern gewährt werden. Auch Martina Wied thematisiert das Exil, bereits lange vor ihrer erzwungenen Flucht nach Großbritannien. Ihr Leben lang sucht sie nach einer Antwort, wie man in einer moralisch fragwürdigen Gesellschaft anständig leben kann, was eine Distanzierung von ihrer eigenen sozialen Schicht und eine Ablehnung der rücksichtslosen Logik des bürgerlichen Wirtschaftssystems impliziert. Wied schrieb diesen Roman zwischen 1925 und 1926; er erschien 1934 als Fortsetzungsroman in der Wiener Zeitung und wurde 1950 als Buch veröffentlicht.