Božena Němcová Bücher
Božena Němcová gilt als Begründerin der modernen tschechischen Prosa. Ihre Werke tauchen tief in das Herz der tschechischen Landschaft und das Leben einfacher Menschen ein und fangen ihre Freuden und Leiden mit tiefem Verständnis und Empathie ein. Durch ihre realistischen Beschreibungen und ihren scharfen psychologischen Einblick malte Němcová lebendige Porträts des tschechischen Lebens, die bis heute bei den Lesern Anklang finden. Ihre Sprache ist reich und poetisch und doch zugänglich, was es ihr ermöglichte, Werke zu schaffen, die sowohl literarisch wertvoll als auch tief menschlich sind.







»Es war einmal vor langer Zeit, da lebte ein Mädchen, das von allen nur Aschenbrödel genannt wurde, denn es mußte in Asche und Ruß alle Arbeit im Haus verrichten.« Eine Liebesgeschichte in malerischer winterlicher Landschaft. Aschenbrödel und der Prinz sind längst ineinander verliebt, als der König noch eifrig auf Brautschau für seinen Sohn geht und die böse Stiefmutter meint, Aschenbrödel demütigen zu können. Dass die beiden zusammenfinden, liegt gewiss an den drei Zaubernüssen, den hilfreichen Täubchen und dem treuen Pferd Nikolaus, vor allem aber an Aschenbrödel, die sich ihr Glück erkämpft. Also ist es wohl ein Märchen und doch eine wahre Geschichte.
Gleich anderen europäischen Nationen erfreut sich auch das tschechische Volk eines seit Jahrhunderten liebevoll bewahrten Märchenschatzes. Manche dieser Märlein erscheinen uns fremd und exotisch, andere Motive tragen dagegen vertraute Züge. Es ist dem Sammlerfleiß von Božena Němcová (1820–1862) und Karel Jaromír Erben (1811–1870) zu danken, daß die einst nur mündlich überlieferten Geschichten zusammengetragen und für die Nachwelt aufgezeichnet wurden. Man wird an der Moldau kaum jemanden finden, dem nicht aus frühester Jugend Käthe und der Teufel, Der Feuervogel und der Feuerfuchs oder Die Prinzessin mit dem Goldstern auf der Stirn vertraut wären. So ist diese Auswahl geeignet, dem Leser deutscher Zunge ein wichtiges Stück Landeskultur nahezubringen, während die kleinen Zuhörer dem Bann jener Worte erliegen, die überall Kinderaugen zum Leuchten bringen: „Es war einmal …“
Nachw., bearb., zus.-gest. u. aus d. Tschech. v. Jarosch, Günther Ill. v. Hellgrewe, Jutta 1 Abb. 408 S. 3. A.
Die Grossmutter
- 400 Seiten
- 14 Lesestunden
Der Roman trägt starke autobiographische Züge. Im Mittelpunkt steht die gütige Babička, die zu einer national-romantischen Identifikationsfigur wurde. Erzählt wird das idyllische Landleben im Aupatal, im Babiččino údolí (Großmuttertal), mit dem Dorf und Schloss Ratibořice. Auch die Schlossherrin Wilhelmine von Sagan wird idealisierend als verständnisvolle Fürstin (paní kněžna) charakterisiert.



