Hinterhofleben
- 300 Seiten
- 11 Lesestunden
Was passiert mit einer Hausgemeinschaft, wenn statt Mülltrennung Weltpolitik diskutiert wird? Im Prenzlauer Berg bieten die Bewohner der Nummer 68 dem syrischen Kriegsflüchtling Samih Unterschlupf. Bald spaltet sich die Gemeinschaft in hilfsbereite und sicherheitsbedürftige Menschen, während die Linde im Hof als stiller Zeuge das Geschehen beobachtet. Die neuen Herausforderungen, die Samih mitbringt, und die Entscheidungen der heterogenen Hausgemeinschaft werden im Hinterhof ausgetragen. Bis der letzte Blatt der Linde im Herbst gefallen ist, offenbaren die Bewohner viel über sich und ihre wahren Absichten. Maik Siegel behandelt in „Hinterhofleben“ aktuelle, brisante Themen mit Humor. Von den Kriegszuständen in Syrien über Flüchtlingsströme, die deutsche Willkommenskultur, Homosexualität, Gewalt in Computerspielen bis hin zur europäischen Kolonialisierungsgeschichte und kindlicher Abenteuerlust wird mal ernsthaft, mal mit Witz und Sarkasmus erzählt. Die komplexen Charaktere geben den gängigen Argumenten in der Flüchtlingsdebatte ein Gesicht, das über Schwarz-Weiß-Denken hinausgeht. Inspiriert von klassischen Werken wie Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ und Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ entsteht eine spannende, dicht erzählte Geschichte, die durch die detailgetreue Wiedergabe des Prenzlauer Bergs ihren Realitätsanspruch unterstreicht.
