Die Gruppe „The Brights“ bekennt sich stolz zum Atheismus und bekämpft das Übernatürliche. Richard Dawkins, bekannt durch „Der Gotteswahn“, nutzt teils schwache Argumente gegen Religion. Der Text kritisiert, dass ein säkularisiertes, religiös unsensibles Leben unmenschlich wäre und vergleicht Dawkins’ Gott mit einem gnostischen Teufelsgott.
Die Moral der Abwendung ist entscheidend für unsere Lebenskunst, doch oft sind Menschen durch ihre Umstände gefangen. Beziehungen sollten so gestaltet sein, dass ein innerliches und äußerliches Weggehen möglich ist, um Freiheit und Selbstbestimmung zu fördern.
"Der Philosoph Peter Strasser, der sich keiner philosophischen Schule zugehörig fühlt, hat in einer klirrenden Welt toter Rationalität keine Angst davor, sich dem als mythisch und irrational Verfemten zuzuwenden. In diesem Sinn ist sein neues umfangreiches Werk eine erfahrungsgesättigte Meditation über das Leben - ein Leben, das ohne Ende aber nicht zu denken wäre. Wobei Ende sowohl das Ende der Epoche meint als auch des individuellen Lebens.Trotzdem ist Eine Hölle voller Wunder weit davon entfernt, in die üblichen Klagen über all das, was verlorenging und noch verloren gehen wird, einzustimmen, vielmehr orientiert sich Strassers spätes Philosophieren an einer Poesie der Dämmerung, in der die Konturen der Dinge an trügerischer Schärfe verlieren.Unterm Flügelschlag des göttlichen Dämmertieres, der Eule der Minerva, umspielt jene Poesie das unerreichbar Nahe: die Welt als Heimat aller Geschöpfe, als Ort des ewigen Friedens, worin noch das Böse vom Bösen erlöst wäre. Spätes Philosophieren kultiviert diesen Traum, er gilt ihr als das Realste.Eine Hölle voller Wunder ist in zwei große Teile gegliedert: Während der erste Teil, „Die Welt ist nicht genug", wie eine klassisch philosophische Erörterung auftritt, vollzieht der zweite Teil, „Die Götter sind nicht genug", die Wende zu einem stark persönlich orientierten, ins Literarische ausgreifenden Erzählen"--Page 2 of cover
Der Songwriter Leonard Cohen sang There is a crack in everything, that's how the light gets in. Wahrend die Aufklarung auf die Lichtstrahlen des Geistes setzte, die in die Dinge eindringen, setzt Spiritualitat auf das Licht, das uns aus den Dingen entgegenstrahlt. Dadurch, dass die Dinge derart transparent werden, entsteht in uns eine Ahnung des Ewigen, Zeit losen - des Gottlichen. Solcherart erganzen Innerweltlichkeit und Transzendenz einander im Medium des Geistes, wie Peter Strasser in diesem Buch zeigt.
Strasser unternimmt es, den Zusammenhang zwischen Glück und Lebendigkeit zu erkunden. Seine These lautet: Glück ist das Gefühl, lebendig zu sein. Und er spürt den Wurzeln dieses Gefühls in einer Kultur der Schöpfung nach, die seit jeher darauf vertraut, dass alles, was ist, auch lebt – auch die Schneeflocke, die auf deiner Hand zerschmilzt. Nein, wir haben das Glück nicht erfunden, wir haben es demokratisiert. »Das größte Glück für die größte Zahl«, lautet die Devise seit den Tagen des Utilitarismus. Heute sollen jene unter uns, die tüchtig etwas leisten, das Recht haben, glücklich zu sein. Wir leben im Zeitalter des Hedonismus. Wir haben keine Utopien mehr, denn unser Utopia kommt aus der Hotellerie: Wohlfühlkultur. Seltsam nur, dass seit Nietzsches »letztem Menschen« die Klage nicht verstummt: Aus unserer Kultur habe sich das Leben zurückgezogen. Unser Spaß, unsere Wellness, unser Glück seien leblos. Krieg sei besser als ein gewöhnlicher Montagmorgen, an dem der Friede wieder eine Woche lang von Neuem beginnt. Woher kommt die Misere des leblosen Glücks?
Die Welt als Schöpfung zu betrachten, heisst, sie in all ihrer Schönheit, ihrem Schrecken und ihrer Banalität als etwas zuinnerst Lebendiges - Durchgeistigtes - "anzuschauen". Heisst dies aber nicht, so die reflexartige Frage, hinter den Sand des heutigen Wissens zurückzufallen? Nein, das heisst es nicht! Kein Mensch, der sein In-der-Welt-Sein wachen Sinnes erlebt, kann das Geheimnis der eigenen Existenz im aktuellen Standardmodell des Wissens, vom Urknall bis zum Genom, wiederfinden. Die Tatsachen des Bewusstseins bleiben diesem Modell fremd. Wir werden zu Gefangenen unserer Hirnhöhle; und was immer der Reduktion auf Lebloses, "Materielles", widersteht, wird zu blossem Schein. Wollen wir uns nicht selbst verlieren, dann ist es Zeit für eine Weltbetrachtung gegen den Zeitgeist. Um der Hirnhöhlengefangenschaft zu entgehen und unser Wesen jenseits szientifischer Verengung zu wahren, bedarf es einer stillen Subversion: Es bedarf, ungeachtet allen neoreligiösen Getümmels, einer Anschauung der Dinge, wonach sich Geistiges als schöpferische Macht entfaltet.