Ein Flanierbuch durch ein Kleinod niedersächsischer Fachwerkarchitektur - Mit fotografischen Kunstwerken und Reproduktionen historischer Postkarten nebst einem nützlichen Stadtplan
Ein Flanierbuch durch ein Kleinod niedersächsischer Fachwerkarchitektur. Mit 65 fotografischen Kunstwerken und 11 Reproduktionen historischer Postkarten nebst einem nützlichen Stadtplan. Mit einer Einführung von Prof. Hans Georg Näder, einem bebilderten Essay zum Duderstädter Fachwerk und einem Werkindex mit Anekdoten zu 52 der von Götz Diergarten fotografierten Häuser von Maria Hauff.
Der vorliegende Band zeigt Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden im Werk von Götz Diergarten. Zum einen sind es Bilder aus dem Fotoprojekt METROpolis, das Diergarten seit 2007 beschäftigt und ihn in die Metropolen der Welt führt, nach London, Wien, Berlin oder Prag, um nur einige zu nennen. Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Diergarten zeigt die Stationen unter Tage, menschenleer im immer gleichen künstlichen Licht. Das unterscheidet sie grundlegend von Werkgruppen wie den 1994 begonnenen Dienstleistungsläden mit Ansichten von alltäglichen Geschäften wie Metzgereien, Schneidereien und Sparkassen oder dem 2010/2011 entstandenen Werk über den Krakauer Stadtteil Nowa Huta. Der Titel ›Back to the Roots‹ bezieht sich auf frühere überwiegend in der Pfalz, der Heimatregion Götz Diergartens, entstandene Arbeiten. Götz Diergarten, Schüler von Bernd Becher, arbeitet wie sein Lehrer überwiegend in Bilderserien, die uns täglich umgebende, unscheinbare Dinge wieder neu in unser Blickfeld rücken und damit unsere Wahrnehmung sensibilisieren. Sein fotografisches Anliegen formuliert er in einem Interview so: ›Der Betrachter soll im Banalen Bilder entdecken.‹2010 wurde Götz Diergarten vom Bezirksverband Pfalz mit dem Pfalzpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet.
Nowa Huta, das in den 1950er Jahren als Arbeiterstadt in unmittelbarer Nähe eines Stahlwerkes gegründet wurde, ist heute ein Stadtteil von Krakau. Es gilt als einzigartiges urbanes sozialrealistisches Ensemble, ein zu Zeiten des Kommunismus Wirklichkeit gewordenes soziales Experiment und ist mittlerweile eine postkommunistische Touristenattraktion. Das Goethe-Institut Krakau lud Götz Diergarten, anläßlich des Jubiläums der 20-jährigen Städtepartnerschaft mit Frankfurt am Main und dem deutsch-polnischen Festival moderner Nachbarschaft ein, an einer Künstlerresidenz teilzunehmen, in deren Rahmen diese Arbeiten entstanden. Götz Diergarten, Schüler von Bernd Becher, ist bekannt für seinen dokumentarisch-beschreibenden Stil. In seinen Typologien geht es ihm um das Individuelle im vermeintlich Uniformen. Seine fotografische Ästhetik der Details und überraschender Symmetrien schafft neue Sichtweisen auf das vermeintlich Bekannte.›Ich beschränke mich überwiegend auf Motive an denen man achtlos vorübergeht, die aber, einmal als Bild wahrgenommen, dazu beitragen können, Nowa Huta mit anderen Augen zu sehen und das Image der ››Stadt in der Stadt‹‹ aufzubrechen.‹ Götz Diergarten