Anton Corbijn, Everybody hurts
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A model, dressed in what resembles a flapper's spacesuit, crouches among disco mirror-balls that send showers of light across an attic room; in another scene, dresses lit from within hang like Chinese lanterns from a tree; in yet another, a motley crew of children play on a beach among the ruins of a giant cardboard swan. The English fashion photographer Tim Walker, born in 1970 in Devon, has a fondness for such dream-logic scenarios. His models often occupy fantastical and elaborate sets whose baroque props rhyme with their costumes in subtle and sometimes wistful ways; one senses immediately that a great deal of effort has gone into the construction of these sets. Formerly assistant to photography legend Richard Avedon, and having made a name for himself in the pages of American, British, Italian and Japanese editions of "Vogue," Walker is currently one of the world's most influential fashion photographers, alongside Steven Meisel, Jürgen Teller and Nick Knight. This volume is the first to present Walker's complete works to date.
Peter Doig malt Landschaftsbilder, ohne Natur veranschaulichen zu wollen. Er geht auf Distanz zu ihr und malt ausschließlich nach Fotografien, eigenen oder gefundenen, nach Filmen, Büchern oder anderen Medien. Voller exotischer Motive und in verführerischer Farbigkeit bieten seine Arbeiten eine offene Bühne für eigene Gedanken und Vorstellungen. Das Buch zeigt erstmals eine Gruppe während des vergangenen Jahres in Trinidad entstandener Werke. Biografie und Bibliografie ergänzen das besonders schön gestaltete Buch. Pinakothek der Moderne, München, 08.05.2004 – 04.07.2004 und Kestnergesellschaft, Hannover, 09.07.2004– 12.09.2004
Isaac Julien (*1960 in London), 2001 für den namhaftesten Kunstpreis Großbritanniens, den Turner Prize, nominiert, gehört zu den britischen Filmkünstlern, die sich dem Kino ab- und der Kunstszene zugewandt haben. Seit den 1990er-Jahren werden seine Filme, Videos und Fotografien weltweit in Ausstellungen gezeigt, so nahm er an der Documenta11 teil und hatte kürzlich eine Einzelausstellung im Centre Georges Pompidou, Paris. Die Beschäftigung mit Themen der Kultur der Diaspora und der Identität Schwarzer steht im Mittelpunkt seines künstlerischen Werkes. Sein Schaffen konzentriert sich auf verborgene Muster und Traditionen der Kulturalisation wie auch die Kreolisierung des Raumes und ist stets mit Realgeschichtlichem verknüpft. Anhand der Gegenüberstellung konträrer Erdregionen reflektiert Julien den Einfluss und die Bedeutung eines geografischen Standorts – in kultureller wie physischer Hinsicht. Die Publikation präsentiert zwei audio-visuelle Installationen Juliens, True North (2004) und Fantôme Afrique (2005), sowie eine Serie großformatiger Fotografien, die in Zusammenhang mit den Videoarbeiten stehen. Ausstellung: kestnergesellschaft, Hannover 23.6.–20.8.2006
Bruce Naumans 2005 entstandene Installation „One Hundred Fish Fountain“ besteht aus 97 bronzenen Fischen, die an einem Stahlrahmen befestigt und über zahllose Schläuche mit Pumpen verbunden sind, um in regelmäßigen Intervallen Wasser anzusaugen und wieder auszuspeien. Das Wasser wird in einem großen Bassin gesammelt und von dort in die Fischkörper gepumpt und stellt einen stetigen Kreislauf dar, der die friedvolle und heitere Atmosphäre von Wasserspielen und Springbrunnen jedoch gezielt zu brechen weiß. So füllen sich die Fische unangenehm geräuschvoll mit Wasser, das sie ebenso geräuschvoll wieder ausspucken, bis die präzise programmierten Pumpen sich gleichzeitig ausschalten und den Rest des Wassers geräuschlos aus den aufgebohrten Fischleibern rinnen lassen. Für nur kurze Zeit kehrt Ruhe ein, bevor die Pumpen anspringen und die Fische wieder zu Wasserspeiern werden. Der Fisch als ikonografische Größe taucht in Naumans Werk bereits in der Arbeit „Fishing for an Asian Carp“ aus dem Jahr 1966 auf. Die in „One Hundred Fish Fountain“ dargestellten Frischwasserfische, wie z. B. Lachs, Felchen, Barsch und Wels sind allesamt Fische, die Nauman während langer Angelausflüge mit seinem Vater an den Michigan See geangelt hat, womit das Biografische auch in diese Arbeit Einzug erhält und mit den Aspekten von Verführerischem und Abstoßendem zu einer Ikone des Naumanschen Bild- und Denkuniversums verschmilzt.