Kurzgeschichten erzählen auf besondere Art: knapp, geradlinig, kommentarlos. Schlaglichtartig beleuchten sie Situationen und Ereignisse. Katastrophen sind ebenso Gegenstand wie ganz alltägliche Begebenheiten: Liebe, Glück, Unglück, Krieg, Gewalt, Tod. Die Materialien im Anhang erläutern die Funktion und Bedeutung der Kurzgeschichte und regen zum kreativen Umgang mit den Texten an.
Rainer Siegle Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)





Die Judenbuche
- 64 Seiten
- 3 Lesestunden
Der 1842 erschienenen Novelle Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Es ist die Geschichte des aus verarmten Verhältnissen stammenden Friedrich Mergel, dessen Mord an dem Juden Aaron erst Jahrzehnte nach der Tat aufgedeckt werden kann. Das große Interesse an Annette von Droste-Hülshoffs bekanntester Erzählung hat nicht nur mit dem Stoff zu tun: ein historisch verbürgter Kriminalfall, das westfälische Dorfmilieu und das Zeitkolorit (der Untertitel lautet: "Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westfalen"); es ist vor allem die Darstellungsweise, die durch scheinbare oder tatsächliche Dunkelheit oder Mehrdeutigkeit eine Vielzahl von Deutungen und Deutungsebenen möglich macht. Diese Kunst der Darstellung macht Droste-Hülshoffs Judenbuche zu einem herausragenden Beispiel der Novellistik des 19. Jahrhunderts.
Einfach Deutsch: Wilhelm Tell
- 175 Seiten
- 7 Lesestunden
Zu dieser Textausgabe ist folgendes Unterrichtsmodell erschienen: Schöningh, Bestell-Nr.: 022301
Effi Briest
Roman
Der Roman „Effi Briest“ erschien 1894/95 in der „Deutschen Rundschau“ und basiert auf einer Ehetragödie aus den 1880er-Jahren, die Fontane mit fiktiven Charakteren verknüpft. Die Geschichte beginnt mit der Verlobung von Effi, der Tochter von Briest, und Baron von Innstetten, einem Freund der Familie. Obwohl Effi Innstetten nicht liebt, folgt sie ihm nach Kessin, wo sie oft allein gelassen wird und sich langweilt. Ihre Beziehung bleibt trotz eines gemeinsamen Kindes distanziert, und Effi beginnt eine leidenschaftslose Affäre mit dem Bezirkskommandanten Crampas. Als sie nach Berlin ziehen, endet die Beziehung zu Crampas ohne Schwierigkeiten. Doch als Innstetten Briefe findet, die das Verhältnis offenbaren, kommt es zu einem Duell mit Crampas, das Innstetten gewinnt. Er lässt sich von Effi scheiden und behält das Kind. Bei einer zufälligen Begegnung mit ihrer mittlerweile entfremdeten Tochter erleidet Effi einen Zusammenbruch und stirbt bei ihren Eltern. Thomas Mann beschreibt den Roman als „modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist“.
Stundenblätter "Emilia Galotti"
- 81 Seiten
- 3 Lesestunden