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Auf der Gasse und hinter dem Ofen: Eine Stadt im Spätmittelalter

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Mit dem Zerfall der römischen Ordnung verloren die urbanen Zentren an Bedeutung und Macht. Im frühen Mittelalter lebte man von regional genutzten landwirtschaftlichen Räumen. In diesem europäischen «Amerika» des Mittelalters mussten neue Lebensräume erschlossen und die zentrale Rolle der Stadtwirtschaft neu definiert werden. Die Zahl der Städte im deutschen Reich stieg vom Hoch- zum Spätmittelalter von weniger als 200 auf 4.000. Diese Städte reichten von kleinen, strukturierten Ackerbürgerstädten bis hin zu Großstädten mit ausgeprägtem Exportgewerbe. Das spezialisierte Handwerk prägte das städtische Leben, während der Markt als Drehscheibe des Unternehmergeistes diente. Die Stadtmauer, als größtes gemeinschaftliches Bauwerk, symbolisierte die Wehrfähigkeit und den politischen Willen der Bürgerschaft. Die meisten gewachsenen Städte wurden im 12./13. Jahrhundert befestigt, was den Schutzbedürfnissen in einer unsicheren Umgebung geschuldet war. Gründungsstädte erhielten sofort Befestigungen, blieben jedoch oft nur ummauerte Kirchdörfer. Im Gegensatz dazu waren überregionale Städte mit Mauerringen und Türmen wahre Kunstwerke. Archäologische Funde erweitern unser Bild von der mittelalterlichen Stadt, deren Struktur und Funktionen vielfältig waren. Das Handwerk blühte, und die Lebensqualität stieg sprunghaft an. In den Städten gab es eine durchmischte Wohnweise, die zum sozialen Gleichgewicht beitrug. Trotz der Rolle des Geldes blie

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Auf der Gasse und hinter dem Ofen: Eine Stadt im Spätmittelalter, Anita Siegfried, Jürg E. Schneider, Jörg Müller

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Titel
Auf der Gasse und hinter dem Ofen: Eine Stadt im Spätmittelalter
Sprache
Deutsch
Einband
Hardcover
ISBN13
9793794138905
Reihe
Beschreibung
Mit dem Zerfall der römischen Ordnung verloren die urbanen Zentren an Bedeutung und Macht. Im frühen Mittelalter lebte man von regional genutzten landwirtschaftlichen Räumen. In diesem europäischen «Amerika» des Mittelalters mussten neue Lebensräume erschlossen und die zentrale Rolle der Stadtwirtschaft neu definiert werden. Die Zahl der Städte im deutschen Reich stieg vom Hoch- zum Spätmittelalter von weniger als 200 auf 4.000. Diese Städte reichten von kleinen, strukturierten Ackerbürgerstädten bis hin zu Großstädten mit ausgeprägtem Exportgewerbe. Das spezialisierte Handwerk prägte das städtische Leben, während der Markt als Drehscheibe des Unternehmergeistes diente. Die Stadtmauer, als größtes gemeinschaftliches Bauwerk, symbolisierte die Wehrfähigkeit und den politischen Willen der Bürgerschaft. Die meisten gewachsenen Städte wurden im 12./13. Jahrhundert befestigt, was den Schutzbedürfnissen in einer unsicheren Umgebung geschuldet war. Gründungsstädte erhielten sofort Befestigungen, blieben jedoch oft nur ummauerte Kirchdörfer. Im Gegensatz dazu waren überregionale Städte mit Mauerringen und Türmen wahre Kunstwerke. Archäologische Funde erweitern unser Bild von der mittelalterlichen Stadt, deren Struktur und Funktionen vielfältig waren. Das Handwerk blühte, und die Lebensqualität stieg sprunghaft an. In den Städten gab es eine durchmischte Wohnweise, die zum sozialen Gleichgewicht beitrug. Trotz der Rolle des Geldes blie