Expeditionen in Wolfgang Hilbigs Lyrik bietet der vorliegende Band, der sowohl Bilanz, Experiment mit neuen kritischen Ansätzen und Anregung/Aufforderung zur weiteren Auseinandersetzung mit einem anspruchsvollen Werk und seiner abgründig faszinierenden Sprache sein möchte. Wolfgang Hilbig (1941-2007) wurde durch sein Prosawerk berühmt. Der Roman »Ich« (1993) dieses Dichters zwischen Ost und West ist eine der herausragenden literarischen Auseinandersetzungen mit dem deutsch-deutschen Literaturstreit kurz nach dem Mauerfall. In der Lyrik liegt jedoch der Kern seines Werkes. Der Band ist die erste Publikation, die ausschließlich der Lyrik Hilbigs gewidmet ist. Die Texte des Bandes, die auf ein deutsch-französisches Forschungsprogramm über Wolfgang Hilbig / Ost-West-Moderne zurück gehen, enthalten sowohl einen Überblick über Hilbigs lyrisches Schaffen als auch Einzeluntersuchungen: Hilbig und die deutsche Romantik, Hilbig in der Moderne (Bezüge zu Rimbaud, Baudelaire, Hofmannsthal ...), Hilbig und Leitfiguren der Lyrik des 20. Jahrhunderts (Celan, Huchel, Pound, H. Müller und V. Braun) und nicht zuletzt drei Untersuchungen zu Hilbigs Langgedicht »prosa meiner heimatstraße«. Der Band bietet außerdem erstmals eine Bibliografie zu Hilbigs Lyrik, die auch die zu Lebzeiten verfassten, aber in keiner der Sammlungen veröffentlichten Gedichte einbezieht
Bernard Banoun Bücher





Früh von Krankheit überschattet, führte der Lyriker Mario Wirz (1956–2013) ein intensives, sinnenfrohes Leben in Berlin. Liebe, Vergänglichkeit und Tod bilden die großen Themen seiner Texte, die sein Leben nachzeichnen. Bekannt wurde er vor allem mit seinem autobiografisch geprägten Bericht „Es ist spät, ich kann nicht atmen“, in dem er sich auf eine sehr persönliche und bahnbrechende Art und Weise mit seiner HIV-Infektion auseinandersetzte. Neben Lyrik veröffentlichte er Theatertexte, Prosa, ein Kinderbuch sowie einen Briefwechsel mit Rosa von Praunheim. Dieser Band zu Mario Wirz dokumentiert eine Tagung im Literaturforum im Brecht‑Haus anlässlich der Übergabe seines Nachlasses an die Akademie der Künste Berlin und würdigt Wirz’ Werk ebenso wie seine prägende Rolle im Kulturleben der Stadt. Beiträge aus Literaturwissenschaft und Zeitgeschichte eröffnen neue Zugänge zu einem Autor, dessen Texte bis heute berühren.
rien ne tient en place. le monde est une roue. tout ce que nous savons, tout ce dont nous sommes faits, est mouvement.
La Revue de Belles-Lettres, 138° année, 2014, 2
Cinq poètes des Canaries
c'est ici qu'on voudrait s'arrêter, sous cet abri de planches, y poser la mémoire, doucement, et l'endormir dans cette coque de bois