Während der Kriegsjahre in Frankreich war der Austausch von Briefen vielfach erschwert oder schlicht zu gefährlich . Nach Kriegsende jedoch setzt ein Strom von Briefen ein, deren Fülle und Wucht den publizierten Werken in Samuel Becketts fruchtbarsten Jahren in nichts nachsteht. Besonders die Briefe an den Kunsthistoriker Georges Duthuit, die das Entstehen von »Molloy, Malone stirbt, Der Namenlose« und »Warten auf Godot« begleiten, werden zum Prozess einer Selbstfindung. In immer neuen Anläufen dringt Beckett zum Kern der Ästhetik vor, die seine Werke prägt. In ihrer Gesamtheit gestatten uns Becketts Briefe, nachzuvollziehen, wie aus einem leidenschaftlich in seine Arbeit vertieften, kaum bekannten Schriftsteller infolge des sensationellen Erfolgs von »Warten auf Godot« ein weltberühmter Autor wird – und wie Beckett darauf reagiert. Der Band enthält umfassende Einführungen, die sich mit Becketts Situation im Krieg und mit dem einschneidenden Wechsel von der englischen zur französischen Sprache beschäftigen, ferner Stellenkommentare, Zeittafeln und Kurzporträts der wichtigsten Briefpartner. Die auf vier Bände angelegte Ausgabe erschließt zum ersten Mal das Briefwerk eines der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Samuel Beckett Bücher
Samuel Beckett, ein irischer Avantgarde-Schriftsteller, bietet eine kompromisslose Sicht auf die menschliche Natur und fängt die tragikomischen Aspekte des Lebens oft mit schwarzem Humor ein. Sein Werk, das im Laufe der Zeit immer minimalistischer wurde, zeichnet sich durch seinen reduzierten Stil aus. Becketts Stücke gelten als grundlegend für das absurde Theater, und sein Einfluss auf die moderne und postmoderne Literatur ist unermesslich.







Dramatische Werke I. Theaterstücke.
- 260 Seiten
- 10 Lesestunden
Samuel Beckett hat, wie vor ihm kein anderer Dramatiker, Epoche gemacht im Bewußtsein dieses Jahrhunderts. Selbst diejenigen, die kaum eine Zeile von ihm kennen und in seinen Stücken nur die Mülltonnen sehen, haben doch einen »Begriff« von diesem Autor. Denn in Becketts Werken findet dieses Jahrhundert seinen Ausdruck: Endzeit, Aussichtslosigkeit, Pessimismus und die Überzeugung von der Absurdität der menschlichen Existenz.
Es beginnt mit einem Scherz. Im November 1930 stellt Samuel Beckett (1906-1989) den Romanisten des Trinity College in Dublin einen Dichter namens Jean du Chas vor, den es nicht gibt. Mit parodierter Bildungshuberei und selbstverliebten Formulierungskünsten, die durch Sarkasmus gesteigert und in Schach gehalten werden, weist dieser Text auf Becketts ersten, postum veröffentlichten Roman Traum von mehr bis minder schönen Frauen voraus, der 1932 in Paris entstand, sowie auf den Erzählzyklus Mehr Prügel als Flügel aus dem Jahr 1934 (aus dem zwei Erzählungen aufgenommen wurden). Am Schluß der chronologisch nach dem Zeitpunkt des Entstehens geordneten Sammlung steht Immer noch nicht mehr, des Autors letzter Prosatext, geschrieben zwischen 1986 und 1988: fast Szene in der Reduziertheit des Raums und der Bewegungen; fast Gedicht in seinem Kreisen, Variieren, Wiederholen. Eines Nachts als er den Kopf auf den Händen am Tisch saß sah er sich aufstehen und gehen. Dante und der Hummer (so heißt die erste Erzählung aus Mehr Prügel als Flügel) macht alles, was in den Werken, in Einzelausgaben und sonst verstreut von Becketts kürzerer erzählender Prosa auf deutsch erschienen ist, zum ersten Mal in einem Band verfügbar -dazu drei kleine deutsche Erstveröffentlichungen: Das Bild, weder noch und Wie soll man sagen. schovat popis
»Traum von mehr bis minder schönen Frauen« ist ein pikaresker, unflätiger, philosophischer Bericht über des jungen Mannes Belacqua ungestüme Suche nach der eigenen literarischen und persönlichen Identität; das überschäumend virtuose, mit Sprachen, Zitaten und Anspielungen jonglierende, teils sehr quälerische, teils überaus komische Buch eines Genies. Eine extreme Herausforderung für den Übersetzer, Wolfgang Held, der über den Roman schreibt: »Es ist ein erstaunlich ausgeformtes, höhen- und tiefentrunkenes, zynisch-saturnisch schillerndes, psychotisch-satirisch-puritanisch-faunisches Werk, voll subtiler Vulgarismen und Sophismen, und der ganze spätere Beckett steckt in diesem ›wombtomb‹ in Belacquas fauler Haut, die da unterm Felsen in Dantes Purgatorium zusammengerollt die Chance vertut, am Engel vorbei durch die Himmelspforte zu schlüpfen; auch daß er ein Lautenmacher war im historischen Florenz, findet ein Echo bei Beckett: es ist ein ungemein musikalisch fein strukturierter Text.«"
Dieser Band schließt die vierbändige Ausgabe der Briefe Samuel Becketts ab und umfasst die letzten 23 Jahre seines Lebens, in denen sich sein Werk weiter entfaltet. 1969 erhält Beckett den Nobelpreis und zieht sich nach Tunesien zurück, wo er sich der Flut an Glückwünschen und Zuschriften kaum entziehen kann. Immer wieder wird er von diesen Verpflichtungen überrollt, beklagt sich und findet dennoch zu neuer Schaffenskraft. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Theater- und Fernsehstücke sowie Prosa, darunter die Trilogie Gesellschaft, Schlecht gesehen schlecht gesagt und Aufs Schlimmste zu. Beckett inszeniert seine Stücke in Paris, London und häufig in Berlin, während er auch Fernsehstücke in Stuttgart realisiert. Er beschäftigt sich intensiv mit Selbstübersetzungen seiner Texte. Zudem hat er es mit Biografen wie Deirdre Bair und James Knowlson zu tun, was ihm zunächst widerwillig, dann aber kooperativ gelingt. Urlaube mit seiner Frau auf Malta, an der nordafrikanischen Küste oder in den Alpen dienen ihm als Flucht vor dem Pariser Kulturbetrieb, den er verabscheut, in dem er jedoch unermüdlich aktiv bleibt. Schließlich lassen seine Kräfte nach, und am 22. Dezember 1989 stirbt Beckett im Pflegeheim. In einem seiner letzten Schreiben äußert er pointiert: „Mein Hirn ist Matsch, kann nicht helfen. Bonne continuation.“
Die Briefe, die Samuel Beckett zwischen 1929 und 1940 in Irland, England, Frankreich und Deutschland geschrieben hat, vermitteln ein lebendiges und persönliches Bild jener Jahre und ermöglichen es, die allmähliche, tastende Herausbildung des ganz besonderen »Sensoriums« und der einzigartigen literarischen Stimme Becketts – gegen sein eigenes Zaudern, gegen Indifferenz und Ablehnung, die er erfuhr – zu verfolgen. Die auf vier Bände angelegte Ausgabe bietet zum ersten Mal eine umfassende Auswahl der Briefe einer der größten literarischen Figuren des 20. Jahrhunderts. Die Schreiben stammen aus den 60 Jahren, in denen Samuel Beckett als Autor aktiv war (1929–1989). Ausgewählt aus mehr als 15.000 erfaßten Briefen wurden Schreiben an Freunde, Maler und Musiker ebenso wie an Studenten, Verleger, Übersetzer und Kollegen in der literarischen und der Welt des Theaters. Sie werden begleitet von detaillierten Einführungen, Stellenkommentaren, Zeittafeln und Kurzporträts der wichtigsten Briefpartner. Die Briefe dokumentieren Samuel Becketts Entwicklung und sein vielfältiges Schaffen. Darüber hinaus lernen wir – lange nach der Veröffentlichung seiner Werke und viele Jahre nach James Knowlsons Biographie, die bereits aus Briefen zitiert – mit der ersten großen Briefausgabe den Jahrhundertautor noch einmal von einer neuen Seite und mit einem anderen Ton kennen: ebenso spannende wie aufschlußreiche Lektüre; eine Erfahrung sui generis.
Gedichte
- 91 Seiten
- 4 Lesestunden
Erzählungen
- 266 Seiten
- 10 Lesestunden
Die Erzählungen Samuel Becketts erschienen in dieser Zusammenstellung innerhalb der Werke 1976. Der Band umfaßt alle kürzeren Prosatexte Becketts in chronologischer Folge, die zu diesem Zeitpunkt in deutscher Sprache erschienen waren.
Dramatische Dichtungen in drei Sprachen
- 423 Seiten
- 15 Lesestunden
Proust
- 103 Seiten
- 4 Lesestunden
Mit Photos, Zeichnungen und Zeugnissen der Freunde
Molloy Malone stirbt Der Namenlose
- 570 Seiten
- 20 Lesestunden
»Dann ging ich in das Haus zurück und schrieb: ›Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben.‹ Es war nicht Mitternacht. Es regnete nicht.« So endet der Roman Molloy, der erste Teil einer Romantrilogie, die mit Malone stirbt fortgesetzt wird und mit dem Roman Der Namenlose endet. Die Trilogie, zwischen 1951 und 1953 erstmals erschienen, ist in mancherlei Hinsicht eine epische Parallele zu Becketts weltberühmtem Theaterstück Warten auf Godot. Auch hier gibt es keine eigentliche Handlung, es wird vielmehr eine Situation wirklich: eine furchtbare Vision unserer Welt, in der der Mensch zu schrumpfen beginnt und dem Zerfall anheimfällt oder im Sterben liegt und auf sein Innerstes zurückgeworfen ist oder ohne Geschichte dahinvegetiert auf der Suche nach Ruhe und Schweigen und dennoch das Verlangen hat, Zeugnis abzulegen.
Das letzte Band
- 91 Seiten
- 4 Lesestunden
Ich gehöre ja zu den allergrößten Bewunderern der Darstellungskunst des Christian Brückner, die er glücklicherweise immer wieder unter Beweis stellt. Auch diesmal würde ich wohl wieder viel zu schwärmen haben... gäbe es da nicht von Das letzte Band eine legendäre Aufnahme von Martin Held, und zwar von einer Inszenierung, die der große Samuel Beckett 1970 selbst im Schillertheater Berlin auf die Bühne gebracht hat. Gerade im Vergleich mit dem wie immer souveränen Brückner wird klar, wie grandios Martin Held den alternden Krapp gibt, der sich in diesem kargen Stück Becketts die Tonbänder des jungen Krapp anhört und dabei die Vergeblichkeit allen menschlichen Strebens erkennen muss. --Christian Stahl Spieldauer: ca. 40 Minuten, 1 CD, szenische Lesung des Theaterstücks
Spectaculum 5
Moderne Theaterstücke
Erzählungen und Texte um Nichts
- 167 Seiten
- 6 Lesestunden
Die drei "Erzählungen" sind 1945 entstanden, die dreizehn "Texte um Nichts" 1930. Gemeinsam führen sie ein in die typische Gestaltenwelt und die stetig sich wiederholende Problematik Samuel Becketts. Sie machen keine Zugeständnisse, aber sie sind leichter zugänglich als die großen epischen Dichtungen, zu denen sie sich verhalten wie ein Bruchstück zum Ganzen, ein Bruchstück, aus dem man das Ganze rekonstruieren könnte.
Gedichte. Englisch - Deutsch. Französisch - Deutsch.
- 91 Seiten
- 4 Lesestunden
In diesem Roman gibt es komplexe Liebesverwicklungen: Neary liebt Miss Counihan, die Murphy liebt, während Murphy Celia liebt. Mit einem bunten Ensemble von Dienern und Vertrauten sorgt der Autor für komische Verwirrungen. Die Kapitel sind direkt und präzise, mit vielen Verweisen, die die Verwirrung noch verstärken.
Der Namenlose
- 178 Seiten
- 7 Lesestunden
Der Namenlose beschließt die Trilogie, deren erste Bände Molloy (st 2406) und Malone stirbt (st 2407) sind. Auch in diesem Roman nimmt Beckett sein altes Thema vom Hinscheiden des Menschen wieder auf. Mahood, der Namenlose, ist das Menschheits-Ich, auf der Suche nach sich selbst, das unermüdlich neue Fragen stellt. Er erlebt nichts mehr, kennt keine Geschichten mehr, hält nur noch einen Monolog ohne Ende, dessen Faden ihm immer wieder entgleitet, immer wieder neu aufgegriffen wird, erfüllt vom Wunsch nach Ruhe und Schweigen und dem Verlangen, Zeugnis zu geben
Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren und starb am 22. Dezember 1989 in Paris. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und erhielt 1969 den Literaturnobelpreis. Beckett ist dem breiten Publikum hauptsächlich durch seine Dramen, insbesondere Warten auf Godot , bekannt, verfasste aber auch Prosa und Lyrik.
Molloy, the first of the three masterpieces which constitute Samuel Beckett’s famous trilogy, appeared in French in 1951, followed seven months later by Malone Dies (Malone meurt) and two years later by The Unnamable (L’Innommable). Few works of contemporary literature have been so universally acclaimed as central to their time and to our understanding of the human experience.
Watt
- 270 Seiten
- 10 Lesestunden
Die Figuren dieses Romans, die bereits an Warten auf Godot denken lassen, sind eigentlich alle Clowns und ihre Reden Clownsreden. Wie bei Becketts erstem, weltberühmtem Stück spielt auch hier das Verhältnis von Herr und Knecht eine entscheidende Rolle; Watt ist, wie viele andere vor und nach ihm, ein Knecht von Knott, und so geht es denn hauptsächlich um die skurrilen Umstände, unter denen Watt im Hause Knott seinen Dienst tut und von denen er dem Erzähler schließlich bei gemeinsamem Aufenthalt im Irrenhaus zu berichten versucht.
Malone stirbt
- 154 Seiten
- 6 Lesestunden
"Malone stirbt" ist der zweite Teil einer Trilogie, in dem Malone im Sterben liegt und die letzten Tage seines Lebens mit Spielen und Selbstbeobachtung verbringt. Während die äußere Welt auf ein kahles Zimmer und minimale Besitztümer schrumpft, entfaltet sich seine innere Welt zunehmend.
Bereits in seinem frühen Roman «Murphy» schreibt Samuel Beckett über das Thema, das ihn zeit seines Lebens beschäftigen sollte – die Absurdität des menschlichen Strebens. Ein junger Ire verbringt nackt, gefesselt und bewegungslos Stunden in einem Schaukelstuhl, um den Zwängen allen irdischen Seins in mystischer Versenkung zu entgehen. Die Liebe zu einer Prostituierten scheitert an seiner Weigerung, sich dem Diktat der alltäglichen Notwendigkeiten zu unterwerfen. Er verdingt sich als Hilfspfleger in einer Irrenanstalt, wo er sich mit den Insassen verbrüdert. «Murphy» bricht radikal mit den Gesetzmäßigkeiten und Sinnstiftungen des traditionellen Romans. Das Buch ist, wie es an einer Stelle heißt, «sorgfältig darauf zugeschnitten, den gebildeten Leser zu verderben».
Eleutheria
- 144 Seiten
- 6 Lesestunden
1940 verfasst Samuel Beckett sein erstes Theaterstück: Eleutheria (Freiheit). Lange blieb es unveröffentlicht, überschattet von der legendären Uraufführung seines zweiten Stücks Warten auf Godot, 1953 unter der Regie von Roger Blin. Eleutheria ist eine brillante, bitterböse Familienstudie: Victor, der Held der Geschichte und unglücklicher Sohn, verlässt seine gutbürgerliche Familie – Mutter und Vater Krap. Auf der Bühne aber bleiben die beiden Schauplätze des Stücks, Victors Pension und der Krap’sche Salon, stets beisammen, gehen gar ineinander über. Und so ist jederzeit gegenwärtig, trifft jederzeit nebeneinander aufeinander, was der verlorene Sohn tut, und wie im Salon recht merkwürdige Besucher vor sich hin und aneinander vorbei räsonieren. In einzigartiger jugendlicher Impulsivität und Surrealität legt Eleutheria Figuren, Situationen und Themen an, zu denen Beckett immer wieder zurückkehren wird.
Vier Menschen sind die Helden dieser grotesken Tragödie. Sie werden gezeigt kurz vor dem Verlöschen des Lebens – nicht allein ihres Lebens, sondern des Lebens überhaupt.
Über dieses Jahrhundertstück des irischen Nobelpreisträgers Samuel Beckett schrieb der Philosoph Günther Anders: »Der Clown ist von einer Traurigkeit, die, da sie das traurige Los der Menschen überhaupt abspiegelt, die Herzen all Menschen solidarisiert und durch diese ihre Solidarisierung erleichtert … Die Farce scheint zum Refugium der Menschenliebe geworden zu sein: die Komplizenhaftigkeit der Traurigen zum letzten Trost. Und weiß auch die Tröstung nicht, warum sie tröstet und auf welchen Godot sie vertröstet – sie beweist, daß Wärme wichtiger ist als Sinn; und daß es nicht der Metaphysiker ist, der das letzte Wort behalten darf, sondern nur der Menschenfreund.« Dreisprachige Ausgabe: Auf den Doppelseiten findet sich auf der linken Seite in der linken Spalte der französische, in der rechten Spalte der englische Originaltext und auf der rechten Seite – etwas größer gedruckt und über die gesamte Seitenbreite – die Übersetzung ins Deutsche.
Ein älteres Paar, Winnie und Willie, vegetiert in einem zeitlichen und geographischen Vakuum seinem Ende entgegen. Winnie steckt in einem Erdhaufen – ein weiblicher Torso, der sich vergeblich bemüht, seine einstige Ganzheit als Rolle weiterzuspielen. Vor der Gewißheit ihrer Verwesung flüchtet sie sich in das trostlos zelebrierte Ritual banaler Beschäftigungen mit Gegenständen, die ihren Sinn verloren haben. Die Monologe ihrer qualvollen Isolation balancieren am Rande des Schweigens, das ihren Partner Willie bereits umfängt. Seine seltenen, schwachen Lebenszeichen elektrisieren Winnie, erfüllen sie mit einer Glückshoffnung. In Willie zucken Funken von Vitalität auf, für Winnie wird durch diese Clownerie die Zeitwüste zu einem »glücklichen Tag«.
Mehr Prügel als Flügel
- 215 Seiten
- 8 Lesestunden
Becketts erster, aus zehn Erzählungen bestehender und 1934 veröffentlichter Prosaband, enthält in nuce bereits die Welt von Murphy, Watt, Molloy und späteren Beckett-Helden. Der Protagonist dieses »Romans in Erzählungen«, Belacqua, ist Student in Dublin. Sein Name verweist auf eine Figur in Dantes Purgatorio, die dort, im Fegefeuer, für ihr Faulenzerleben zu büßen hat. Dieser Belacqua stößt die Welt mit ihren Freuden, ihrer Seichtheit und Vorbestimmtheit zurück, um ganz für sich zu bleiben udn vor sich hin zu brüten, weil »die Seele durch Sitzen und Ausruhen weise wird«. Becketts Belacqua demonstriert die Freuden der Melancholie, sei es im Studium, bei einer Landpartie, in der Kneipe beim Bier oder bei einem Treffen mit einer Damenbekanntschaft – das heißt, das Buch ist alles andere als melancholisch. Becketts Ironie steht bereits in voller Blüte.
Samuel Beckett schreibt 1956 auf Einladung des BBC sein erstes Hörspiel: Alle, die da fallen. Sein Biograph James Knowlson nennt es »das komische Gegenstück zu Endspiel«. Dieses Hörspiel ist der Beginn einer Reihe kurzer dramatischer Stücke, die im Gesamtwerk Becketts an zentraler Stelle stehen: Denn er wendet sich mit ihnen neben dem Theater auch anderen Medien zu. Dabei legen sich Motive aus und Querverweise auf Malerei und Musik wie ein Netz über die in diesem Band vollständig versammelten, chronologisch geordneten Stücke für Radio, Film und Fernsehen: Nicht zuletzt ist der Titel Nacht und Träume einem Schubert-Lied enthoben.
Bissig, ätzend und mit blasphemischem Witz – in Echos Knochen treibt der junge Beckett sein anspielungsreiches, selbstreflexiv ironisches Erzählen auf die Spitze. Als Samuel Beckett 1933 den Erzählzyklus More Pricks than Kicks ( Mehr Prügel als Flügel ) einreichte, fand der Lektor das Manuskript etwas schmal, er bat um einen weiteren Beitrag, und Beckett schrieb Echo’s Bones . Dafür holte er Belacqua, den Helden der bisherigen Geschichten, der bei einer Operation gestorben war, zurück. Der Lektor las den Text, er war ihm zu wild, und Beckett »vergrub« ihn. Erst 2014 ist die Erzählung publiziert worden: Beckett versetzte Belacqua in eine Unterwelt der Mythen und Gespenster und konfrontierte ihn mit den Ausgeburten seiner maßlosen Belesenheit. Es war sein letzter und radikalster Versuch, die explodierende innere Welt zu bändigen, bevor er sich in eine Psychoanalyse begab und die Wende hin zur französischen Sprache und zu Strenge und Kargheit vollzog. »Belacqua ist ein Mensch, der, gestorben und begraben, wiederhergestellt für den Dschungel, ja wirklich für den Dschungel, restlos erschöpft und im Vollgefühl seiner Schwächen tagein, tagaus von Herzrasen geplagt, zigarrerauchend und nasebohrend und ganz schrecklich unter seinem Ausgesetztsein leidend auf dem Zaun hockt …«
Die beiden Hauptpersonen Mercier und Camier wollen gemeinsam eine Reise unternehmen, ausgerüstet nur mit einem Fahrrad, einem Regenschirm, einem Wettermantel und einem Sack. Aber sie kommen nicht weit und kehren immer wieder in die Stadt zurück, die ihnen vertraut ist und wo sie notfalls bei einer Helene unterschlüpfen können.
Zukunft seit 1560
Von der Kunstkammer zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
- 231 Seiten
- 9 Lesestunden
Deutscher Kunstverlag, Berlin, (2010). 286 S., Pbd. mit Lesebndchen, quart - neuwertig -
Ausgewählte Erzählungen
- 228 Seiten
- 8 Lesestunden
Werke I-2 Dramatische Werke
Hörspiele Pantomime. Film. Fernsehspiel
Werke. Band 9
Wie es ist
Spectaculum IX
Sieben moderne Theaterstücke. Kommen und Gehen. Ganze Tage in den Bäumen. Tango. O'Flaherty. Ein Aufruf zum Wehrdienst. Jagdszenen aus Niederbayern. Bürger Schippel. Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade
Enth.: Der deutsche Mittagstisch / Bernhard, Thomas. Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben / Dorst, Tankred. Engelchens Sturmlied / Kuhlmann, Harald. Kelly / Roth, Patrick. Schlusschor / Strauss, Botho. Die Goldberg-Variationen / Tabori, George. Mit Materialien zu den Stücken und Autoren
Gesellschaft
- 157 Seiten
- 6 Lesestunden
Flötentöne. Französ.-Dtsch.
- 350 Seiten
- 13 Lesestunden
Samuel Becketts Verse wurden von Elmar Tophoven und Karl Krolow ins Deutsche übersetzt. Beide Autoren ergänzen ihre "Flötentöne" mit Werkstattberichten, in denen sie die Herausforderungen der Übersetzung erläutern und kommentieren.
Stücke, kleine Prosa
- 377 Seiten
- 14 Lesestunden
In dieser Erzählung von Beckett steht eine 'Person' im Mittelpunkt, die an ihrem Lebensabend grundlegenden Veränderungen unterworfen ist. Sie beobachtet den Wechsel der Jahreszeiten und das Spiel von Tag und Nacht, während sie sich zwischen Fenstern bewegt. Ihre Hauptbewegung ist das Öffnen und Schließen der Augen, was ihre Wahrnehmung und Vorstellungskraft beeinflusst.
Die "Deutschen Tagebücher" von Samuel Beckett dokumentieren seine Reise durch Deutschland von 1936 bis 1937 und bieten Einblicke in seine ästhetische Entwicklung sowie in das Leben im nationalsozialistischen Deutschland. Der erste Band enthält das englische Original mit deutschen Elementen, während der zweite Band ergänzende Kommentare und Register bietet.
Die Welt und die Hose
- 44 Seiten
- 2 Lesestunden
»Diese Freundschaft mit Beckett ist das wichtigste Ereignis in meinem Leben. Er hatte Augen für meine Arbeitsweise. Und was er in Worten ausdrücken konnte, das tat ich mit meinen Bildern«, schrieb Bram van Velde. Viele Jahre lang war Beckett einer von wenigen, der den Werken der Brüder van Velde seine Blicke widmete. Und was ist ein Kunstwerk ohne Betrachter?, fragt Beckett. Ein Bild braucht jemanden, der es rettet – oder zerstört. Als das Œuvre van Velde schließlich in der Pariser Galerie Maeght einem kunstinteressierten Publikum zugänglich gemacht wurde, verfasst Beckett 1945 Die Welt und die Hose. Der Essay, erstmalig erschienen unter dem Titel La peinture des van Velde ou Le monde et le pantalon in der Kunst- und Literaturzeitschrift Les Cahier d’Art, verknüpft kunstästhetische Debatten mit dem Werk von Geer und Bram van Velde und zerlegt dabei selbstironisch die Disziplin der Kunstkritik.
Mirlitons sind Instrumente, die die Stimme durch eine Membran verändern, verzerren, wie das am einfachsten mit Seidenpapier am Kamm geschieht oder bei Jahrmarktströten: billig, simpel, schrill, komisch. Menschliche Stimme trifft auf gespanntes Papier. Als vers de mirliton bezeichnet das Französische aber auch schlichte Reimereien. Und so stolpern Becketts lakonische Slapsticks, seine Mirlitonnades trickreich von einem schiefen Reim in den nächsten, von leichter Melancholie bis zu tiefschwarzem Humor. Er notierte sie 1977 auf Kalenderseiten, Fahrplanrändern, einem Black-Label-Etikett, wie in dieser zweisprachigen Ausgabe zu sehen. Seine in Versen verfassten Trötentöne sind Ohrwürmer der Vergeblichkeit.
Samuel Beckett (1906-1989) läßt in dem 1958 entstandenen und uraufgeführten Monolog einen neunundsechzigjährigen Schriftsteller, ziemlich erfolglos, aus seinem Tonbandarchiv, in dem er sein Leben akustisch dokumentiert, das Magnetband hervorkramen, das er vor einem Lebensalter, als Neununddreißigjähriger, besprochen hat. Wühlen sich andere Gestalten Becketts in die Erde zurück, so gräbt sich Krapp in den eigenen Lebensschutt. Maulwurfexistenz. Lebenslauf als labyrinthischer Schneckengang. Porträt des Künstlers als Vexierbild. Ineinander verschachtelte Lebensalter. Das ältere sitzt über das jüngere Ich zu Gericht. Schrumpfdasein: Gegenwart ist nur noch Kommentar zur Vergangenheit. Ein Leben von der Spule.
Der Held berichtet, wie er aus einem Haus, in dem er offenbar seit Jahren gewohnt hat, buchstäblich hinausgeworfen wird und ein Stück durch die Stadt wandert, die zwar seine Geburtsstadt ist, ihm aber längst nicht mehr vertraut. Er setzt sich in eine Pferdedroschke, lässt sich erst planlos herumfahren, geht dann mit dem Kutscher auf Zimmersuche und übernachtet schließlich bei ihm im Pferdestall, von wo er im Morgengrauen wegläuft. Mit dieser Erzählung unternimmt Samuel Beckett, der bis dahin alle Werke auf Englisch geschrieben hatte, 1946 einen Neuansatz in französischer Sprache. Die vorliegende dreisprachige Ausgabe präsentiert die deutsche Übersetzung neben der englischen und dem französischen Original.
Die 1966 entstandene Erzählung beschreibt ein Bild: 200 nackte Körper befinden sich in einem Zylinder; sie sind in vier Gruppen eingeteilt, in diejenigen, die ständig in Bewegung sind, diejenigen, die manchmal innehalten, dann Sesshafte, und schließlich solche, die alles Suchen aufgegeben haben. Als der Letzte innehält, wird es dunkel; das Ende bricht an. Dem geometrischen Objekt schreibt Beckett eine Szenerie ein, die sich irgendwo zwischen Dantes Purgatorium und dem unendlichen Limbo des Vorbewussten bewegt. Das Gedränge der Leiber rückt zur Unwahrscheinlichkeit der Welt zusammen. Der Originaltitel Le dépeupleur ist dabei von einer Gedichtzeile des Dichters Alphonse de Lamartine inspiriert: »Un seul être vous manque et tout est dépeuplé« – »Ein einziges Wesen fehlt einem, und alles ist verwaist.« Die vorliegende Ausgabe stellt die deutsche Übersetzung neben dem englischen und französischen Original Samuel Becketts vor.



























































