Karl Kraus, geboren am 28. April 1874 in Gitschin, ist am 12. Juni 1936 in Wien gestorben. Das erste Buch von Karl Kraus, erschienen 1908, vereinigt die wichtigsten Arbeiten, die er zwischen 1902 und 1907 in seiner Zeitschrift Die Fackel zu Fragen der Gesetzgebung und der Rechtsprechung – zumal auf dem Feld der Sexualjustiz – veröffentlicht hat. An einer Vielzahl schlagender Beispiele werden Weltfremdheit und Lebensfeindlichkeit einer Judikatur dargetan, die mit ihrem Versuch, das vermeintliche Rechtsgut der »Sittlichkeit« zu schützen, der »Kriminalität« geradezu Vorschub leistet und überdies den Schutz wirklicher Rechtsgüter, der Gesundheit, der Willensfreiheit und der Unmündigkeit, versäumt. Leidenschaftlich nimmt sich Kraus der Opfer dieser Strafrechtspflege an: der Kranken, der Armen, der Frauen, und erhebt beredte Klage gegen ihre Verfolger: die Gesellschaft, das Gericht und die Presse. Das der Sache nach noch immer höchst aktuelle Buch stellt zugleich die erste Probe dar einer polemischen und satirischen Meisterschaft, die sich schon hier des erhellenden Witzes und des enthüllenden Zitats souverän zu bedienen weiß.
Karl Kraus Bücher
Karl Kraus gilt als eine herausragende Figur der europäischen Satire, oft als erster bedeutender Satiriker des Kontinents seit Jonathan Swift bezeichnet. Sein scharfer Witz und seine kritische Linse richteten sich hauptsächlich gegen die Presse, den Zustand der deutschen Kultur und die politische Landschaft Deutschlands und Österreichs. Durch seine vielfältige Arbeit als Schriftsteller, Journalist, Dramatiker und Dichter nutzte Kraus Aphorismen und Essays als mächtige Werkzeuge, um die Gesellschaft seiner Zeit zu sezieren und zu kritisieren, und hinterließ damit unauslöschliche Spuren im literarischen und journalistischen Diskurs.







Das Buch der Bücher von Peter Altenberg. Band 1-3.
- 1004 Seiten
- 36 Lesestunden
Eine gemeinsame Veröffentlichung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung An seinem Grab versammelte sich vor 90 Jahren das Wien des Fin de Si?e: Egon Friedell, Arnold Schönberg, Adolf Loos, Karl Kraus und hunderte andere Freunde und Bewunderer nahmen Abschied von Peter Altenberg (1859-1919). In diesem tragischen Genie hatte die Wiener Kaffeehausszene ihren Chronisten gefunden: Altenberg hielt fest, was der Tag ihm zutrug - in Prosaskizzen mit Blitzlichtwirkung, Texten, die gegen Ende seines von Alkohol- und Drogenkonsum beschädigten Boh?lebens in Gedankensplitter zerfielen, denen das Wort kaum mehr nachkam. Peter Altenbergs Werk ist heute nur noch in wenigen schmalen Auswahlausgaben greifbar. Mit dieser Edition erscheint zu seinem 150. Geburtstag am 9. März die umfangreichste Werkausgabe, die es je gab: Anhand von Arbeitsexemplaren ist hier die dreibändige Auswahl rekonstruiert, die ursprünglich Altenbergs Freund und Bewunderer Karl Kraus geplant hatte
Nestroy und die Nachwelt
- 216 Seiten
- 8 Lesestunden
Hüben und drüben
- 423 Seiten
- 15 Lesestunden
Karl Kraus, geboren am 28. April 1874 im böhmischen Gitschin, ist am 12. Juni 1936 in Wien gestorben. Die Fackel der Jahre um 1933 nimmt mit beinahe allen Artikeln, die der vorliegende Band zusammenstellt, Bezug auf Hitlers ›Machtergreifung‹ – indem sie zunächst die Voraussetzungen und dann die Folgen dieser Katastrophe dokumentiert und diskutiert. Ein zentrales Thema bildet hier wie dort die Politik der Sozialdemokratie beider Republiken. Ebenso unnachsichtig faßt Karl Kraus den Zustand einer Kultur ins Auge, die, von der Presse beherrscht und zur Kulturindustrie heruntergekommen, dem Einbruch der Barbarei nichts entgegenzusetzen hat. Zu den Schriften dieser Jahre gehören allerlei Meisterwerke der Polemik wie der Satire und einige von Kraus’ vollkommensten Werken überhaupt – wie der Briefwechsel mit der »Literarischen Welt « und die Rede am Grab von Adolf Loos. Das Hauptstück des Bandes, ein Buch im Buch, bildet der Anfang 1934 abgefaßte Brief Warum die Fackel nicht erscheint , in dem auf mehr als 150 Seiten der Entschluß begründet wird, die Dritte Walpurgisnacht von 1933, Kraus’ Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, unveröffentlicht zu lassen.
William Shakespeares Sonette zählen zu den schönsten Texten der Weltliteratur und sind voller Brüche und Rätsel. Hanno Helbling, selbst Shakespeare-Übersetzer, hat für diesen Band die Übertragungen ausgewählt, um ein Panorama der wichtigsten Übersetzungen dieser leidenschaftlichen Gedichte zu präsentieren.
Dritte Walpurgisnacht
- 389 Seiten
- 14 Lesestunden
Mit der Einsicht, daß »Gewalt kein Objekt der Polemik, Irrsinn kein Gegenstand der Satire« sei, hat Karl Kraus sein Schweigen im Anblick des Grauens begründet, das mit Hitlers ›Machtergreifung‹ ins Leben getreten ist. Der Versuch, über dieses »Versagen« Rechenschaft zu geben, sollte im Herbst 1933 auf vierhundert Seiten der Fackel erscheinen; aber weil die Schrift unversehens doch zu einer Abrechnung mit dem Nazi-Regime geraten war, deren Publikation Menschenleben hätte gefährden können, ist sie unveröffentlicht geblieben. Heute erscheint die entsetzte Diagnose, die Kraus mit der Dritten Walpurgisnacht dem ›Dritten Reich‹ gestellt hat, wie eine Prognose von Stalingrad und Auschwitz – und kann darum auch für eine triftigen Beweis der Möglichkeite gelten, daß Weltkrieg und Holocaust schon den Vorgängen abzulesen waren, die sich in der Schrift aus den ersten Monaten des Regimes angeführt und aufgeschlüsselt finden. Die Neuausgabe des von Karl Kraus im Herbst 1933 aufgegebenen Werks bietet dessen Text in einer gegenüber der Erstausgabe von 1952 neu konstituierten und im einzelnen vielfach korrigierten Gestalt und gibt im Anhang allerlei Hilfen zum genaueren Verständnis dieser (nach den Letzten Tagen der Menschheit ) umfangreichsten und gewichtigsten Schrift von Karl Kraus.
Widerschein der Fackel. Glossen.
- 434 Seiten
- 16 Lesestunden
Suhrkamp Taschenbuch - 1: Weltgericht
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
Ich möchte die denkenden Männer und Frauen der alliierten Länder bewegen, sich zu verbinden, um eine Lebensauffassung zu fördern, die den Krieg unmöglich macht. Nach diesem schrecklichen Blutopfer sollten wir nicht mehr unter einer Flut von dummen Gedichten und Geschichten leiden, die den Krieg verherrlichen. Unsere Kinder sollten nicht mehr mit Büchern aufgezogen werden, die ihre natürliche Neigung zum Töten verstärken. Ich betone, dass seit der Entstehung der Presse die Neigung zur Kriegsführung durch Schriftsteller erheblich gesteigert wurde. Wenn dies so weitergeht, müssen wir jeden Traum von dauerhaftem Frieden aufgeben. Wenn sich die Schriftsteller aller Länder, unterstützt von Malern und Musikern, nach dem Krieg nicht selbst zurücknehmen, wird die nächste Generation mit einem Hunger nach Krieg aufwachsen.
Theater der Dichtung
- 573 Seiten
- 21 Lesestunden



