Ford Madox Ford war eine Schlüsselfigur der frühen englischen Literatur des 20. Jahrhunderts, der durch seine einflussreichen Zeitschriften, die aufstrebende Schriftsteller förderten, maßgeblich wurde. Sein umfangreiches Werk, das Romane, Gedichte und Kritiken umfasst, befasst sich mit den Komplexitäten des menschlichen Bewusstseins und den Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen. Fords Erzählstil zeichnet sich durch seine innovative Struktur und die Auseinandersetzung mit Erinnerungen aus, wobei er oft fragmentierte Zeitlinien und innere Perspektiven nutzt, um die subjektive Erfahrung der Realität einzufangen. Sein Schaffen ist eine tiefgründige Untersuchung von Verlust, Identität und der Suche nach Sinn inmitten gesellschaftlicher Umbrüche.
Die 'Bibliothek der verschwundenen Bücher' von DIE ZEIT bringt 12 vergriffene Romane der Weltliteratur neu heraus und kommentiert sie, um bedeutende Werke wieder zugänglich zu machen.
"Fords Roman ist grandiose Weltliteratur." Joachim Scholl im Deutschlandfunk Nach jahrelanger Trennung und Ungewißheit sehen sich der Kriegsheimkehrer Christopher Tietjens und die von ihm verehrte Valentine Wannop am Tag des Waffenstillstands wieder. Doch die quälenden Bilder des grauenhaften Krieges lassen ihn noch nicht los. Allerdings hat er jetzt - nachdem im Krieg die alte Welt des Viktorianismus und der feudalen Tradition untergegangen ist - die Kraft, sich den Angriffen seiner ihn hassenden Ehefrau zu entziehen, und ist reif, sich zu seiner Liebe zu Valentine zu bekennen. Bisher hatte er sich dies aus Gründen gesellschaftlicher Konvention versagt. Aus dem Alptraum des Krieges und dem Chaos einer orientierungslosen Gegenwart erwächst den Liebenden die Chance eines Neubeginns. Mit Der Mann, der aufrecht blieb gelang Ford Madox Ford eine letzte große Schau des Zerfalls der englischen Gesellschaft im Ersten Weltkrieg. Seine Fähigkeit, die Nachwirkungen der historischen Ereignisse bis in die Seelen der Menschen hinein zu erkennen und zu beschreiben, machen ihn zu einem der "ganz großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts" (Graham Greene).
Christopher Tietjens ist ein perfekter, an Selbstbeherrschung nicht zu überbietender englischer Gentlemen, der von seiner Ehefrau Sylvia systematisch gedemütigt und erniedrigt wird. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist ihm ein willkommener Anlass, seine Frau zu verlassen. Während er an der Front kämpft, spinnt sie die Intrige weiter.
Jahrelang hat Christopher Tietjens, durch und durch englischer Gentleman, die Demütigungen und Intrigen seiner Frau erduldet. Schließlich flüchtet er sich in die brutale Realität der französichen Schützengräben. Doch selbst dorthin verfolgt ihn Sylvia und entfesselt einen privaten Krieg voller Hass, Verleumdungen und Verletzungen.
Bewegungslos und unfähig, ein Wort zu sagen liegt Mark Tietjens auf einer überdachten Krankenliege vor Groby Hall, dem Gutshaus der altehrwürdigen englischen Familie. Der Schlag hat ihn getroffen, als er am Tag des Waffenstillstands erfuhr, dass die Alliierten darauf verzichteten, nach Deutschland einzumarschieren, um den Feind endgültig zu besiegen. Aber Frieden und Ruhe findet Mark auch auf dem Krankenbett nicht - die Frau seines Bruders Christopher will den Familiensitz an eine reiche und vulgäre Amerikanerin vermieten; und zwar nur, um ihn zu ärgern und die Familie zu demütigen. Seit Jahren schon führt sie einen erbitterten Ehekrieg gegen ihren Mann, der inzwischen verarmt ist und sich in die Arme einer Geliebten geflüchtet hat. Den letzten und abschließenden Band seiner großen Tetralogie Parade's End erzählt Ford aus der Perspektive des gelähmten Bruders, um den herum die Schlachten und Intrigen toben.
Dies ist die traurigste Geschichte, die ich je gehört habe. Neun Jahre verbrachten meine Frau und ich in Bad Nauheim in enger, aber zugleich distanzierter Beziehung zu den Ashburnhams. Wir kannten Hauptmann und Mrs. Ashburnham gut, doch blieben sie uns auch fremd. Dies ist ein Zustand, der, glaube ich, nur bei Engländern möglich ist. Bis vor sechs Monaten war ich nie in England und hatte daher nie die Tiefen eines englischen Herzens erkundet, sondern nur seine Untiefen. Obwohl wir viele Engländer trafen, waren wir als unbeschäftigte Amerikaner in Europa oft in die Gesellschaft feinerer Engländer gezogen. Paris war unser Wohnsitz, und wir verbrachten die Sommermonate in Nauheim. Einer von uns hatte es am Herzen, und da meine Frau verstorben ist, war sie die Leidende. Hauptmann Ashburnham hatte ebenfalls Herzprobleme, die ihn jeden Sommer nach Nauheim zogen. Während er dort durch den Sport wieder zu Kräften kam, reichten unsere zwei Monate nur aus, um die arme Florence am Leben zu erhalten. Seine Beschwerden könnten auf Polo oder übermäßigen Sport in seiner Jugend zurückzuführen sein. Die gesundheitlichen Probleme von Florence waren das Ergebnis eines Sturms auf unserer ersten Überfahrt nach Europa, und die Ärzte hatten uns geraten, die kurze Fahrt über den Kanal zu vermeiden, da sie für sie lebensbedrohlich sein könnte.
Some Do Not, No More Parades , A Man Could Stand Up, and Last Post)
446 Seiten
16 Lesestunden
Exploring the profound impact of war, this book delves into an entire era marked by destruction and upheaval. It examines the social, cultural, and emotional ramifications of conflict, highlighting how lives and communities are irrevocably changed. Through vivid storytelling, the narrative captures the essence of resilience amidst chaos, portraying the broader historical context and the human experience during tumultuous times.
Set during the tumultuous reign of King Henry VIII, the story follows Katharine Howard as she rises from obscurity to become his fifth wife. The novel intricately explores themes of power, politics, and personal relationships within the Tudor court. Katharine is depicted with depth, showcasing her innocence and resilience amid the court's intrigue and danger. Ford Madox Ford vividly portrays the social and cultural landscape of the sixteenth century, creating a compelling narrative filled with courtly drama, shifting alliances, and personal challenges.
This never-before published volume offers the late author's personal views on the period 1870-1895, presenting a history of that time fleshed out with reminiscence and anecdote
Ford Madox Ford’s tetralogy set in England during World War I is widely considered one of the best novels of the twentieth century. First published as four separate novels (Some Do Not…, No More Parades, A Man Could Stand Up, and The Last Post) between 1924 and 1928, Parade’s End explores the world of the English ruling class as it descends into the chaos of war. Christopher Tietjens is an officer from a wealthy family who finds himself torn between his unfaithful socialite wife, Sylvia, and his suffragette mistress, Valentine. A profound portrait of one man’s internal struggles during a time of brutal world conflict, Parade’s End bears out Graham Greene’s prediction that “there is no novelist of this century more likely to live than Ford Madox Ford.”