Als einziger legitimer Sohn Napoleons I. und Enkel des Habsburger Kaisers Franz I. sollte Napoleon II. (1811-1832) über Europa herrschen. Doch stattdessen starb der junge Napoléon François Joseph Charles Bonaparte einsam und seines französischen Namens beraubt als Gefangener Metternichs in Wien. Als Franz, Herzog von Reichstadt, wurde er dort in der Kapuzinergruft beigesetzt. Günter Müchler beschreibt das tragische Leben des unbekannten Kaisersohns, der nicht herrschen durfte, als Parabel auf den Beginn unserer Moderne. Zerrieben zwischen Revolution und Restauration war der ›aiglon‹, der kleine Adler, den die romantische Legende zum schönen, unglücklichen Prinzen verklärte, zum Scheitern verdammt. Mit dieser Biographie gelingt Müchler ein Panorama Europas am Beginn des 19. Jahrhunderts, das seine Gestalt noch nicht gefunden hatte.
Günter Müchler Bücher






Napoleon
- 624 Seiten
- 22 Lesestunden
Aus dem Nichts kommend, stieg der Korse Napoleon Bonaparte, der Französisch erst lernen musste, vom Artillerie-Offizier zum Ersten Konsul auf, wurde der Revolutionär zum Kaiser der Franzosen.Sprachgewaltig entwirft Günter Müchler die Lebensgeschichte eines Mannes, der in seinem Scheitern auf Sankt Helena selbst am klarsten die eigene Beschränkung erkannte: Der Gestalter und Machtmensch war ebenso Gefangener der Bedingungen, die ihm die Revolution diktiert, wie des europäischen Kampfs der alten mit der neuen Ordnung. "Die Wahrheit ist, dass ich niemals ganz Herr meiner Bewegungen war. Ich habe Pläne gehabt, hatte aber niemals die Freiheit, sie auszuführen. Immer war ich durch die Umstände bestimmt." - Ein großartiges Portrait, das den Revolutionär auf dem Kaiserthron, das den kometenhaften Aufstieg wie den tiefen Absturz Napoleons in neuem Licht zeigt.
Achtzehnhundertdreizehn
- 272 Seiten
- 10 Lesestunden
'Es kann mich den Thron kosten, aber ich werde die Welt in ihren Trümmern begraben.' (Napoleon Bonaparte am 26. Juni 1813) Am 26. Juni 1813 trafen sich im Palais Marcolini in Dresden die großen Kontrahenten Napoleon und Metternich zu einer achtstündigen Unterredung. Nach der Katastrophe in Russland steht für den Kaiser alles auf dem Spiel: Ausgleich mit Österreich oder aber Aufstand Europas und sein Untergang? Napoleon bleibt dem Gesetz des Eroberers treu. Ausmanövriert von Metternich weicht er keinen Schritt von seinen Ansprüchen zurück – keine vier Monate später bricht sein europäisches Großreich in der Völkerschlacht bei Leipzig zusammen. Günter Müchler beschreibt diese historische Konfrontation von Tatmensch und Diplomat, neuer Zeit und Ancien Régime spannend wie ein Drama. Er zeichnet den unterschiedlichen Lebensweg der beiden Gegenspieler bis 1813 nach. Und er schildert anschaulich die Ereignisse zwischen dem Untergang der Grande Armée im Winter 1812 in Russland und der Leipziger Entscheidungsschlacht im Herbst 1813. Eine Begegnung, in der sich Geschichte verdichtet, wird zu einer großen historischen Erzählung.
Napoleon
Revolutionär auf dem Kaiserthron
Beste Feinde
Frankreich und Deutschland – Geschichte einer Leidenschaft
Günter Müchler erzählt in glänzend geschriebenen Vignetten die ganze Bandbreite der deutsch-französischen Nachbarschaft: die Kämpfe – von Bouvines 1214 bis zum Weltkrieg –, den Kulturaustausch – von Madame de Staël bis Heinrich Heine –, die gegenseitige Konkurrenz und Inspiration – von Ludwig XIV. bis Valéry Giscard d’Estaing.
Kommunisten und Nazis wußten um die Macht der Sprache. In George Orwells „1984“ löscht der perfekte totalitäre Staat mit Hilfe des „Neusprechs“ die Erinnerung aus. Mit alledem hat das Gendern von heute nichts zu tun. Auch die „geschlechtssensible“ Sprache will die Wirklichkeit verändern. Aber dahinter steht kein „Großer Bruder“. Vielmehr sind es unter Tage arbeitende Netzwerke, die die Invasion des Genderns vorantreiben, Wörter auf den Index setzen, Bücher nach „rassistischen“ Sünden durchforsten, Geschriebenes durch Sternchen, Gesprochenes durch seltsame Knacklaute verfremden. Dies geschieht im Namen der „Gerechtigkeit“ und bei arroganter Mißachtung des Willens der Mehrheitsbevölkerung. In einem meinungsstarken Buch beschreibt Günter Müchler, wie das Gendern mutwillig den Schutzraum der Muttersprache zerstört. Er benennt die Hilfstruppen der neubabylonischen Sprachverwirrung – Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Universitäten, Stadtverwaltungen, zeitgeistgetriebene Wirtschaftsunternehmen – und erklärt, wie Opportunismus dem Treiben einer militanten Minderheit den Weg ebnet.
Napoleons hundert Tage
- 364 Seiten
- 13 Lesestunden
Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von Napoleons Landung bei Antibes am 1. März 1815 durch Frankreich. Der Mann, der immer alles auf eine Karte setzte, wollte es nach seiner Absetzung nochmals wissen. Die Massen strömten ihm zu, und siegreich zog er erneut in Paris ein. Balzac bemerkte dazu später schwärmerisch: »Hatte es vor ihm jemanden gegeben, der ein Reich nur dadurch eroberte, dass er seinen Hut zeigte?« Napoleons »Invasion eines Landes durch einen Mann« (Chateaubriand) ist in der Geschichte singulär. Günter Müchler erzählt die dramatische Geschichte der ›100 Tage‹, von der Vorgeschichte, der ersten Abdankung Napoleons in Fontainebleau 1814, bis zur endgültigen Verbannung auf Sankt Helena. Es ist für ganz Frankreich – und für den Rest Europas – ein kurzes Zeitfenster extremster Anspannung, eine Episode, die erst den Grundstein legte für den Napoleon-Kult. Denn mit den 100 Tagen endet endgültig das Ancien régime und eine neue Epoche bricht an.
Der Rhein ist die Wiege Mitteleuropas. Hier ist die europäische Kultur gewachsen, der Kampf um den Rhein drohte Europa zu zerstören, am Rhein erfolgte die Gründung des modernen Europa. Günter Müchlers Geschichte und Kulturgeschichte des Rheins besteht aus großartig geschriebenen, überraschenden Spotlights auf epochemachende Ereignisse: von Caesars Rheinübergang und dem Nibelungenlied über das Vorrücken der Preussen bis zum Rhein im 19. Jahrhundert bis zu Adenauers Begräbnisfahrt auf dem Rhein spannt sich das Panorama. In der Summe der Essays wird deutlich: Hier schlägt das Herz Europas.
Achtzehnhundertdreizehn
Napoleon, Metternich und das weltgeschichtliche Duell von Dresden
- 272 Seiten
- 10 Lesestunden
Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von Napoleons Landung bei Antibes am 1. März 1815 durch Frankreich. Der Mann, der immer alles auf eine Karte setzte, wollte es nach seiner Absetzung nochmals wissen. Die Massen strömten ihm zu, und siegreich zog er erneut in Paris ein. Balzac bemerkte dazu später schwärmerisch: »Hatte es vor ihm jemanden gegeben, der ein Reich nur dadurch eroberte, dass er seinen Hut zeigte?« Napoleons »Invasion eines Landes durch einen Mann« (Chateaubriand) ist in der Geschichte singulär. Günter Müchler erzählt die dramatische Geschichte der '100 Tage', von der Vorgeschichte, der ersten Abdankung Napoleons in Fontainebleau 1814, bis zur endgültigen Verbannung auf Sankt Helena. Es ist für ganz Frankreich - und für den Rest Europas - ein kurzes Zeitfenster extremster Anspannung, eine Episode, die erst den Grundstein legte für den Napoleon-Kult. Denn mit den 100 Tagen endet endgültig das Ancien régime und eine neue Epoche bricht an.

