Goethes Gretchentragödie hat das Bild der Kindsmörderin nachhaltig geprägt. Doch was bedeutete eine ungewollte Schwangerschaft im 18. und 19. Jahrhundert wirklich? In welchem gesellschaftlichen Klima wurden Mütter zu Mörderinnen?Marita Metz-Becker verfolgt die Spuren, die diese Frauen in Akten und Archiven hinterlassen haben. Die Autorin schildert die prekären Lebensumstände der Täterinnen, insbesondere von Dienstmägden, die sich zwischen gesellschaftlicher Ächtung und Scham in einer für sie aussichtslosen Lage wiederfanden. In ihrer kulturwissenschaftlichen Studie untersucht die Autorin den Kindsmord als historisches Phänomen, tief in den Dynamiken und Widersprüchen seiner Zeit verstrickt. Sie fragt, welche Rollen Kirche, Justiz und Medizin im Leben dieser Frauen spielten, das in mehr als 100 Akten des Staatsarchivs Marburg dokumentiert ist. Dabei macht sie Dynamiken von Macht und Ohnmacht sichtbar, die bis in die heutige Zeit fortdauern.
Marita Metz-Becker Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)





Drei Generationen Hebammenalltag
Wandel der Gebärkultur in Deutschland
Forum Psychosozial: Mutterbilder
Kulturhistorische, sozialpolitische und psychoanalytische Perspektiven
- 200 Seiten
- 7 Lesestunden
Das Bild der Mutter ist sowohl traditionell geformt als auch einem stetigen Wandel unterworfen. Kulturelle Ideale und Leitbilder sowie das individuelle Selbstverständnis prägen unser Bild von Mutterschaft. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen: Wie »natürlich« sind Muttersein und Mutterliebe? Wie wirken sich gesellschaftliche Anforderungen – zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – auf die Rolle der Frau und Mutter und die neu zu definierende Rolle des Vaters aus? Die Autorinnen gehen diesen Fragen nach und beleuchten sowohl die historische Dimension der jeweiligen Mutterbilder als auch gegenwärtige Probleme und Phänomene des Mutterschaftsmythos. Sie hinterfragen Stereotype und Familienleitbilder, untersuchen die körperlichen und psychischen Dimensionen von Mutterschaft und zeigen Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten für selbstbestimmtes Mutter- und Vatersein auf. Mit Beiträgen von Karin Flaake, Helga Krüger-Kirn, Marita Metz-Becker, Ingrid Rieken, Elisabeth de Sotelo, Sabine Toppe und Ulrike Wagner-Rau sowie einem Beitrag des Galeristen Michael W. Schmalfuß
Hebammenkunst gestern und heute
Zur Kultur des Gebärens durch drei Jahrhunderte
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Die Beiträge thematisieren die historische Entwicklung des Hebammenberufes und die von den Hebammen geleistete Geburtshilfe ebenso wie die verschiedenen Ausprägungen des gegenwärtigen Berufsbildes im Zusammenhang mit der sich wandelnden Gebärkultur in Deutschland und seinen Nachbarstaaten. Aber nicht nur die speziellen Besonderheiten der Tätigkeitsfelder von Hebammen werden dargestellt, sondern auch die Frauen, die diesen Beruf ausüben. Verschiedene methodische Zugänge machten es möglich, diesem komplexen Anspruch gerecht zu werden: Interviews mit freiberuflichen, angestellten und niedergelassenen Hebammen; Studien in Archiven, Privatsammlungen und Museen; Exkursionen zu Hebammenanstalten, Kliniken und außerklinischen Einrichtungen, in denen Hebammen tätig sind, trugen dazu bei, ein facettenreiches Bild über eine Berufsgruppe und deren Arbeitsgebiet zu vermitteln, über die bis heute eine eingehende Monographie fehlt.