Der russische Überfall auf die Ukraine hat uns ins Herz getroffen. Im Berlin Story Bunker beschäftigen wir uns mit Krieg, Gewalt und Nationalismus. „Hitler – Wie konnte es geschehen“ ist die weltweit führende Dokumentation zu diesem Thema. Der Holocaustüberlebende Roman Schwarzmann hat den Zusammenhang zwischen Hitler und Putin in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag so beschrieben: „Hitler wollte mich umbringen, weil ich Jude bin. Putin will mich umbringen, weil ich Ukrainer bin.“ Im Ukraine Museum geht es um den Mut, die Stärke und die Durchhaltekraft der Ukrainerinnen und Ukrainer. Es geht um die russischen Kriegsverbrechen, das Zerstörungspotenzial, Minen, Drohnen und Raketen. Es geht um Menschen, die helfen, sowie um den Mord an Zivilisten. Es geht darum, was es für uns bedeutet, Solidarität im Kampf gegen den russischen Imperialismus zu zeigen. In 30 aktuellen, ausführlichen Interviews beschreiben Ukrainerinnen und Ukrainer, wie sie den ersten Tag des Krieges erlebten, wie es ihnen heute geht und wie sie die Perspektive der Ukraine sehen. Kurz gesagt: Kämpfen bis zum Sieg über Putin. Welche Lösung sollte es sonst geben?
Enno Lenze Bücher




Enno Lenze war auf dem Weg nach Butscha, als dieser Ort noch nicht als Synonym für russische Kriegsverbrechen galt. Er berichtet von der Front aus der Ukraine, vom Kampf gegen den IS in der Autonomen Region Kurdistan, von den Taliban in Afghanistan, von Tränengasangriffen auf Studenten Hongkong. Waffenmessen in Paris und Dubai sind ebenso sein Thema wie der versuchte Sturm der Reichsbürger auf den Bundestag. Befreiung von Geisel des IS mit einer kurdischen Spezialeinheit: "Ein Mann, aus dessen Wunden pulsierend das Blut spritzt, lächelt mich an und spricht vermutlich seine letzten Worte. Sein kleines Kind hat überlebt. Andere nehmen das Kind und kriechen weiter. Eine Familie trägt eine große Plastiktüte. Jemand zeigt auf mich und meine Kamera und bedeutet mir, dass ich herüberkommen soll. Der Mann brüllt auf Englisch auf mich ein und versucht etwas zu erklären. Ich nehme den Gehörschutz ab. Es geht um eine Mine, eine Beerdigung, ein Kind. Mir wird klar, was er mir sagen will: Sein Kind ist auf eine Mine getreten. Den zerfetzten Körper trägt er in der Plastiktüte mit sich, um ihn zu bestatten. Mir wird schlecht, ich muss mich übergeben."
Fronturlaub
Wie ich in meiner Freizeit in Kurdistan den Kampf gegen den IS unterstütze, statt unter Palmen zu liegen
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Enno Lenze ist Politiker, Hacker, Aktivist und Unternehmer. In Berlin leitet er einen Verlag und ein Museum. Aber seine größte Leidenschaft verfolgt er nach Dienstschluss: Er engagiert sich für Kurdistan. Eine Region, in der Geschichte geschrieben wird. 2011 bereiste er das Gebiet zum ersten Mal. In den Grenzregionen zwischen Syrien, Irak, Iran und der Türkei lernte er hochrangige Politiker und Generäle kennen. Seitdem ist er überzeugt: Was in Kurdistan passiert, betrifft die Welt. Und Deutschland. Ob im Kampf gegen den IS, in der Türkeipolitik oder der Flüchtlingsfrage: Das Verständnis von Kurdistan ist die Grundlage für das Verständnis unserer gegenwärtigen Politik. In Fronturlaub nimmt Lenze Sie mit auf seine Reisen. Er beschreibt eindrücklich und bildhaft seine Erfahrungen an der IS-Front und seine Begegnungen mit den Menschen und der Kultur vor Ort und erzählt von tragischen Schicksalen: von Familien, die durch den islamistischen Terror auseinandergerissen wurden, aber auch von Menschen, die bereit sind, für ihren Traum von Freiheit und Unabhängigkeit zu sterben.
Ein NVIDIA-Chip in einer russischen Kampfdrohne. US-Bauteile in den Funkgeräten des FSB. Baumarkt-Technik, die tötet. Enno Lenze holt russische Drohnen von der Front nach Berlin, zerlegt sie in der Werkstatt des Berlin Story Bunkers und zeigt, was drinsteckt: In fast jeder größeren Drohne findet sich westliche Technik – trotz aller Sanktionen. Das Buch erklärt, wie aus dem Bewegungskrieg der Drohnenkrieg wurde und wie er heute funktioniert: die Kamikazedrohne Molnia, die für zehn Euro einen Menschen tötet; das Mesh-Modem der Shahed, das die Drohnen zum Schwarm macht; Störsender und Scanner im Kampf um jede Funkfrequenz; künstliche Intelligenz, die im Feld selbst Ziele erkennt. Lenze zeigt an mehr als 30 analysierten Drohnen, wie die Chips nach Russland gelangen, warum die Sanktionen wirken und trotzdem keinen Erfolg haben – und was diese Kriegsführung für Europa bedeutet. Mit über 50 farbigen Abbildungen: Fotos der zerlegten Drohnen, Platinen und Bauteile, die im Ukraine-Museum in Berlin ausgestellt sind – der einzigen Drohnenausstellung dieser Art in Europa.