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Bruno Preisendörfer

    1. Januar 1957
    Als unser Deutsch erfunden wurde
    Fluchten vor dem Vaterland
    Die Beleidigungen des Glücks
    Manneswehen
    Der waghalsige Reisende
    Die letzte Zigarette
    • Die letzte Zigarette

      • 197 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Die Liebe, das Rauchen und die Literatur – ein Roman voller Intelligenz und Komik, ein Buch, das bildet und trotzdem glänzend unterhält.In diesem Roman geht es um drei Formen der um die Liebe zu einer Frau (eigentlich sind es ja mehrere, aber am Ende führen alle dann doch zu der einen, und alle sind natürlich schwierig und wunderbar), die Liebe zur Literatur (die sich anfangs allerdings recht spröde gibt, denn der Autor liest zwar viel und gern, aber sein eigener Roman will nicht recht gelingen; irgendwann gibt es aber doch einen erzschönen Roman im Roman) und die Liebe zum blauen Dunst, der natürlich eine Obsession ist und eine Hassliebe (fast) von Anfang an.Dass der Leser dabei natürlich so ziemlich alle Geschichten über den Tabak und das Rauchen erfährt, die spannend und erzählenswert sind, gewissermaßen also gebildet wird, ja, dass er mithilfe dieses Liebesromans über das Rauchen (der auch ein Entliebungsroman ist) sogar mit dem Rauchen aufhören kann, sind nur zwei verhältnismäßig unbedeutende Nebenwirkungen dieses Buches neben der Hauptwirkung, sich natürlich nie unter Niveau glänzend amüsieren zu können.

      Die letzte Zigarette
      4,0
    • Der waghalsige Reisende

      • 378 Seiten
      • 14 Lesestunden

      „Viel gelebt und wenig geschrieben! Besser als umgekehrt.“ Dieser wagemutige Klassiker und erste Reporter Deutschlands hat mehr erlebt als viele seiner Zeitgenossen. Als hochbegabtes Bauernkind gefördert, erlebte er das Unglück, als mittelloser Stipendiat Student zweiter Klasse zu sein. Zwangsrekrutiert, wurde er in den Krieg nach Amerika verschifft, desertierte dreimal und wurde zweimal gefangen genommen. Den polnischen Aufstand in Warschau überlebte er nur mit Glück, versteckt und hungernd. Berühmt wurde er durch eine waghalsige Reise: 1801 brach er ohne Geld zu Fuß nach Syrakus auf. Während seiner Wanderung wurde er überfallen und ausgeraubt. Nach seiner Rückkehr schrieb er „Der Spaziergang nach Syrakus“, die erste große Reportage Deutschlands, die viele Nachahmer inspirierte. Auch andere Werke wie „Schreiben aus America“, „Aufstand in Polen“, „Mein Sommer“ und „Mein Leben“ zeigen seine ungenierte, direkte und offene Schreibweise, die nicht selten als unbequem empfunden wurde. Viele Schriften waren verboten. Seume war ein Mann, der sich aussetzte und darüber schrieb, ein Mensch von unten, der kam, sah und sich einmischte. Zum 250. Geburtstag von Seume verfasst der Autor Bruno Preisendörfer ein Buch über dessen abenteuerliches Leben – und was für eines!

      Der waghalsige Reisende
      4,0
    • Was passiert eigentlich, wenn das beste Stück des Mannes in die Werkstatt muss' Max Vola hat ein Problem: Er sitzt in einer Eierschaukel fest. So nennt er die Hängevorrichtung, die er konstruiert hat, um mit den Nachwehen seiner Sterilisation fertig zu werden. Gefangen in dieser Schaukel erzählt der begeisterte Amateurboxer und Sanitätsfachmann von seiner Liebesbeziehung mit Helen, einer zu drastischen Formulierungen neigenden Gynäkologin. Und er erzählt von den Abenteuern, die mit seiner Operation verbunden waren, einschließlich des übereilten Versuchs, seine männliche Potenz als unbeschädigt zu beweisen. Auch nach seiner Befreiung aus der Schaukel geht das kuriose Geschehen weiter: Vom Transport des eigenen Samens unter dem Herzen bis zu einem bizarren Medizinerfest einschließlich Eifersucht und Heiratswunsch. Jammern geht anders: Bruno Preisendörfers Held erzählt lakonisch und in verwegener Offenheit von den ganz anderen Umständen einer Sterilisation und ihren unerwarteten Folgen.

      Manneswehen
      4,0
    • In den 'Beleidigungen des Glücks' zeichnet Bruno Preisendörfer zutiefst menschliche Figuren, die mit unvorhersehbaren Ereignissen ebenso umgehen müssen wie mit den lähmenden Gewohnheiten des Alltags. Da ist beispielsweise die Rede von Hans, der ein Leben lang an seinem Haus baut. Im Obergeschoß soll später einmal seine Tochter Silvia mit ihrer Familie leben. Doch als Silvia erwachsen ist, zieht sie mit ihrer unehelichen Tochter in eine andere Stadt und kehrt erst nach Hans’ Tod in ihr Elternhaus zurück. Oder die Geschichte von Winfried und Bettina, die zusammen eine Affäre haben. Bettina verläßt ihren Lebensgefährten, kehrt aber nach einiger Zeit zurück, schließlich haben sie während ihrer Trennung öfter miteinander geredet als vorher. Winfried hingegen verheimlicht seiner Frau die Affäre, denn mit seiner Ehe hatte das nichts zu tun. Vom Seitensprung seiner Frau weiß er nichts. Meisterhaft lotet Bruno Preisendörfer das Miteinander von Männern und Frauen aus, ob als Liebespaar, Ehepartner oder Familienangehörige. Dabei verleiht seine ebenso pointierte wie poetische Sprache den 'Beleidigungen des Glücks' eine melancholische Schönheit, die uns Vertrautes in neuem Licht zeigt und Unbekanntes vertraut werden läßt.

      Die Beleidigungen des Glücks
      3,0
    • Fluchten vor dem Vaterland

      • 189 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Warum fällt es uns Deutschen so schwer, uns als einen Teil unseres Landes zu begreifen? Warum träumen wir immer vom Weggehen? Warum scheint es uns überall besser zu sein als dort, wo wir gerade sind?Mit Fluchten von Joseph von Eichendorff, Johannes Bobrowski, Alfred Andersch, Wolfgang Koeppen , Kurt Bartsch, Georg Büchner, Christa Wolf, Rolf Dieter Brinkmann, Irina Liebmann u.v.a.Ein unfeierlicher Beitrag zum 50. Geburtstag zweier Deutschländer.

      Fluchten vor dem Vaterland
      3,5
    • Als unser Deutsch erfunden wurde

      Reise in die Lutherzeit

      Mit Luther auf die Wartburg und Berlichingen auf Raubzug … Der Autor des Spiegelbestsellers »Als Deutschland noch nicht Deutschland war« präsentiert eine Zeitreise in Luthers Deutschland. Im Frühling 1547, nur ein Jahr nach Luthers Tod, wurden die Türme der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg für die Verteidigung gegen die Landsknechte Karls V. vorbereitet. Die Stadt wurde friedlich übergeben, und Luthers Leichnam blieb unberührt, trotz Forderungen, ihn zu verbrennen. Die Türme erhielten neue Spitzhelme, und erst 1910 fand man eine Chronik von Philipp Melanchthon, die die bewegte und zukunftsweisende Zeit dokumentiert. Bruno Preisendörfer lässt uns Luthers und seiner Zeitgenossen Leben miterleben, von ihrem öffentlichen Wirken bis hin zu ihrem Alltag. Wir überfallen mit Götz von Berlichingen Nürnberger Kaufleute und erleben Belagerungen. Bei den Fuggern in Augsburg und den Welsern in Venezuela machen wir uns die Hände schmutzig. Albrecht Dürer malt, Hans Sachs verfasst Gedichte, und Luthers Frau Katharina führt den Haushalt, während wir mit ihr vor der Pest fliehen. Wir erfahren von den mühsamen Alltagsaufgaben, vom Kochen bis zur Kleiderbeschaffung, schließen uns Landsknechten an, proben mit Bauern den Aufstand, hören den Predigern zu und fürchten das Jüngste Gericht.

      Als unser Deutsch erfunden wurde
      3,5
    • Als Deutschland erstmals einig wurde

      Reise in die Bismarckzeit

      • 448 Seiten
      • 16 Lesestunden

      Bruno Preisendörfer lädt ein in eine Zeit, in der Tausende Kilometer Eisenbahnlinien und Strom- und Telegrafenleitungen verlegt, Fabriken gebaut wurden und sich die Bevölkerung vervielfacht hat. In der das Gefälle zwischen Reich und Arm enorm wuchs und alte Arbeits- und Familienstrukturen sowie Wertesysteme zerbrachen. In der ein neues Land entstand. Wir spazieren durch die Wilhelmstraße und lernen Haus für Haus ihre Bewohner kennen, besuchen Cafés, Ateliers und Tanzpaläste genauso wie Fabriken, Amtsstuben und Hinterhöfe. Wir zuckeln mit der Bahn in 16 Stunden von Berlin nach Köln, erleben, wie die ersten sechs Mädchen zum Abitur zugelassen werden und wie mit Franziska Tiburtius die erste Ärztin eine Praxis aufmacht. Wir tafeln mit Fontane, gehen mit Ferdinand Lasalle zum Duell, mit Marx zur Arbeiterversammlung, mit Bismarck in den Krieg und mit dem Kaiser zur Krönung.

      Als Deutschland erstmals einig wurde
      4,0
    • Eine Zeitreise in die Lebenswelt des Barock. Wie die Familie Bach im Alltag lebte, Händel sich kurieren ließ und Telemann sein Geld anlegte: Bruno Preisendörfers Zeitreise führt in die Zeit der Fürstenfeste und Bauernhochzeiten, der Stadtpfeifer und Bierfiedler, der Kaffeehäuser und Kastraten. Wir tauchen ein in den Alltag der Leute, erfahren von ihren Freuden und Lastern. Beinahe alle großen Themen des Lebens finden sich in diesem Buch – wie wurden etwa Ehen angebahnt, wer durfte überhaupt wen heiraten und wie hielt man es mit der Kindererziehung? Auch die neuesten Moden und Erfindungen der Zeit kommen nicht zu kurz: gebratene Singvögel zum Abendessen, Blumenzwiebeln als Spekulationsobjekte, Tabak für die Männer, Kaffee für die Frauen, Tanz, Bier und Schnupftabak für alle. Und immer spielt die Musik, mit ihren verschiedenen Vorzeichen zwischen religiösem Pflichtbewusstsein, Dienstbarkeit gegenüber dem Adel und einfachem Vergnügen, eine Hauptrolle.

      Als die Musik in Deutschland spielte
      3,8
    • Das Bildungsprivileg

      Eine Streitschrift

      Im Gegensatz zu Akademikerkindern besuchen nur wenige Kinder bildungsferner Schichten weiterführende Schulen. Ausgehend von diesem noch immer aktuellen Missstand analysiert das Buch 65 Jahre bundesdeutsche Bildungsrealität – vom ›Sputnikschock‹ Ende der 1950er-Jahre bis hin zum ›PISA-Schock‹ im Jahr 2000 und zu den ›Rütlischulen‹ in heutiger Zeit. Aus einer bildungsfernen Arbeiterfamilie stammend berichtet der Autor mit Verve zugleich von den Hürden, Hoffnungen und Nöten in Schule und Universität. Ob Autobiographie, Streitschrift, faktenreiches Sachbuch oder geschliffener Essay: Dieser fulminante Bildungsroman der Bundesrepublik Deutschland sorgt für Kontroversen, als wichtige Wortmeldung in der Debatte um Chancengleichheit und die Zukunft unseres Bildungssystems.

      Das Bildungsprivileg
      3,2
    • Sätze, die die Welt verändern

      • 336 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Es gibt diese Sätze, die jeder kennt. Kein Wunder, dass sie unser Weltbild bis heute beeinflussen. Nur: Kaum jemand weiß, woher sie stammen, wie sie ursprünglich gemeint waren – und was ihnen im Laufe der Zeit zugestoßen ist. Bruno Preisendörfer begibt sich auf eine erstaunliche und spannende Spurensuche. Berühmten Zitaten geht es oft wie literarischen Figuren: So wie diese ihren Herkunftsbüchern entlaufen, verlassen jene ihre Entstehungskontexte und beginnen bei ihrer jahrhundertelangen Wanderung durch die Köpfe der Menschen ein Eigenleben. Manche werden dabei fett vor Bedeutungen, die sie ursprünglich gar nicht hatten, andere magern bis zur Bedeutungslosigkeit ab. Manchmal richtet das kaum Schaden an, wie bei der Behauptung, über Geschmack ließe sich nicht streiten; die Konsequenzen können jedoch auch äußerst unheilvoll sein, wie bei Darwins »Überleben des Stärksten«; mitunter wird ein Satz auch einem Autor untergeschoben, obwohl der ihn nie geschrieben hat. Von wem stammt noch gleich »Zurück zur Natur« …? Immer wieder schlägt Preisendörfer elegante Haken zu Kuriosem und Unerwartetem. So wird sein Buch zu einem ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Wunderding irgendwo zwischen philosophischem Handbuch, historischem Panoptikum und zeitdiagnostischem Essay.

      Sätze, die die Welt verändern
      3,4