Der große russische Autor Lew Tolstoj und seine Frau Sofja führten während ihrer fünfzigjährigen Ehe einen ausgedehnten Briefwechsel. Diese Briefe geben Einblicke in das Alltags- und Familienleben der Tolstojs und in die Entstehung von Tolstojs großen Werken wie Krieg und Frieden, Anna Karenina, Die Auferstehung oder Die Kreutzersonate. Vor allem aber sind sie Dokument einer großen und zugleich schwierigen Liebe. Als nach etwa zwei Jahrzehnten Ehe das Familienglück zum Familiendrama wurde und der Schriftsteller sich immer mehr von seiner Familie und seinem bisherigen Leben abwandte, ersetzten die Briefe häufig das Gespräch der Partner. Über Wochen verkehrten Tolstoj und seine Frau nur schriftlich miteinander. Sie trugen in Briefen ihre Auseinandersetzungen aus, fügten einander seelische Verwundungen zu und offenbarten ihr Innerstes, ihren Schmerz und ihre Wut. Und sie beschworen gegenseitig ihre Liebe, rangen um Annäherung. Sie kämpften für ihre Überzeugungen, die nun nicht mehr miteinander zu vereinbaren waren – sie kämpften um ihre Liebe. Der hier erstmals vorgelegte dramatische Ehebriefwechsel zwischen Lew Tolstojs und Sofja Tolstaja ist das bewegende Zeugnis einer großen und zugleich schwierigen Liebe.
Ursula Keller-Husemann Bücher






Lew Tolstoj ist als Autor der Romane «Krieg und Frieden» und «Anna Karenina» in die Weltliteratur eingegangen. Der Schriftsteller war schon zu Lebzeiten eine Legende: Als weiser Mann im Bauernkittel, der im Alter ein Leben in Armut predigte, wurde zum Mythos. Unter Einbeziehung vieler unbekannter Quellen wirft dieses Buch einen neuen Blick auf den Künstler und Menschen Lew Tolstoj.
Am 23. September 1862 heiratete die achtzehnjährige Sofja Andrejewna Behrs den viel älteren Lew Nikolajewitsch Tolstoi. Zunächst widmete sie ihr Leben ganz dem Schriftsteller, war seine erste Leserin und Kritikerin, kümmerte sich um die Kinder und verwaltete das Landgut. In dieser Zeit des Familienglücks entstanden bedeutende Werke wie „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“. Nach fast zwei Jahrzehnten Ehe begann Tolstoi, sich mit religiösen und philosophischen Fragen auseinanderzusetzen, was zu Konflikten führte und seine Familie in den Hintergrund drängte. Sofja erkannte, dass sie das geistige und literarische Leben ihres Mannes nicht länger als ihr eigenes betrachten konnte. Nachdem sie vor der Hochzeit ihrer literarischen Begabung entsagt hatte, begann sie wieder zu schreiben, doch nur wenige ihrer Werke wurden veröffentlicht. Die Biographie beleuchtet Sofja Tolstajas Kampf um ihre eigene Lebenswahrheit im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen Russlands vor der Revolution, als die traditionelle Geschlechterordnung infrage gestellt wurde. In sieben Kapiteln zeichnen die Autorinnen einfühlsam und anekdotisch ein lebendiges Bild von Sofja Tolstaja, das den Leser glauben lässt, sie persönlich kennengelernt zu haben.
Als junger Mann schüchtern und gehemmt, lernte Dostojewskij erst mit über dreißig Jahren seine erste Ehefrau kennen: Maria Issajewa. »Ungeachtet dessen, dass wir miteinander recht unglücklich waren«, erinnerte sich der Schriftsteller nach ihrem Tod, »konnten wir doch nicht aufhören, einander zu lieben.« Noch zu ihren Lebzeiten begann er eine leidenschaftliche Affäre mit Apollinaria Suslowa, die zum Vorbild seiner »infernalischen« Frauenfiguren wurde. Doch die wohl wichtigste Frau in Dostojewskijs Leben war seine zweite Ehefrau Anna, die als junge Stenographin die Bekanntschaft des damals bereits berühmten Schriftstellers machte und bald zu einer unersetzlichen Mitarbeiterin, seiner Verlegerin und später Biografin wurde. Zu anderen außergewöhnlichen und starken Frauen hatte Dostojewskij enge freundschaftliche Beziehungen, u.a. mit der Frauenrechtlerin Anna Filossofowa und mit Sofja Andrejewna Tolstaja, der Hausherrin eines der führenden Salons in Sankt Petersburg. Auf der Grundlage von Erinnerungen, Briefen, Tagebüchern und neuen biographischen Forschungen beleuchtet diese Biografie erstmals, wie die Frauen Dostojewskijs Leben, seine Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und die Frauengestalten in seinen Werken beeinflusst haben.
Madame Blavatsky
- 357 Seiten
- 13 Lesestunden
Bereits zu Lebzeiten war Helena Petrowna Blavatsky (1831–1891) weltweit berühmt. Sie bereiste die entlegensten Winkel des Globus, gründete eine spirituelle Bewegung, inszenierte sich als Trägerin okkulten Urwissens und galt als »Sphinx des 19. Jahrhunderts«. Nichts weniger als den Schlüssel zur Erklärung aller Welträtsel beanspruchte sie mit ihrer Lehre gefunden zu haben, die sie in ihren Hauptwerken »Isis entschleiert« (1877) und »Die Geheimlehre« (1888) darlegte. Ihre Philosophie bildete die Grundlage für Rudolf Steiners anthroposophische Lehre. Auch auf bedeutende Künstler hatten Blavatskys Ideen großen Einfluss, u. a. auf Hermann Hesse, James Joyce, T. S. Eliot, William Butler Yeats, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Paul Gauguin, Gustav Mahler und Jean Sibelius. Das Leben der „Madame Blavatsky“ ist von zahlreichen Legenden umrankt. Bis heute wird die Begründerin der Theosophie von ihren Verehrern gefeiert, von den Gegnern indes als Betrügerin und Scharlatanin verteufelt. Die erfolgreichen Autorinnen Ursula Keller und Natalja Sharandak haben in Archiven die Briefe, Erinnerungen und Schriften Blavatskys gesichtet und zeichnen das Porträt der Frau, die bisher hinter dem Mythos um ihre Person verborgen blieb.
Ursula Keller, geb. 1940 in Lodz, studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Göttingen, Tübingen, Heidelberg, Aix-en-Provence und Frankfurt. Nach diversen Lehraufträgen und Forschungsprojekten an der Universität Tübingen promovierte sie 1980 bei Walter Jens. Von 1980 bis 1991 war sie freie Fernsehjournalistin (literarische Porträts und Filmessays), verfasste Essay für Rundfunk und Printmedien und arbeitete als Dramaturgin und Co-Regisseurin am Theater. 1992 übernahm sie die Programmleitung des Literaturhauses Hamburg. Ursula Keller konzipierte und initiiert das gemeinsam mit der Körber-Stiftung im Frühjahr 2003 veranstaltete Literatursymposium 'Europa schreibt.'. Sie veröffentlichte u. a. im Suhrkamp Verlag und im Fischer Taschenbuchverlag. Ilma Rakusa wurde als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen 1946 in Rimavskà Sobota (Slowakei) geboren. Sie ist Schriftstellerin, Publizistin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin zahlreicher Werke aus dem Russischen, Französischen, Ungarischen und Serbokroatischen (u. a. Marina Zwetajewa, Marguerite Duras, Imre Kertész, Danilo Kiš). Ihre Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; so erhielt sie u. a. 1991 den Petrarca-Übersetzerpreis, 1998 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2003 den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Ilma Rakusa lebt in Zürich und ist seit 1977 Lehrbeauftragte an der dortigen Universität.
Wien um 1900 präsentiert sich als hedonistische Metropole eines stagnierenden Staates und zugleich als Schauplatz irritierender Modernität. An den Tischen der Wiener Kaffeehäuser versammelten sich bedeutende Figuren der Moderne wie Kraus, Hofmannsthal, Freud und Schnitzler, der als Chronist dieser zwielichtigen Epoche gilt. Mit scharfsinnigem Blick reflektierte Schnitzler die schillernde Oberfläche dieser walzerhaften Zeit und enthüllte die Stagnation und Leere dahinter, den Totenschädel hinter dem blühenden Gesicht. Ursula Keller analysiert Schnitzlers Werke wie Anatol, Reigen und Der grüne Kakadu, um die Bewußtseinstopographie des Wiener Fin de siècle zu entfalten. Sie untersucht den Zerfall und die Dialektik von Vielfalt und Einheit sowie die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Schein. Dabei wird die Mechanik des Wiener Verwirrspiels bis in die ästhetische Struktur der Stücke nachgezeichnet. Keller hinterfragt, inwiefern Schnitzlers desillusionierte Modernität in den Inszenierungen des zeitgenössischen Theaters widerhallt. Die 1984 erschienene Erstausgabe wurde von ihr überarbeitet und aktualisiert.
Eine Straße in Moskau
- 500 Seiten
- 18 Lesestunden
Der Roman spielt im Moskau der Jahre 1914 bis 1920, einer Zeit des Umbruchs durch den Ersten Weltkrieg, die Revolution und den Bürgerkrieg. Im Mittelpunkt stehen Iwan Alexandrowitsch, ein betagter Ornithologie-Professor, und seine Enkelin Tatjana, deren Entwicklung vom Mädchen zur jungen Frau verfolgt wird. Die Erzählung ist nicht linear, sondern nutzt eine kinematographische Montage, um die Ereignisse miteinander zu verknüpfen. Der Professorenhaushalt, ein Mikrokosmos alter Werte, wird von einem engen Kreis von Verwandten und Bekannten besucht, darunter der exzentrische Pianist Edward Lwowitsch und der Student Ehrberg. Die defekte Kuckucksuhr symbolisiert die aus den Fugen geratene Zeit. Parallel zur realen Handlung gibt es surreal-symbolische Episoden aus der Tierwelt, wie den Kampf zweier Ameisenvölker, die von einer menschlichen Armee zertreten werden – ein Vorzeichen des Krieges. Nach dem Umsturz 1917 wird Moskau zur „Totenstadt“, während das Haus des Professors in der Siwzew Wrazhek ein Ort der Hoffnung und Menschlichkeit bleibt. Die Verbindung zu den Machthabern des Kremls bleibt gesichtslos und leblos. Der Autor zeigt sich als virtuoser Stilist und meisterlich komponierender Schriftsteller.
Ultrafast Lasers
A Comprehensive Introduction to Fundamental Principles with Practical Applications
- 820 Seiten
- 29 Lesestunden
Focusing on ultrafast laser physics, this textbook serves as a thorough resource for graduate students, covering essential topics such as linear and nonlinear pulse propagation, Q-switching, and modelocking. It delves into ultrashort pulse generation and measurement, along with the characterization of laser signals. A variety of applications are explored, complemented by numerous worked examples and problems with solutions to enhance comprehension. This self-contained guide is ideal for both coursework and experimental lab preparation.

