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Lydia Vázquez Jiménez

    La escritura como un cuchillo
    Huris
    Erinnerung eines Mädchens
    Der Witwer von Venedig
    Die Jahre
    • Die Jahre

      Nobelpreis für Literatur 2022

      Nobelpreis für Literatur 2022 Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt ein Mädchen in einem dunklen Badeanzug auf einem Kieselstrand, im Hintergrund eine Steilküste. Sie sitzt auf einem flachen Stein, die Beine ausgestreckt, die Arme auf den Felsen gestützt, die Augen geschlossen und lächelt. Ihr dicker Zopf fällt über die Schulter, der andere verschwindet hinter ihrem Rücken. Offensichtlich imitiert sie die Pose von Filmstars, um ihrem unreifen Kleinmädchenkörper zu entfliehen. Auf ihren Schenkeln und Oberarmen ist der Abdruck eines Kleides sichtbar, was darauf hindeutet, dass ein Ausflug ans Meer für sie selten ist. Der Strand ist menschenleer. Auf der Rückseite steht: August 1949, Sotteville-sur-Mer. Die Erzählung umfasst Kindheit in der Nachkriegszeit, die Algerienkrise, akademische Laufbahn, das Schreiben, eine schwierige Ehe, Mutterschaft, de Gaulle, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, Globalisierung und die unerfüllten Verheißungen der Nullerjahre. Durch Fotografien, Erinnerungen und Objekte vergegenwärtigt Annie Ernaux die vergangene Zeit und schreibt ihr Leben in eine neuartige Form einer kollektiven, „unpersönlichen Autobiographie“. So entsteht ein melancholisches Meisterwerk der Gedächtnisliteratur und ein schillerndes Porträt der Gesellschaft.

      Die Jahre
      4,2
    • Der Witwer von Venedig

      • 112 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Alvise Lanzi ist zum vierten Mal Witwer geworden, innerhalb von nur dreißig Jahren. Im Venedig des ausgehenden 18. Jahrhunderts ist nichts so, wie es scheint. Die Stadt gleicht einem berauschenden Fest, es ist niemandem zu trauen. Gabrielle Wittkops neuer Roman ist eine Hommage an die untergehende Stadt Venedig und zugleich ein raffiniertes ästhetisches Vergnügen.

      Der Witwer von Venedig
      3,8
    • Erinnerung eines Mädchens

      • 168 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Sommer 1958: Annie Duchesne wird 18 Jahre alt. Sie arbeitet als Betreuerin in einer Ferienkolonie. Sie findet in eine Clique, zusammen feiern sie Feten, genießen ihre Jugend. Und Annie ist in H. verliebt, mit ihm hat sie ihr erstes Mal. Eine Nacht, die einen anhaltenden Schock bedeutet. Denn H. ignoriert sie fortan, sie weiß nicht, wohin mit sich und lässt sich auf andere ein. Schnell ist sie verfemt. Was folgt, sind Ausgrenzung, der Hohn der anderen, ihre eigene Scham. Und Schweigen. Denn über 55 Jahre braucht Annie Ernaux, um sich dieser »Erinnerung der Scham« stellen zu können – anhand von Fotografien und Briefen schreibt sie von einer Zeit, die sich in ihren Körper gebrannt hat. Die ihre Moral, ihre Sexualität, ihr ganzes langes Leben geprägt und bestimmt hat. Mit schonungsloser Genauigkeit erzählt Annie Ernaux von ihrer ersten sexuellen Begegnung – von Macht, Ohnmacht und Unterwerfung. Von einer Wunde, die niemals ausgeheilt ist. Und vom teuer bezahlten Erkennen des eigenen Werts.

      Erinnerung eines Mädchens
      4,0
    • Huris

      Roman

      • 398 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Die junge Algerierin Aube hat den Bürgerkrieg der 1990er-Jahre selbst miterlebt, davon zeugt nicht zuletzt die Narbe, die ihren Hals wie ein Lächeln umspannt. Beim Überfall auf ihr Dorf hatten Islamisten versucht, ihr die Kehle genauso zu durchschneiden wie ihren Angehörigen, doch allein ihre Stimmbänder wurden erfasst. Nicht nur die fehlende Stimme bringt Aube nun zum Schweigen, sondern auch die staatlichen Gesetze, die verbieten, an den damaligen Bürgerkrieg zu erinnern. Ihr Schmerz und ihre Auflehnung dringen nicht nach außen. Einzig an das Mädchen, das in ihrem Inneren heranwächst, kann Aube ihre Worte richten. Ihm erzählt sie ihre Leidensgeschichte. Denn die geheime Schwangerschaft konfrontiert die junge Algerierin mit Fragen über die furchtbare Vergangenheit und eine düstere Zukunft: Hat sie das Recht, ihr Kind zu behalten? Kann sie Leben schenken, wenn es ihr selbst fast entrissen wurde? Aube kehrt zurück in ihr Heimatdorf, wo alles begann, und sucht Antworten bei den Toten. Mit Huris gibt Kamel Daoud algerischen Frauen das Wort und stellt sich gegen das noch immer verordnete Vergessen des Bürgerkriegs und seiner Schrecken. Eine ziselierte Erzählung mit ebenso poetischer wie politischer Kraft.

      Huris
      3,5