Seit der neoliberalen Wende ab den 1970er und 1980er Jahren verändern sich soziale und individuelle Verletzbarkeiten. Die Autor*innen des interdisziplinären Bandes zeigen, wie Optimierungsformen und Vulnerabilitäten miteinander verknüpft sind und moderne Gesellschaften prägen. Der Begriff der Verletzungspotenziale verweist auf Gefährdungen, Risiken und Krisen sowie auf den machtförmigen Zugriff auf vulnerable Dynamiken. Vulnerabilität wird als sozial konstitutives, kontextabhängiges und sich stets ausdifferenzierendes Phänomen betrachtet. Aus psychoanalytischer, bildungs-, geschlechter- und gesellschaftstheoretischer Perspektive wird deutlich, wie stark moderne Gesellschaften von Optimierung als Subjektivierungsform und Vergesellschaftungsmodus beeinflusst sind und welche Vulnerabilitäten dadurch entstehen oder verstärkt werden. Die Beiträge behandeln verschiedene Aspekte, darunter die Kritik der Verletzbarkeit und der Optimierung, die Formierung von Vulnerabilität in der Pädagogik, die Auswirkungen von Unsicherheit und Angst sowie die Herausforderungen in der Arbeitswelt. Weitere Themen sind die feministische Kritik der neuen Frauenbewegung, Selbstoptimierung versus Selbstsorge und psychoanalytische Untersuchungen zu psychischen Verarbeitungen von Selftracking. Der Band bietet somit einen tiefen Einblick in die komplexen Wechselwirkungen zwischen Optimierung und Verletzbarkeit in der Gegenwart.
Benigna Gerisch Bücher
1. Januar 1960



Suizidalität bei Frauen
- 285 Seiten
- 10 Lesestunden
In diesem Band beleuchten die Autorinnen und Autoren Folgen und Grenzen der Beschleunigung in der gegenwärtigen Moderne. Sie analysieren die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen von Zeitpraktiken und Zeitdiskursen sowie die Auswirkungen der Beschleunigung auf individuelle Entwicklungs- und Bildungsprozesse. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen der Makrologik sozialer Beschleunigung und der Mikrologik damit verbundener subjektiver Verarbeitungsweisen und Sinnkonstruktionen. Mit Beiträgen von Nicole Aubert, Hartmut Böhme, Werner Bohleber, Andreas Dörpinghaus, Benigna Gerisch, Vera King, Hans-Christoph Koller, Carmen Leccardi, Christine Morgenroth, Hartmut Rosa, Christa Rohde-Dachser und Helga Zeiher.