Das bekannteste Drama der thailändischen Literatur ist ein Versepos, das auf volkstümlichen Überlieferungen basiert. Es erzählt die Dreiecksgeschichte von Khun Chang, Khun Phaen und Wanthong über 50 Jahre, geprägt von Kriegen, Entführungen und Gerichtsverfahren. Die 1917/18 von Prinz Damrong Rajanubhab zusammengestellte Fassung bietet eine vielfältige Mischung aus Liebe, Gewalt und Komik.
Peter M. Hirsekorn Reihenfolge der Bücher



- 2023
- 2020
Die drei Welten nach König Ruang
Eine siamesische Kosmologie aus dem 14. Jahrhundert
- 480 Seiten
- 17 Lesestunden
Um das Jahr 1345 vollendete der designierte Thronfolger Phaya Li Thai, späterer Herrscher des Reiches von Sukhothai, die buddhistische Kosmologie Traibhumikatha, auch bekannt als Trai Phum Phra Ruang. Dieses Werk zählt zu den ältesten überlieferten Schriften der thailändischen Literatur und stellt eine zentrale Darstellung des Thevada Buddhismus dar. Die primäre Absicht des Autors war es, das komplexe Dharma den Laien in verständlicher und unterhaltsamer Form näherzubringen. Historisch ist das Werk mit Martin Luthers theologischer und literarischer Leistung vergleichbar, da Phaya Li Thai die volksnahe Promotion des Pali-Kanon für notwendig hielt, um den Niedergang des Buddhismus zu verhindern. Die Relevanz der Drei Welten zeigt sich bis heute im spirituellen Bewusstsein der Thailänder und beeinflusst deren literarische sowie künstlerische Entwicklung sowie den sozialen Verhaltenskodex. Somit zählt dieses fast 700 Jahre alte Werk nicht nur aus spirituell-philosophischer Sicht, sondern auch historisch und anthropologisch zu den bedeutendsten Schriften in thailändischer Sprache. Es liegt hier erstmals in deutscher Sprache vor.
- 2020
Der Faulpelz und die sieben Töchter Indras
Sagen, Mythen und Legenden aus dem alten Siam
- 296 Seiten
- 11 Lesestunden
Die Tradition des Geschichtenerzählens in Südostasien, insbesondere in Thailand, hat tief verwurzelte kulturelle und moralische Einflüsse. Vor etwa 1500 Jahren brachten indische Kaufleute Geschichten von Göttern und Geistern mit, die sich mit der einheimischen Folklore vermischten. Geschichtenerzähler waren in Dörfern hoch angesehen und transportierten die Menschen in eine Welt der Fantasie, bevor moderne Medien aufkamen. Diese Erzählungen, die mündlich überliefert wurden, reflektieren universelle Themen wie den Kampf zwischen Gut und Böse sowie die Unberechenbarkeit der menschlichen Natur.