Clemens Gütl Bücher




Hermann Junker
- 231 Seiten
- 9 Lesestunden
Am 29. November 2017 jährt sich der Geburtstag von Hermann Junker zum 140. Mal. Sein wissenschaftliches Interesse erstreckte sich von altorientalischen Sprachen über Philologie bis hin zur Archäologie, die sein berufliches Leben prägte. Von 1909 bis 1939 führte er Feldforschungen in Ägypten durch, die ihm einen internationalen Ruf in der Ägyptologie einbrachten, insbesondere durch erfolgreiche Grabungen am Westfriedhof der Cheops-Pyramide. Die bedeutendsten Objekte des Alten Reiches in der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien sind größtenteils Junkers Sammlungstätigkeit zu verdanken. 1923 setzte er sich für die Gründung eines eigenen Instituts in Österreich ein, wobei historische Gründe zur Verknüpfung von Ägyptologie und Afrikanistik an der Universität Wien führten. In einem Sammelband widmen sich Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Disziplinen den vergessenen Aspekten von Junkers Biografie. Durch umfangreiche Recherchen in Archiven und Bibliotheken wurden unveröffentlichte Quellen und Sekundärliteratur ausgewertet. Junker wird nicht nur als Ägyptologe, sondern auch als Afrikanist, katholischer Priester und politischer Protagonist sichtbar. Besondere Aufmerksamkeit gilt seiner Zeit im Nationalsozialismus. Die Texte beleuchten die Geschichte der Ägyptologie und Afrikanistik in Österreich und fügen sich in eine Reihe von rekonstruktiven und reflexiven Publikationen zur deutschsprachigen Ä
Das "Heilige Land Tirol" und der Rest der Welt
- 72 Seiten
- 3 Lesestunden
Zweihundert Jahre nach dem Tod des Tiroler „Volkshelden“ Andreas Hofer fanden 2009 in Tirol zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt, die von verschiedenen Vereinen und Privatpersonen in Dölsach organisiert wurden. Dazu gehörten eine mehrtägige Lesung aus dem Alten Testament, die „Installation Leichenfeld“, die Errichtung des „Tiroler Feueradlers“ in den Lienzer Dolomiten sowie öffentliche Vorführungen von Videoportraits älterer Dorfbewohner, die ihr Wissen für die Zukunft festhielten. Solche Erinnerungsjahre dienen oft der Reproduktion von Mythen und der Besinnung auf „traditionelle“ Werte, die in Bezug auf Personen wie Andreas Hofer und das „heilige Tiroler Volk“ stehen. Diese Veranstaltungen fördern das Wir-Gefühl, das sich im Spruch „Pisch a Tiroulr, pisch a Mentsch!“ ausdrückt. Eine wissenschaftliche Tagung widmete sich der kritischen Auseinandersetzung mit Fragen zur Tiroler Identität und Kulturtransfer. Die Vorträge, die am 21. Juni 2009 gehalten wurden, sind nun in diesem Sammelband dokumentiert.