Himmelskörper ist eines der wenigen nicht-fiktionalen Bücher von Anna Maria Ortese. Es versammelt zwei Versionen eines nie gehaltenen Vortrags und drei imaginierte Interviews, deren Fragen und Antworten fast vollständig von der Autorin selbst verfasst wurden. Sie erzählt darin von ihrem Jahrhundert, ihrem Land, ihrer Literatur und ihrem Leben – »ein hässliches Leben«, wie sie freimütig zugibt. Denn nach ihrer von Armut und Krieg geprägten Kindheit musste sie sich in einem Italien durchschlagen, dessen unbarmherzigen Kapitalismus sie anklagt, und in einer intellektuellen Welt, von der sie ihr fantastischer Sinn für die Realität immer mehr entfremdete. Die hochpoetischen Texte offenbaren die große Sensibilität einer modernen und engagierten Frau: Von der Gesellschaft bis zur Gewalt, von der Politik bis zur Wirtschaft entgeht nichts ihrem klaren Blick, der uns eine andere Sicht auf die Welt vorschlägt – denn allzu oft vergessen wir beim Betrachten des Firmaments, dass auch die Erde ein Himmelskörper ist … und alles auf ihr himmlische Materie. 1997 veröffentlicht, ist Himmelskörper Anna Maria Orteses letztes Buch, ihr literarisches und spirituelles Vermächtnis. Die Erde zu ehren und den himmlischen Funken eines jeden Lebewesens zu bewahren – das war ihr letzter Wille, dessen Erfüllung heute so wichtig ist wie nie.
Anna Maria Ortese Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Anna Maria Orteses Schriften tauchen tief in die menschliche Erfahrung ein und verweben Traumwelten, Realität und das Unheimliche. Als Verfechterin des magischen Realismus fängt ihr unverwechselbarer Stil das komplexe Geflecht der Einsamkeit und die komplizierten Verbindungen zwischen Individuen und ihrer Welt ein. Ihr Werk, das als bedeutende italienische Literatur des 20. Jahrhunderts gefeiert wird, ist bekannt für seine poetische Schönheit und seinen durchdringenden Einblick.







Die dreizehnjährige Damasa und ihre Geschwister leben in einem heruntergekommenen Haus im düsteren Hafenviertel von Toledo. Ihre vermeintliche Teilnahmslosigkeit verschleiert die glühende und rebellische Natur des Mädchens, das mit zehn Jahren den Schulunterricht ablehnt, sich von der Kirche abwendet und nach dem tragischen Tod seines Bruders auf See Rettung in der Literatur findet. Die dunklen Schriften Damasas, in denen sie versucht, die flüchtigen Visionen ihres Geistes festzuhalten, ziehen uns in eine fesselnde Welt des Unsichtbaren und der Träume, eine »zweite, unwirkliche Realität«. Aus dem Geheimnis dieser wundersam lyrischen Seiten entspringt ein Alltag voller Armut und Entbehrungen, während sich am Himmel das Schreckensgespenst des Krieges abzeichnet. In Der Hafen von Toledo webt Anna Maria Ortese eine eindringlich dichte, traumwandlerische Atmosphäre, die den Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis macht. 1975 erstmals veröffentlicht, ist das rätselhafte und von einer geheimnisvollen Schönheit erfüllte Buch heute ein Klassiker der modernen Literatur – ein Meisterwerk, das es auch hierzulande unbedingt zu entdecken gilt.
Alonso e i visionari
- 246 Seiten
- 9 Lesestunden
Alonso è un piccolo puma dell’Arizona. I «visionari» sono gli esseri che, via via, hanno la ventura di incontrarlo: un illustre professore italiano, ispiratore di terroristi e di altri «uomini del lutto»; i suoi figli, uno dei quali votato a una leggendaria clandestinità; un professore americano, che ha la terribile debolezza di voler capire e compatire. Tutti accomunati, nella loro funesta lucidità, da una sorta di pazzia che è come un «buco nella intelligenza, nell’azzurro, dal quale entrano il freddo e la cecità degli spazi stellari». La storia che li lega è un groviglio sconcertante – una «vera storia italiana», osserva sobriamente la narratrice e testimone. Ma il suo fondo è fatto «di silenzio e prodigio»: là dove vediamo apparire e scomparire le tracce del puma, oggetto di un odio irragionevole e di una persecuzione «da una petraia all’altra» o di un amore inerme. La vicenda procede scandita da rivelazioni che ogni volta sembrano elidere le precedenti e introdurre nuove spiegazioni, fra poliziesche e metafisiche, finché sempre più appare chiaro che in questa «tremenda storia di assassini, di visionari e di complici» il delitto da chiarire non è quello di una certa notte in una casa vicino a Prato, ma quell’incessante e incombente «sgarbo agli dèi» da cui ogni altro delitto discende, quel «peccato molto comune agli uomini, ma il più grave di tutti i peccati: il disconoscimento dello Spirito del mondo».
Neapel liegt nicht am Meer
- 231 Seiten
- 9 Lesestunden
»Was Neapel angeht, so fühle ich mich heute vor allem angezogen von Ortese. Wenn es mir gelänge, noch von dieser Stadt zu schreiben, würde ich versuchen, die Richtung zu erforschen, die sie gezeigt hat«, schrieb Elena Ferrante und ermöglichte damit die Entdeckung von Anna Maria Orteses brillanten Erzählungen und literarischen Reportagen aus dem Neapel der Nachkriegsjahre. Mit großer erzählerischer Kraft und menschlicher Wärme fängt Ortese jenen armen Teil der Stadt ein, »der nicht am Meer liegt«.
Stazione Centrale und andere Mailänder Geschichten
- 99 Seiten
- 4 Lesestunden
Diese Geschichten, allesamt in Mailand angesiedelt, sind eine Liebeserklärung der Autorin an eine Stadt, die zu den verkanntesten ganz Italiens gehört. Anna Maria Ortese erzählt vom Zentralbahnhof mit den verschiedensten Menschen ebenso wie von noblen Palästen und tristen Vorstadtvierteln. Sie beobachtet Sommerfrischler, eine alternde Prostituierte, eine junge Serviererin und zeigt in ihren Erzählungen Licht- und Schattenseiten einer Stadt und damit auch des Lebens.
Neapel, der Vesuv, die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts: Vor der märchenhaft phantastischen Kulisse des süditalienischen Rokoko entwickelt sich die Geschichte einer verwunschenen und verbotenen Liebe als Parabel über die Umkehrbarkeit von Wirklichkeit und Traum und die Macht der Gefühle. »Ein wundersamer Hybride aus Witz und MelancholiE:« NEUE ZÜRCHER ZEITUNG
In ihrer anmutigen poetischen Phantasie auf der Grenze zwischen Realität und Traum erzählt die italienische Autorin Anna Maria Ortese von dem fabelhaften Tier-Mädchen Iguana, an dessen Existenz sich der Schrecken der Welt erweist. Denn gewiß ist Iguana ein Sinnbild der unterdrückten Kreatur, der Natur an sich, die vom Menschen aufgegeben und der die Seele abgesprochen wurde.

