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Joseph Breuer

    Josef Breuer war ein österreichischer Arzt und Physiologe, der als wichtiger Vorreiter der Psychoanalyse anerkannt wurde. Seine Arbeit mit einer Patientin, Anna O., führte zur Entdeckung der kathartischen Methode, bekannt als „Sprechkur“, die für das spätere Werk von Sigmund Freud entscheidend war. Breuer entwickelte die Theorie, dass neurotische Symptome aus unbewussten Prozessen resultieren und verschwinden, wenn diese bewusst werden. Obwohl seine Zusammenarbeit mit Freud schließlich aufgrund theoretischer Differenzen endete, stellen Breuers frühere wissenschaftliche Beiträge zum Atemzyklus und zum Gleichgewichtssinn ebenfalls bedeutende physiologische Fortschritte dar.

    Studien über Hysterie
    • Studien über Hysterie

      • 331 Seiten
      • 12 Lesestunden
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      Die ›Studien über Hysterie‹ (1895) gelten als Ursprung der Psychoanalyse. Obwohl die psychoanalytischen Behandlungsverfahren und die Theorie der Verdrängung zu diesem Zeitpunkt noch nicht entwickelt waren, sind die Anfänge dieser Konzepte in den Studien erkennbar. Durch die sogenannte »kathartische Methode« erlangten die Autoren bahnbrechende Einsichten in den Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und neurotischen Erkrankungen und erkannten das bedeutende Phänomen der Übertragung. Anhand bekannter Krankengeschichten wie Anna O. und Emmy v. N. kann der Leser die Forschungsmethoden der beiden Autoren nachvollziehen. In der Einleitung beschreibt der Hysterie-Forscher Stavros Mentzos, wie sich der Begriff der Hysterie im Laufe der letzten hundert Jahre auf ein spezifisches, ödipal zentriertes Krankheitsbild verengte und dadurch an Relevanz verlor. Mentzos plädiert dafür, »Hysterie« nicht als nosologisches Etikett, sondern als eine Form der Konfliktverarbeitung zu betrachten, die sich in theatralischen unbewussten Inszenierungen äußert. Aus dieser Perspektive zeigt sich die Auffassung von Hysterie in den ›Studien‹ von Breuer und Freud als bemerkenswert modern.

      Studien über Hysterie