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André Gorz

    9. Februar 1923 – 22. September 2007

    Dieser französische Sozialphilosoph und Journalist konzentrierte sich primär auf die Analyse der Arbeit und der Befreiung von ihr. Seine Werke, beeinflusst vom existentialistischen Marxismus und später von der politischen Ökologie, erforschen Themen wie soziale Entfremdung und gerechte Arbeitsverteilung. Er war ein wichtiger Theoretiker der Neuen Linken und beschäftigte sich mit Ideen wie einem bedingungslosen Grundeinkommen. Seine Schriften bieten tiefe Einblicke in die Beziehung zwischen Arbeit, Gesellschaft und individuellem Dasein.

    André Gorz
    Wissen, Wert und Kapital
    Abschied vom Proletariat
    Arbeit zwischen Misere und Utopie
    Kritik der ökonomischen Vernunft
    Der Verräter
    Auswege aus dem Kapitalismus
    • Auswege aus dem Kapitalismus

      Beiträge zur politischen Ökologie

      Die Texte zu diesem Buch - grundlegende Schriften zur politischen Ökologie - hat André Gorz kurz vor seinem Tod im September 2007 zusammengestellt. Er schrieb dazu: 'Dass bei der Arbeit Herrschaft über uns ausgeübt wird, wissen wir seit etwa 170 Jahren. Nicht aber dass das Gleiche für unsere Bedürfnisse und Wünsche, unsere Gedanken und unser Selbstbild genauso gilt. Durch die Kritik des Modells unserer Konsumgesellschaft bin ich zum Ökologen avant la lettre geworden. Mein Ausgangspunkt war ein Artikel, der 1954 in einer US- amerikanischen Zeitschrift erschien. Darin stand zu lesen, dass der Konsum in den kommenden acht Jahren mindestens um 50 Prozent wachsen müsse, damit die Produktionskapazitäten gewinnbringend ausgeschöpft werden könnten, dass aber die Leute gar nicht in der Lage seien, sich vorzustellen, worin denn diese 50 Prozent zusätzlichen Konsums bestehen sollten.'§§Kapitalismuskritik und politisch-ökologisches Denken ergänzen sich und bedingen sich gegenseitig, so die zentrale These von André Gorz. Und ein wirksamer Schutz der Umwelt ist ohne radikale Kritik des Kapitalismus nicht zu haben.

      Auswege aus dem Kapitalismus
      4,5
    • In seinem Brief an D. hatte André Gorz geschrieben: 'Ich habe die gründliche Erforschung, die ich mir vornahm, als ich Der Verräter schrieb, nicht wirklich geleistet. Es bleiben noch viele Dinge, die ich verstehen, klären muss.' Und dennoch geht das erste Buch, das Gorz – 1958 – auf Französisch veröffentlicht hat, schon sehr weit in der Selbsterforschung. Es ist unerbittlich und schonungslos in seiner Selbstentblößung und -kritik. Gorz erzählte in Er-Form sein bisheriges Leben, die Kindheit in Wien als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter, dann die Jahre als Gymnasiast und Student (und Flüchtling) in der Schweiz, wo er beschließt, Franzose zu werden, schließlich die Übersiedlung nach Paris. Das Außerordentliche an diesem Buch ist die Genauigkeit, mit der hier Zeitgeschichte, Theorieentwicklung und individuelle Erfahrung verknüpft werden. Gorz, Emigrant, Sozialtheoretiker, vielfältig involviert in die Auseinandersetzungen der europäischen Linken seit den 1930er-Jahren, hat mit Der Verräter viel mehr als die Autobiografie des jungen Mannes geschrieben. Es ist die Monografie eines Denk- und Lebenszusammenhangs. Der Essay 'Über das Altern', den der noch junge Gorz 1961/62 geschrieben hat, wird hier zum ersten Mal auf Deutsch publiziert.

      Der Verräter
      5,0
    • Arbeit zwischen Misere und Utopie

      • 207 Seiten
      • 8 Lesestunden

      Ulrich Beck ist ein international anerkannter Soziologe, dessen 1986 veröffentlichtes Buch über die Risikogesellschaft ein neues Zeitalter prägte und ihn über akademische Kreise hinaus bekannt machte. Zwei Jahrzehnte später erweiterte er seine Analyse in einem weiteren Werk, das sich mit der Suche nach Sicherheit in einer Welt voller Terrorismus, Klimakatastrophen und Finanzkrisen beschäftigt. Beck war von 1997 bis 2002 Herausgeber der Reihe Edition Zweite Moderne im Suhrkamp Verlag und von 1992 bis 2009 Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zudem leitete er von 1999 bis 2009 einen Sonderforschungsbereich zur Reflexiven Modernisierung, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2012 erhielt er eine Förderung des Europäischen Forschungsrats für ein Projekt über Methodologischen Kosmopolitismus im Kontext des Klimawandels. Für seine Verdienste wurde er beim Weltkongress für Soziologie 2014 mit dem Lifetime Achievement Award der International Sociological Association ausgezeichnet. Beck wurde am 15. Mai 1944 in Stolp geboren und promovierte 1972 in München. Sein wissenschaftliches Interesse galt dem Wandel moderner Gesellschaften, den er mit Konzepten wie Reflexiver Modernisierung und Kosmopolitismus erforschte. Er erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise und verstarb am 1. Januar 2015.

      Arbeit zwischen Misere und Utopie
      4,1
    • Wissen, Wert und Kapital

      • 140 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Wissen ist keine ordinäre Ware. Es eignet sich nicht dazu, als Privateigentum behandelt zu werden. Seine Inhaber verlieren es nicht, wenn sie es weitergeben; je weiter es verbreitet ist, umso reicher ist die Gesellschaft. Es verlangt geradezu, als Gemeingut behandelt und von vorneherein als Resultat gesamtgesellschaftlicher Arbeit betrachtet zu werden. Wenn Wissen aber als fixes Kapital funktionieren und zur Mehrwertabschöpfung dienen soll – wie der Kapitalismus es will –, so muss es ein patentiertes Monopoleigentum sein, welches seinem Inhaber eine Monopolrente einbringt. Der Wissenskapitalismus privatisiert denn auch Gemeingüter wie das Genom von Pflanzen, Tieren und Menschen und greift nach kulturellem Gemeingut, um es als kulturelles Kapital, als 'Humankapital' zu verwerten. In dieser Logik steht die massive Förderung der künstlichen Intelligenz und des künstlichen Lebens: Deren Ziel ist nicht die Wissensgesellschaft, sondern eine posthumane Zivilisation. Von einer Wissensgesellschaft im zukunftsweisenden Sinn, meint André Gorz, wird erst die Rede sein können, wenn sich Wissenschaft und Ökonomie nach gesellschaftspolitischen, ökologischen und kulturellen Zielen richten und nicht nach dem Imperativ der Kapitalverwertung. Dafür gibt es eine noch kleine, aber steigende Anzahl von Befürwortern.

      Wissen, Wert und Kapital
      3,4
    • Eine ewige Liebe – sie haben alles geteilt, bis in den Tod, in den sie gemeinsam gingen „Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je.“

      Brief an D.
      3,9