Bookbot

Caroline Piketty

    Geraubte Harmonien
    Ich suche die Spuren meiner Mutter
    • Von 1997 bis 2000 arbeitete Caroline Piketty in einem vom französischen Staat neu geschaffenen Zentrum, das die historischen Dokumente über die Enteignung und Verfolgung der Juden während des Vichy-Regimes öffentlich zugänglich macht. Piketty war zuständig für die Annahme und Bearbeitung der Anfragen und berichtet mit einer berührenden Zartheit von den Lebensgeschichten, denen sie täglich begegnete.

      Ich suche die Spuren meiner Mutter
    • Geraubte Harmonien

      Wie die Klaviere jüdischer Familien nach Paris zurückkehrten

      • 240 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Anfang April 1945 bietet sich in den Gewächshäusern des Pariser Jardin d’Acclimatation ein ungewöhnlicher Anblick. Fast zweitausend Klaviere stehen hier dicht an dicht: viele kleine, gewöhnliche, von Wasserflecken und Kratzern gezeichnete, aber auch einige glänzende Konzertflügel. Allesamt Klaviere, die während der Besatzungszeit aus den Wohnungen jüdischer Familien in Frankreich geraubt, nach Deutschland transportiert und an NS-Größen oder an die Wehrmacht ausgegeben wurden. Jetzt, kurz vor Kriegsende, haben die Alliierten sie in ein provisorisches Depot verbracht, von wo aus manche den Weg zu ihren Besitzer:innen zurückfinden werden – sofern diese Verfolgung und Vernichtungslager überlebt haben. Caroline Piketty verfolgt die Spuren der Instrumente bis zu den glücklichen Zeiten zurück, in denen sie gespielt wurden, erzählt von ihrer Plünderung und Rückgabe, von ihrer Bedeutung für die Opfer und Überlebenden: Berühmtheiten wie Léon Blum, Mireille Berl oder Aron Lustiger und andere, die hier erstmals eine Stimme erhalten. Für manche kehrt mit den Klavieren ein Funken Hoffnung zurück, andere erinnern sie auf schmerzliche Weise an unwiederbringliche Verluste.

      Geraubte Harmonien