Nachtzug nach Lissabon (Ueberreuter Grossdruck)
- 662 Seiten
- 24 Lesestunden
Raimund Gregorius, liebevoll "Mundus" genannt, ist ein Lateinlehrer an einem Berner Gymnasium, der aus dem Gleichgewicht geraten ist. An einem regnerischen Morgen sieht er eine Frau auf einer Brücke, die einen Brief zerknüllt und möglicherweise springen will. Er eilt ihr zur Hilfe, doch sie antwortet nur mit "Português" und kritzelt ihm eine Telefonnummer auf die Stirn, bevor sie verschwindet. Diese Begegnung löst in Gregorius eine tiefgreifende Veränderung aus. Er flieht aus seinem gewohnten Leben, inspiriert von den Worten des portugiesischen Arztes und Poeten Amadeu de Prado: "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist -- was geschieht mit dem Rest?" Diese Fragen führen ihn auf eine Reise nach Portugal, wo er die Gedankenwelt des Arztes und Widerstandskämpfers gegen das Salazar-Regime erkundet. Gregorius wird mit existenziellen Fragen konfrontiert, die ihn tief berühren und ihn in die Grenzregionen seiner Persönlichkeit führen. Der Roman, der mit den philosophischen Überlegungen de Prados spielt, wird mit Werken von Nabokov, Kafka und Umberto Eco verglichen. Mercier schafft eine betörende, melancholische Erzählung, die den Leser auf eine herausfordernde Rückfahrt vorbereitet.










