Während der Kriegsjahre in Frankreich war der Austausch von Briefen vielfach erschwert oder schlicht zu gefährlich . Nach Kriegsende jedoch setzt ein Strom von Briefen ein, deren Fülle und Wucht den publizierten Werken in Samuel Becketts fruchtbarsten Jahren in nichts nachsteht. Besonders die Briefe an den Kunsthistoriker Georges Duthuit, die das Entstehen von »Molloy, Malone stirbt, Der Namenlose« und »Warten auf Godot« begleiten, werden zum Prozess einer Selbstfindung. In immer neuen Anläufen dringt Beckett zum Kern der Ästhetik vor, die seine Werke prägt. In ihrer Gesamtheit gestatten uns Becketts Briefe, nachzuvollziehen, wie aus einem leidenschaftlich in seine Arbeit vertieften, kaum bekannten Schriftsteller infolge des sensationellen Erfolgs von »Warten auf Godot« ein weltberühmter Autor wird – und wie Beckett darauf reagiert. Der Band enthält umfassende Einführungen, die sich mit Becketts Situation im Krieg und mit dem einschneidenden Wechsel von der englischen zur französischen Sprache beschäftigen, ferner Stellenkommentare, Zeittafeln und Kurzporträts der wichtigsten Briefpartner. Die auf vier Bände angelegte Ausgabe erschließt zum ersten Mal das Briefwerk eines der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Samuel Beckett Bücher
Samuel Beckett, ein irischer Avantgarde-Schriftsteller, bietet eine kompromisslose Sicht auf die menschliche Natur und fängt die tragikomischen Aspekte des Lebens oft mit schwarzem Humor ein. Sein Werk, das im Laufe der Zeit immer minimalistischer wurde, zeichnet sich durch seinen reduzierten Stil aus. Becketts Stücke gelten als grundlegend für das absurde Theater, und sein Einfluss auf die moderne und postmoderne Literatur ist unermesslich.







Dramatische Werke I. Theaterstücke.
- 260 Seiten
- 10 Lesestunden
Samuel Beckett hat, wie vor ihm kein anderer Dramatiker, Epoche gemacht im Bewußtsein dieses Jahrhunderts. Selbst diejenigen, die kaum eine Zeile von ihm kennen und in seinen Stücken nur die Mülltonnen sehen, haben doch einen »Begriff« von diesem Autor. Denn in Becketts Werken findet dieses Jahrhundert seinen Ausdruck: Endzeit, Aussichtslosigkeit, Pessimismus und die Überzeugung von der Absurdität der menschlichen Existenz.
Es beginnt mit einem Scherz. Im November 1930 stellt Samuel Beckett (1906-1989) den Romanisten des Trinity College in Dublin einen Dichter namens Jean du Chas vor, den es nicht gibt. Mit parodierter Bildungshuberei und selbstverliebten Formulierungskünsten, die durch Sarkasmus gesteigert und in Schach gehalten werden, weist dieser Text auf Becketts ersten, postum veröffentlichten Roman Traum von mehr bis minder schönen Frauen voraus, der 1932 in Paris entstand, sowie auf den Erzählzyklus Mehr Prügel als Flügel aus dem Jahr 1934 (aus dem zwei Erzählungen aufgenommen wurden). Am Schluß der chronologisch nach dem Zeitpunkt des Entstehens geordneten Sammlung steht Immer noch nicht mehr, des Autors letzter Prosatext, geschrieben zwischen 1986 und 1988: fast Szene in der Reduziertheit des Raums und der Bewegungen; fast Gedicht in seinem Kreisen, Variieren, Wiederholen. Eines Nachts als er den Kopf auf den Händen am Tisch saß sah er sich aufstehen und gehen. Dante und der Hummer (so heißt die erste Erzählung aus Mehr Prügel als Flügel) macht alles, was in den Werken, in Einzelausgaben und sonst verstreut von Becketts kürzerer erzählender Prosa auf deutsch erschienen ist, zum ersten Mal in einem Band verfügbar -dazu drei kleine deutsche Erstveröffentlichungen: Das Bild, weder noch und Wie soll man sagen. schovat popis
Becketts erster Roman, posthum veröffentlicht, erzählt von der chaotischen Suche des jungen Belacqua nach seiner literarischen und persönlichen Identität. Das Werk ist ein virtuoses Spiel mit Sprache, Zitaten und Anspielungen, das sowohl quälend als auch komisch ist.
Dieser Band schließt die vierbändige Ausgabe der Briefe Samuel Becketts ab und umfasst die letzten 23 Jahre seines Lebens, in denen sich sein Werk weiter entfaltet. 1969 erhält Beckett den Nobelpreis und zieht sich nach Tunesien zurück, wo er sich der Flut an Glückwünschen und Zuschriften kaum entziehen kann. Immer wieder wird er von diesen Verpflichtungen überrollt, beklagt sich und findet dennoch zu neuer Schaffenskraft. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Theater- und Fernsehstücke sowie Prosa, darunter die Trilogie Gesellschaft, Schlecht gesehen schlecht gesagt und Aufs Schlimmste zu. Beckett inszeniert seine Stücke in Paris, London und häufig in Berlin, während er auch Fernsehstücke in Stuttgart realisiert. Er beschäftigt sich intensiv mit Selbstübersetzungen seiner Texte. Zudem hat er es mit Biografen wie Deirdre Bair und James Knowlson zu tun, was ihm zunächst widerwillig, dann aber kooperativ gelingt. Urlaube mit seiner Frau auf Malta, an der nordafrikanischen Küste oder in den Alpen dienen ihm als Flucht vor dem Pariser Kulturbetrieb, den er verabscheut, in dem er jedoch unermüdlich aktiv bleibt. Schließlich lassen seine Kräfte nach, und am 22. Dezember 1989 stirbt Beckett im Pflegeheim. In einem seiner letzten Schreiben äußert er pointiert: „Mein Hirn ist Matsch, kann nicht helfen. Bonne continuation.“
Die Briefe, die Samuel Beckett zwischen 1929 und 1940 in Irland, England, Frankreich und Deutschland geschrieben hat, vermitteln ein lebendiges und persönliches Bild jener Jahre und ermöglichen es, die allmähliche, tastende Herausbildung des ganz besonderen »Sensoriums« und der einzigartigen literarischen Stimme Becketts – gegen sein eigenes Zaudern, gegen Indifferenz und Ablehnung, die er erfuhr – zu verfolgen. Die auf vier Bände angelegte Ausgabe bietet zum ersten Mal eine umfassende Auswahl der Briefe einer der größten literarischen Figuren des 20. Jahrhunderts. Die Schreiben stammen aus den 60 Jahren, in denen Samuel Beckett als Autor aktiv war (1929–1989). Ausgewählt aus mehr als 15.000 erfaßten Briefen wurden Schreiben an Freunde, Maler und Musiker ebenso wie an Studenten, Verleger, Übersetzer und Kollegen in der literarischen und der Welt des Theaters. Sie werden begleitet von detaillierten Einführungen, Stellenkommentaren, Zeittafeln und Kurzporträts der wichtigsten Briefpartner. Die Briefe dokumentieren Samuel Becketts Entwicklung und sein vielfältiges Schaffen. Darüber hinaus lernen wir – lange nach der Veröffentlichung seiner Werke und viele Jahre nach James Knowlsons Biographie, die bereits aus Briefen zitiert – mit der ersten großen Briefausgabe den Jahrhundertautor noch einmal von einer neuen Seite und mit einem anderen Ton kennen: ebenso spannende wie aufschlußreiche Lektüre; eine Erfahrung sui generis.
Gedichte
- 91 Seiten
- 4 Lesestunden

