Anaesthesiologie und Intensivmedizin - 146: Massivtransfusionen
Hämostase und Schocklunge
- 212 Seiten
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Die Substitution großer Blutverluste durch Konservenblut kann zu schweren pulmonalen und renalen Funktionsstörungen sowie zu hämorrhagischen Diathesen in der posttransfusionellen Phase führen. Trotz zahlreicher früherer Studien zu diesen Problemen verdient die vorliegende Untersuchung besondere Beachtung aufgrund ihres komplexen Untersuchungsplans. Fortschritte in der Prophylaxe oder Therapie posttransfusioneller Krankheitszustände sind nur zu erwarten, wenn die zellulären und plasmatischen Gerinnungsqualitäten der Blutkonserve mit Messungen des Gerinnungssystems, des Fibrinolyse- und Inhibitorensystems sowie des thrombozytären Systems im Patientenblut verknüpft werden. Der Autor hat dies konsequent verfolgt und wichtige systematische Ergebnisse über die lagerungsbedingte Beeinträchtigung von Blutkonserven sowie die Folgen von Massivtransfusionen für Patienten erzielt. Zudem wurde untersucht, ob die Zugabe von Aprotinin zur Blutkonserve spezifische Nebenwirkungen einer Transfusion verhindern kann. Aprotinin senkt die Aggregationsneigung der Thrombozyten im Konservenblut erheblich, was zu einer geringeren Beeinträchtigung des Pulmonalarterienwiderstands und des intrapulmonalen Shuntvolumens führt. Die Untersuchungen beschränkten sich nicht nur auf experimentelle Analogieschlüsse, sondern strebten an, diese in die klinische Praxis umzusetzen, was in vielen Punkten erfolgreich war und die Arbeit besonders auszeichnet.

