Eintauchen in die Kunst bedeutet die Auflösung von Grenzen zwischen dem Kunstwerk und seinen Rezipient*innen: eine Beziehung, die zumeist unter der aquatischen Metapher der Immersion gefasst wird. Begleitend zu einer Ausstellung, die im Museum unter Tage und Situation Kunst in Bochum neue und historische, temporäre und permanente immersiv angelegte Werke der Gegenwartskunst zusammenbringt, fragt dieser Katalog aus kunst- und ausstellungshistorischer sowie aus medienwissenschaftlicher Warte nach dem kritischen Potenzial einer künstlerischen Auseinandersetzung mit künstlichen Atmosphären, augmentierten und virtuellen Realitäten. Umfasst das Eintauchen die geistige Aktivierung und mithin das Wiederauftauchen, kann es zugleich auch unseren Umgang mit gesellschaftlichen Umgebungen neu perspektivieren.
Maria Bremer Bücher


Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna
- 122 Seiten
- 5 Lesestunden
»Der Unterschied von einem Mensch und einem Engel ist ganz einfach. Das meiste von einem Engel ist innen, und das meiste von einem Mensch ist außen«. Diese Erkenntnis stammt von Anna, die zu den Engeln gehört. In ihren drei Lebensjahren zwischen fünf und acht strahlt sie Fröhlichkeit und Weisheit aus, die aus ihr selbst und von Mister Gott kommen, zu dem sie einen direkten Draht hat. Nichts ist ihr fremd; sie versteht Erstaunliches von Theologie, Mathematik, Physik, Philosophie, Dichtkunst und Gärtnerei und entdeckt, dass Einstein sich geirrt haben muss. Vor allem kennt sie mit fünf den Sinn des Lebens und weiß, was Liebe ist. Der 19-jährige Fynn findet sie als verletztes Kind in den Londoner Docks und nimmt sie mit nach Hause. Drei Jahre leben sie in vollkommenem Glück, während Anna Fynn die Essenz von Gott, der Welt, Menschen und Liebe erklärt. Ihre Gedanken sind keine kindlichen Äußerungen, sondern Ausdruck einer eigenen Qualität kindlicher Genialität und Poesie, vergleichbar mit dem »Kleinen Prinzen«. Als sie mit acht Jahren bei einem Sturz stirbt, erscheint ihr Tod als sinnvolle Vollendung. »Wetten, dass mich Mister Gott dafür in sein Himmel reinlässt?« Doch Fynn wettet nicht, weil er weiß, dass Anna, wie immer, recht hat.