Die Obere Hauptgasse in Thun zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Straßenprofil aus, das von hervorspringenden unteren Geschossen, Hochtrottoirs und Lauben geprägt ist. Diese zweigeschossige Ladenzeile wirft Fragen zu den Ursachen ihres spezifischen Charakters auf, die bislang nicht ausreichend untersucht wurden. Ob es sich um ein städtebauliches Kuriosum oder einen Typus handelt, bleibt unklar. Die Entstehung der Hochtrottoirs könnte auf frühe Elemente, spätere Entwicklungen oder gezielte Planungen zurückzuführen sein. Aufgrund unvollständiger Baubefunde und lückenhafter Quellenlage ist die Entstehungsgeschichte bislang nicht eindeutig nachvollziehbar. Es gibt Hinweise auf eine mögliche Steigungskorrektur der Gasse, jedoch fehlen gesicherte Belege. Der Zeitraum für die Entstehung des Hochtrottoirs wird vage auf das 16./17. Jahrhundert datiert. Die komplexen Ursachen und Entscheidungen führten zum heutigen Erscheinungsbild. Um die Thuner Erkenntnisse zu überprüfen, werden umliegende Städte wie Erlach, Burgdorf und Bern anhand von Kriterien wie Topografie, Verkehr, Stadtentwicklung und Nutzungsgeschichte analysiert. Der Vergleich soll dabei helfen, die entscheidenden Faktoren für die Entstehung der Hochlauben und Hochtrottoirs zu identifizieren und den Entstehungszeitraum präziser zu bestimmen.
Ulrike Schröer Bücher



Frauen leben im Neubühl
Vom Wohnen in einer Ikone
,,Wohnen wie in den Ferien", so wurde die Werkbundsiedlung Neubühl in Zürich zur Erstvermietung 1932 angepriesen. Noch heute ist sie mit ihren gut geplanten Außenräumen, Erschließungen und ihren kompakten rationalen Grundrissen eine bedeutende Zeitzeugin des Neuen Bauens in der Schweiz. Bei den Bewohner*innen ist sie so beliebt, dass viele von ihnen fast ihr ganzes Leben dort verbringen. Dies ist nur deshalb möglich, weil verschiedene Wohnungstypen - vom kleinen Studio bis zum Sechs-Zimmer-Reihenhaus - geschickt in die Siedlung integriert wurden. In ihrem Buch versammeln die Herausgeberinnen Beiträge zu Geschichte, Typologie und Bedeutung der Siedlung und beleuchten mit Porträts der Bewohnerinnen die zeitgenössischen Lebenswelten von in der Siedlung lebenden Frauen. Mit einem Beitrag von Nina Hüppi Frauen als Nutzerinnen und Akteurinnen in der Architektur der Moderne Interviews mit Zeitzeuginnen als Forschungs- und didaktische Methode Thematisiert Diskrepanz zwischen male construction und female use
,,Wohnen wie in den Ferien", so wurde die Werkbundsiedlung Neubühl in Zürich zur Erstvermietung 1932 angepriesen. Noch heute ist sie mit ihren gut geplanten Außenräumen, Erschließungen und ihren kompakten rationalen Grundrissen eine bedeutende Zeitzeugin des Neuen Bauens in der Schweiz. Bei den Bewohner*innen ist sie so beliebt, dass viele von ihnen fast ihr ganzes Leben dort verbringen. Dies ist nur deshalb möglich, weil verschiedene Wohnungstypen - vom kleinen Studio bis zum Sechs-Zimmer-Reihenhaus - geschickt in die Siedlung integriert wurden. In ihrem Buch versammeln die Herausgeberinnen Beiträge zu Geschichte, Typologie und Bedeutung der Siedlung und beleuchten mit Porträts der Bewohnerinnen die zeitgenössischen Lebenswelten von in der Siedlung lebenden Frauen. Mit einem Beitrag von Nina Hüppi Frauen als Nutzerinnen und Akteurinnen in der Architektur der Moderne Interviews mit Zeitzeuginnen als Forschungs- und didaktische Methode Thematisiert Diskrepanz zwischen male construction und female use