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Carlo Wolfisberg

    Heilpädagogik und Eugenik
    • 2002

      Heilpädagogik und Eugenik

      • 480 Seiten
      • 17 Lesestunden

      Aktuelle Forschungen zeigen, dass eugenische Theorien und Praktiken in der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren, wobei die Schweiz in bestimmten Aspekten eine Vorreiterrolle einnahm. Der Fokus lag vor allem auf der Psychiatrie, während das Verhältnis zwischen Heilpädagogik und Eugenik bislang unerforscht blieb. Die Heilpädagogik beanspruchte die Verantwortung für viele Menschen, die aus eugenischer Sicht als 'erbkrank' und 'minderwertig' galten und Objekte eugenischer Maßnahmen waren. Der erste Teil des Buches skizziert die Geschichte der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz als Praxis, Profession und Disziplin von 1800 bis 1950. Im zweiten Teil wird die Auseinandersetzung der Heilpädagogik mit dem Eugenikdiskurs zwischen 1920 und 1950 behandelt, einer Zeit, in der die Professionalisierung und disziplinäre Etablierung der Heilpädagogik begann. Es zeigt sich ein ambivalenter Umgang mit eugenischen Prämissen, der von kritikloser Übernahme über strategische Nutzung bis hin zu kritischer Auseinandersetzung und totaler Ablehnung reicht. Zudem wird die Spannung zwischen Hilfe und Kontrolle sichtbar, die durch eugenische Gedanken verstärkt wurde. Die Untersuchung trägt somit differenziert zur aktuellen Forschungsdiskussion bei.

      Heilpädagogik und Eugenik