Gertrude Stein war eine amerikanische Schriftstellerin, die zum Katalysator für die Entwicklung moderner Kunst und Literatur wurde. Ihr Werk zeichnet sich durch einen innovativen Ansatz in Sprache und Form aus, der traditionelle Erzählmethoden in Frage stellte. Stein war bekannt für ihr aktives Engagement in der avantgardistischen Kunstszene, wo sie mit ihren Ideen und ihrer Unterstützung eine ganze Generation von Schöpfern beeinflusste. Ihr einzigartiger Stil und ihre Schreibphilosophie machen sie zu einer Schlüsselfigur der literarischen Moderne.
Ein neues Lesebuch von Robert Bartlett Haas bietet einen umfassenden Überblick über Gertrude Steins literarische Interessen und Stile, von ihren frühen Texten 1903 bis zu ihren letzten Schriften 1946. Dies ist die erste solche Sammlung auf Deutsch.
Gertrude Steins Bücher lesen heißt: sich einlassen auf Irritationen, auf schwankenden Boden und mitunter befremdlichen Spaß. Mit einzelnen Sätzen oder Passagen bietet sich Leserinnen und Lesern ein lohnender und einfacher Einstieg, um die unverwechselbar originelle, mutige und menschenfreundliche Dichterin im Wesen zu begreifen. Diese Aufgabe hat sich die Sammlung Für Minuten gestellt mit einer Auswahl von Kernsätzen, die mitten ins Spannungsfeld der großen Künstlerin und Lebenskünstlerin führen.
"Schriftsteller haben zwei Länder, eines, wohin sie gehören, und eines, in dem sie wirklich leben ., um darin frei zu sein." Paris Frankreich ist eine beredte Liebeserklärung der Amerikanerin Gertrude Stein (1874-1946) an Paris, die Stadt ihrer Wahl, die "denjenigen von uns entsprach die die Kunst und Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts schaffen sollten", und an das Land insgesamt. Sie beschäftigt sich mit der Hauptstadt ebenso wie mit dem ganzen Land - sowie mit ihren Befürchtungen angesichts des heraufziehenden Kriegs. Paris, France wurde an dem Tag veröffentlicht, als Paris vor den Deutschen kapitulierte, was Gertrude Steins leidenschaftlich vertretenem Selbstbetrug, der sie hatte behaupten lassen, einen (zweiten) Weltkrieg werde es nicht geben, den Garaus machte.
Sie brachte Gertrude Stein im Alter von fast sechzig Jahren zwar endlich den ersehnten Erfolg als Autorin, trug ihr aber zugleich die Feindschaft vieler ihrer früheren Freunde ein: die Autobiographie von Alice B. Toklas. Das amüsanteste 'Who is who' der Pariser Boheme in einer Neuausgabe.