Diese Autorin ist bekannt für ihre literarischen Werke, die tief in die menschliche Psyche und gelebte Erfahrungen eintauchen. Ihr Schreiben zeichnet sich durch tiefgreifende Einblicke in Themen wie Entfremdung, Identitätssuche und die Komplexität menschlicher Beziehungen aus. Durch eindringliche Sprache und einen intimen Stil zieht sie den Leser in die Innenwelten ihrer Charaktere und erforscht die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins. Ihr einzigartiger literarischer Ansatz hat einen bedeutenden Eindruck in der modernen Literatur hinterlassen.
In diesem fesselnden Band bricht Tezer Özlü mit Konventionen und erzählt autobiografisch und surreal von ihren inneren Reisen und der Flucht vor gesellschaftlichen Zwängen. Ihre bildstarke Sprache und emotionale Offenheit stellen sie in eine Reihe mit Sylvia Plath und Anne Sexton. Ein eindringliches Werk über Selbstfindung.
Tezer Özlü schildert den „Leidensweg eines sensiblen Kindes, das die bedrückende Enge und die Orientierungslosigkeit seines kleinbürgerlichen, um sozialen Aufstieg bemühten Elternhauses nicht verkraften kann, als junges Mädchen sein Heil in Liebesabenteuern sucht und als junge Frau einen Zusammenbruch erleidet, dem man durch Einweisung in die Psychiatrie und qualvolle Behandlungen mit Elektroschocks beizukommen sucht. Rettung bringt schließlich die Trennung von der Vergangenheit und das Bekenntnis zum eigenen, zum Schreiben begabten Ich“. (Erika Werner)
Roman | »Ein zutiefst bewegendes, lyrisches Buch, aufrichtig und herzergreifend.« Orhan Pamuk
100 Seiten
4 Lesestunden
Eine große literarische Wiederentdeckung Die kalten Nächte der Kindheit erzählt vom Heranwachsen einer Frau, von ihrem Begehren, ihren Träumen, ihrer Widerständigkeit. Und wirkt darin heute so aktuell wie damals. »1949. In einer Provinzstadt in Anatolien mit 4000 Einwohnern lerne ich die Welt sehen. Bin 6 Jahre alt. … Ich empfinde die maßlose Größe der Welt und weiß, dass ich fort und weit weg gehen werde.« So schreibt Tezer Özlü 1981 an den Deutschen Akademischen Austauschdienst über das prägende Gefühl ihrer Kindheit. Erwachsen geworden, wird sie nach Berlin, Paris und Zürich reisen, fort und weit weg von der Türkei und den »Menschen in Uniform«, dem lauernden Wahnsinn. Sie tauscht die heimischen Obstgärten und Klassenzimmer der Nonnenschule ein gegen die Straßen und Cafés europäischer Hauptstädte – und gegen das Schreiben. Um eine Welt zu erfinden, die ihr entspricht. Indes wird sie über Jahre in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Doch selbst das kann ihren Willen nicht brechen.