Das ist die Sonne von Austerlitz
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden





Mit siebzehn Jahren schrieb Raymond Radiguet dieses Meisterwerk, das zu einem der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts wurde. Hinrich Schmidt-Henkel, für seine Neuübersetzung von Célines »Reise ans Ende der Nacht« gefeiert, überträgt den Roman erstmals in einen zeitgemäßen Ton. »Ich weiß, dass ich mich Vorwürfen aussetze. Aber kann ich etwas dafür? Ist es mein Fehler, dass ich wenige Monate vor Kriegsbeginn zwölf Jahre alt wurde? Alle, die mich verurteilen, sollten sich vor Augen führen, was der Krieg für so viele Heranwachsende wie mich bedeutete: vier Jahre große Ferien.« François ist fünfzehn Jahre alt, als er sich in die achtzehnjährige Marthe verliebt, deren Ehemann im Ersten Weltkrieg kämpft. Zwischen den Heranwachsenden entspinnt sich eine ebenso leidenschaftliche wie aussichtslose Affäre. Als Marthe von François ein Kind erwartet, bricht eine Katastrophe über die Liebenden herein. Das Erscheinen des Romans, der durch seinen unschuldigen und zugleich kühl analysierenden Ton besticht, löste 1923 einen Skandal aus, verschaffte Radiguet aber auch glühende Bewunderer wie Paul Valéry, Jean Cocteau und Pablo Picasso.
Der so charismatische wie egozentrische Wagner lebte stets über seine Verhältnisse, war rastlos und sparte nicht mit Sottisen gegen Freund und Feind. Wie hielt er es mit den Frauen? Wie ging er mit Kollegen und Konkurrenten um? Wie arrangierte er sich mit seinen Dienstherren? Die Wagner-Biografen halten die Antworten bereit, aber die Anekdote weiß feine Akzente zu setzen. Bernhard Thieme widmet dem Jahrhundertgenie eine erhellende und vergnügliche Sammlung.
Über kaum einen deutschen Politiker sind die Meinungen der Nachwelt gegensätzlicher als über Otto von Bismarck. Im Jahr seines 200. Geburtstages wird er erneut das Interesse auf sich ziehen. Was aber ist über ihn zu erfahren, wenn die Person im Schlaglicht der Anekdote steht? Lebhaft erscheinen die Situationen, in denen er als kluger politischer Kopf, als Stratege, als knallharter Pragmatiker auftritt, in denen uns der Privatmann von entwaffnender Liebenswürdigkeit und trockenem Humor begegnet, ein Charmeur, ein biederer Gutsherr, der fähige Diener des alten und der Skeptiker des neuen Kaisers. Und das Fazit mag mit Fontane "Seine Genialität wirft alle Bedenken über den Haufen, aber … nirgends ist ihm ganz zu trauen."