Mit der gezeichneten Biografie von Recep Tayyip Erdoğan legen der Journalist Can Dündar und der Zeichner Mohamed Anwar einen Meilenstein der Graphic-Novel-Literatur. Für jeden Menschen wird klar, wie der türkische Präsident Erdoğan den Berg der Macht bestieg, was seine Interessen sind und wie er sie verfolgt. Die Entwicklungen in der heutigen Türkei werden nachvollziehbar, die Herausforderungen der türkischen Gesellschaft und die Schwierigkeiten im Umgang mit einem autoritären Machthaber, der sich in den Augen des italienischen Ministerpräsidenten, Mario Draghi, zu einem Diktator wandelte. Das Buch erklärt, es verurteilt nicht. Es ist ein Beitrag zur Aufklärung über die politische Türkei. Das Werk überrascht, fasziniert und ernüchtert.
Can Dündar Bücher
Dieser Autor ist vor allem als investigativer Journalist und Dokumentarfilmer bekannt, der keine Angst hat, sich mit komplexen sozialen und politischen Themen auseinanderzusetzen. Seine Arbeit zeichnet sich durch ein tiefes Interesse an Politikwissenschaft und öffentlicher Verwaltung aus, was sich in einem analytischen Ansatz zu seinen Themen widerspiegelt. Durch seine journalistische Karriere, die führende türkische Medien umfasst, sowie durch seine Dokumentarfilmarbeit hat sich der Autor den Ruf einer mutigen Stimme aufgebaut, die sich der kritischen Untersuchung aktueller Ereignisse verschrieben hat. Sein Stil ist geprägt von gründlicher Recherche und dem Bestreben, verborgene Zusammenhänge aufzudecken, was Leser und Zuschauer dazu anregt, über die präsentierten Fakten und deren Auswirkungen nachzudenken.






Im November 2015 werden Can Dündar, Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung »Cumhuriyet«, und Erdem Gül, Hauptstadtkorrespondent, verhaftet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen vor, Staatspräsident Erdogan stellt persönlich Strafanzeige und fordert lebenslange Haft. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an syrische Extremisten. Nach drei Monaten kommen die Journalisten vorläufig frei. Anfang Mai beginnt der Prozess: Dündar wird zu sechs, Gül zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In »Lebenslang für die Wahrheit« erzählt Dündar die ganze Geschichte von der Entdeckung der geheimen Waffenlieferungen über die Entscheidung, das belastende Filmmaterial zu veröffentlichen, bis zu den Ereignissen, die der Veröffentlichung folgten: Die Drohungen, die er und die Redaktion erhalten haben, die Angst vor Terroranschlägen, seine Zeit in Einzelhaft. Dündars Aufzeichnungen aus dem Gefängnis zeigen, dass sein Widerstand ungebrochen ist und er nicht aufgeben wird im Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit.
Der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung ›Cumhuriyet‹, die 2016 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, saß wegen seiner mutigen Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes nach Syrien drei Monate in türkischer Einzelhaft, wurde zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und ist nur knapp einem Mordanschlag entkommen. Wäre er während des Putschversuchs in der Türkei im Juli 2016 nicht im Ausland gewesen, säße er jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder im Gefängnis. Doch Dündar ging ins Exil und setzte seinen Kampf für die Pressefreiheit in seinem Land und gegen Erdoğan von Berlin aus fort. In seinen Aufzeichnungen aus dem deutschen Exil erzählt er von den Ereignissen, die sich in dem letzten halben Jahr nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft überschlagen Prozess, Attentat, Urteil, der Putschversuch in seiner Heimat, seine Flucht nach Deutschland, sein Exil in Berlin. Dort führt er ein Leben zwischen Preisen und Anerkennungen, Bedrohungen und Anfeindungen, denn er kämpft weiter für eine demokratische, westlich orientierte Türkei.
Zweisprachige Ausgabe: deutsch/türkisch „Sollen wir die Demokratie, die trotz all ihrer Fehler immer noch die beste Regierungsform ist, die wir haben, schutzlos dastehen lassen, weil sie zunehmend aus der Mode kommt? Meine Antwort lautet: Nein! Demokratie muss sich verteidigen.“ In seinem leidenschaftlichen Plädoyer für eine aktive Demokratie erklärt Can Dündar, warum es nicht mehr reicht, alle vier Jahre brav seine Stimme abzugeben. Seit Populismus zur globalen Krankheit geworden ist und nur noch 4,5 Prozent der Weltbevölkerung in vollständig demokratischen Zuständen lebt, braucht es Bürger, die sich aktiv an der Politik beteiligen, die ihre Stimme lautstark zu Gehör bringen. Dündar zeigt, wie jeder Einzelne sich für soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit einsetzen kann. Wenn wir uns jetzt einmischen und uns erheben, ist noch nicht alles verloren.
Ein Brief erreicht den Exil-Journalisten Can Dündar. Der Absender: Serkan Kurtuluş, ein türkischer Häftling in einem Gefängnis in Buenos Aires. Er gibt sich als jemand zu erkennen, der den Auftrag erhielt, ihn zu ermorden – und verspricht ihm brisante Informationen. Der Hintergrund: Mit einem Artikel über geheime Waffenlieferungen der Türkei an eine verbotene syrische Islamistenorganisation machte sich Can Dündar Staatspräsident Erdoğan zum Feind. Er wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt – und es wurde ein Attentat auf ihn verübt, direkt vor dem Gerichtsgebäude. Dündar besucht den Mann, der ihn ermorden sollte, im Gefängnis. Dieser wiederum fürchtet wegen drohender Abschiebung in die Türkei jetzt selbst um sein Leben. Durch ihn und bei weiteren Recherchen stößt er auf ein Netzwerk von geheimen Deals zwischen demokratischen und autokratischen Regierungen und deren Verbindungen zum organisierten Verbrechen und zu Terrororganisationen. Eine unglaubliche Geschichte, spannend wie ein Thriller, aber leider real – ein erschreckender Blick in die Abgründe politischen Machtmissbrauchs.
Can Dündar, in der Türkei als „Terrorist“ gesucht und zu über 27 Jahren Haft verurteilt, beleuchtet die letzten Jahrzehnte und die Schicksalswahl im Mai 2023 im Kontext des hundertjährigen Kampfes der Türkischen Republik um eine freie Gesellschaft. Kaum ein Jahr ist für diesen wichtigen Partner Europas so entscheidend! Vor 100 Jahren zerfiel das Osmanische Reich, und die Türkische Republik wurde gegründet, mit dem Ziel, ein radikal moderner Staat zu werden. Dieses Programm war moderner und säkularer als fast überall sonst und umfasste europäische Rechtssysteme, freie Wahlen und Gleichstellung der Geschlechter. Die Brücke nach Europa wurde durch das Militär geschlagen. 1952 trat die Türkei der NATO bei, doch die Einführung eines Mehrparteiensystems stärkte islamistisch-konservative Kräfte, gefolgt von Putschen und Parteienverboten. Als Erdoğan 2013 Ministerpräsident wurde, strebte er eine EU-Integration an, doch seine Macht führte zu einer zunehmend autokratischen Herrschaft. Die Opposition wurde unterdrückt, kritisches Denken bestraft. Erdoğans Regierung intensivierte die Unterdrückung der Kurden und führte Krieg in Syrien und im Irak. Die Verfassung wurde geändert, und Kritiker wurden verfolgt. Vor und nach der Wahl ist das Land so zerrissen wie nie zuvor. Dündar schildert ein Jahrhundert dramatischer Ereignisse und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Landes.
Tarih onu hangi yüzüyle anımsayacak? Tarih onu hangi yüzüyle anımsayacak? Solu iktidara taşıyan dürüst siyasetçi, devletin güvenilir çınarı, politikaya zarafet ve tevazu katan şair mi? Yoksa solun birliğini engelleyen inatçı, kuşkucu, yalnız lider mi? Demokrasının kilometre taşlarında acaba kaç kişi dağlara taşlara yazılan karaoğlan efsanesini anımsayacak? Ve kaçı siyasette zirveden cezaevine, cezaevinden yeniden zirveye yükselişin ve sonra sandıkta unutulup gidişin nedenlerini sorgulayacak? Türkiye son 50 yılına damgasını vuran bir lideri, bir cumhuriyet aydınını, ülkenin en kritik günlerinin kaptanını nasıl anımsayacak?
Savaşta Ne Yaptın Baba? 5. Baskı
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Yıllar geçip de Irak saldırısının ateşi küllendiğinde siyasetçiler, askerler, diplomatlar, borsacılar, silah tüccarları, işadamları, sanatçılar, gazeteciler çocuklarından aynı soruyu duymaya başlayacaklar:“Savaşta ne yaptın?”Kiminin hafızasında emziğiyle ölmüş bir Iraklı bebeğin fotoğrafı olacak, kiminin hafızasında kızlarının başucunda ağıt yakan analar; başlarına geçirilmiş poşetlerle oğullarına sarılan esirler; bir petrol kavgasında yok yere canına kıyılmış siviller, harap edilmiş şehirler...“Seyirci kaldık” diyecek siyasetçiler...“Silah sattık” diyecek tüccarlar...“Kâr ettik” diyecek borsacılar...Benim cevabım ise bu kitapta...
Yarim Haziran
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Katran karası bir geceyi haziran bulutlarının arasından yırtarak, avuçlarında kıpır kıpır yıldızlarla odamın penceresini tıklattı dolunay... 'Sana samanyolu getirdim' dedi ve bütün gökkubbeyi yeryüzüne indirmiş gibi mağrur, gülümsedi koltuğumun başucunda... Ayla yıkanmanın keyfini sürdüm bir müddet... Sonra penceremi açıp onu içeri aldım. Dolunay, samanyolundan ışıklarla eteklerinde; 'Haydi' diyordu penceremin dibinde; 'Haydi... ebedi baharın ülkesine...' Lakin dolunaya inat; öylesine bitkin ve naçar ki hayat... kopamadım akşam haberlerden, dünyevi kederlerden... Açıp penceremi, salıverdim dolunayımı, Cahit Külebi'den bir şiir fısıldayarak kulağına: 'Bir gün geleceğim / alıp şu başımı / bir gün geleceğim / belki de Haziran / bulacak naaşımı / belki de Haziran...' Haziran, bir ozanın naaşını kaldırırken, dolunay samanyolu boyunca efsunlu yıldızlar saçarak uzaklaştı. Bakakaldım peşinden... Ne gözümü alabildim, ne göze alabildim.


