Die Geschichte beleuchtet das Leben von Berta, einem Verdingkind, das 1884 im Kanton Aargau geboren wurde. Schon in der frühen Kindheit wurde sie von ihren Geschwistern getrennt und verdingt. Ihre Lebensumstände führten sie später als Dienstmädchen an verschiedene Orte im Kanton Zürich. Berta heiratete einen Deutschen, der im Ersten Weltkrieg einberufen wurde, was ihr Leben stark beeinflusste. Während bisherige Forschungen zu Verdingkindern oft den Fokus auf Jungen legten, wird hier die Perspektive eines Mädchens in den Vordergrund gerückt. Angesichts aktueller Migrationsströme und Kriege bleibt das Thema der Ausbeutung von Kindern von großer Relevanz. Historikerin Mirjam Janett ergänzt die Erzählung mit Erklärungen zu den Lebensbedingungen in Bertas Kindheit und Jugend und bietet einen Bezug zur Gegenwart. Eine umfangreiche Literaturliste zu den behandelten Themen sowie Illustrationen von Béatrice Gysin und Texte von Bettina Wohlfender und Dr. Janett runden das Werk ab. Béatrice Gysin möchte mit diesem Lebensalltags-Kunstwerk Bertas Geschichte und den oft übersehenen Erfahrungen von Frauen sichtbar machen, während sie den Humor und die Resilienz ihrer Großmutter würdigt.
Be atrice Gysin Reihenfolge der Bücher




- 2023
- 2016
„Es könnte sein: Stufen, Schatten, Schichten. Abgelagerte Zeit.// Und immer wieder: die vagen Ränder.“ So nähert sich die Autorin und bildende Künstlerin Bettina Wohlfender den Zeichnungen von Béatrice Gysin. Die in Biel lebende, 1947 in Zürich geborene Béatrice Gysin sucht in ihren Arbeiten keine Sicherheiten. Es ist etwas Tastendes und Prüfendes um ihre Werke, die mal abstrakt, mal gegenständlich sein können. So als ob sie an den Grenzen des Sichtbaren nach einer anderen Wirklichkeit forscht, zugleich aber bereit ist, das, was sie festhält, wieder zu verwerfen. Man muss an Zellhaufen denken – amorphe, wolkige Gebilde, die immer schon etwas Anderes in sich tragen, ohne es unbedingt offenbaren zu müssen. Béatrice Gysin arbeitet mit Farb-, Bleistift und Bleistiftstaub, sie zeichnet und widmet sich der Druckgrafik, unter anderem der Heliogravüre. Wie sie ihre Arbeiten präsentiert, sei es in Serien, auf Tischen oder übereinandergeschichtet, ist Teil der Zeichnung. Alles ist eine Frage der Wahrnehmung. In den gegenständlichen Arbeiten spiegeln sich Eindrücke von Museumsbesuchen wider: fragmentierte Gesichter, Hände oder Kopfputz. In ihnen findet Béatrice Gysin Ikonografisches, Gesten aus der Vergangenheit, kurz: vage Ränder vor.
- 2010
Wozu zeichnen? Und wozu zeichnen mit der Hand? Was steckt hinter dieser Tätigkeit, worin liegt ihr Sinn? In einer Zeit der inflatorischen Bilderflut, der pausenlosen visuellen Aufregung und Ablenkung im öffentlichen und im privaten Raum mag diese Frage seltsam anmuten. Wozu noch diese einfache Sinnestätigkeit, wenn wir doch heute über Arbeitswerkzeuge verfügen, die Effizienz fördern, die es erlauben, in kurzer Zeit Varianten zum unmittelbaren Vergleich zu generieren, Werkzeuge, die ein überraschendes Experimentierfeld elektronisch erzeugter Bilder ermöglichen? Was bewegt Kinder, Jugendliche, Erwachsene dazu, mit Leidenschaft zu zeichnen, die zeichnerische Tätigkeit gar ins Zentrum des Berufsalltags zu stellen? Was macht die materialisierte Geste durch die Hand so kostbar? Wozu zeichnen? ist ein Buch zum Lesen, zum Schauen und zeichnerisch Reflektieren.
- 2008