Bild-Störung
- 238 Seiten
- 9 Lesestunden
Günter Wallraff ist ein deutscher Autor und Journalist, der für seine aufsehenerregenden investigativen Recherchemethoden bekannt ist. Seine Werke widmen sich oft den Arbeitsbedingungen der unteren Schichten und üben Kritik am Boulevardjournalismus. Wallraff nimmt für seine Recherchen eine fiktive Identität an, um die Lebenswelt der untersuchten Gruppen aus erster Hand zu erfahren. Auf diese Weise schafft er Bücher, die soziale Missstände anprangern und den Lesern neue Einblicke in die Funktionsweise der Gesellschaft vermitteln sollen.







Mit »13 unerwünschte Reportagen« begründete Günter Wallraff Ende der 60er Jahre seinen Ruf als Autor kritischer Sozialreportagen. »Unter denen, die in der Bundesrepublik publizieren, nimmt Günter Wallraff mit seinen Reportagen eine Ausnahmestellung ein. ... Er dringt in die Situation, über die er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede ›Überhöhung‹ vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte. ... Betrachtet man seine Berichte genau, so wird in ihnen allen Herrschaft entlarvt.« Heinrich Böll
Erweiterte Neuausgabe mit einem aktuellen Nachwort von Georg Restle
Der Mann, der bei Bild Hans Esser war – Günter Wallraffs Bericht aus dem Inneren der Bildzeitung ist ein Meisterwerk des Investigativjournalismus, dessen Erkenntnisse bis heute Gültigkeit besitzen. »Der Aufmacher« wird sofort bei Erscheinen ein riesiger Bestseller. Wer das Buch heute liest, wird erschrecken, wie aktuell es ist: Alle Mechanismen des Populismus lassen sich hier besichtigen. »Mit seinen Enthüllungen hat Wallraff Mediengeschichte geschrieben – und Maßstäbe gesetzt in Sachen Investigation, Furchtlosigkeit, und Durchhaltevermögen.« Georg Restle, Monitor
Dieser Band versammelt wichtige Reportagen von Günter Wallraff; viele dieser Stücke gehören unterdessen zur klassischen Reportageliteratur. Wallraff über das Leben in der Kaserne, über Erfahrungen in Großbetrieben, als Reporter Hand Esser bei der BILD-Zeitung. Diese Reportagen vermitteln ein eindrucksvolles Bild davon, was ein engagierter einzelner - allerdings unter höchstem persönlichen Einsatz - im Dickicht unserer modernen Gesellschaft an Ungerechtigkeiten aufdecken, vereiteln und verändern kann.
Günter Wallraffs Erfahrungsbericht als Türke Ali wurde mit einer deutschsprachigen Auflage von über 4 Millionen und Übersetzungen in mehr als 30 Ländern zu einem sensationellen Bucherfolg mit "durchschlagender politischer Wirkung" (Süddeutsche Zeitung). Elf Jahre nach seinem ersten Versuch erlebte Wallraff 1984 die bundesdeutsche Realität aus einer Perspektive, die für Deutsche sonst unzugänglich ist, und machte Erfahrungen, die eher an das südafrikanische Apartheidsregime erinnern als an den vielgerühmten demokratischen Rechtsstaat. In seiner Rolle als Türke Ali Levent arbeitete er unter anderem bei McDonald's, als Leiharbeiter auf einer Großbaustelle und als Versuchskaninchen bei einem Medikamentenversuch. Er erlebte, wie Türken als "der letzte Dreck" behandelt werden, gebraucht als "Lückenbüßer" der Wirtschaft und als Billigarbeitskräfte für gefährlichste Arbeiten. Trotz gesundheitlicher Schäden und Demütigungen fand Wallraff auch Positives: die Solidarität und Freundschaft seiner Kollegen. Anders als während seiner Zeit in der BILD-Redaktion konnte er ein Stück seiner Identität bewahren, auch wenn er diese nicht offenbaren durfte. Die Veröffentlichung seiner Erfahrungen in dem Buch Ganz unten (Oktober 1985) führte zu einem enormen Echo in Medien, die das Thema Leiharbeit aufgriffen und Druck auf Politiker und Unternehmer ausübten. In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche illegale Leiharbeitsfirmen von der Staatsanwaltschaf
Günter Wallraff hat sich über 30 Jahre hinweg in unterschiedlichste Rollen begeben, stets auf der Suche nach der Wahrheit und bereit, an seine Grenzen zu gehen. Unter dem Pseudonym Hans Esser deckte er die Praktiken der Bild-Zeitung auf, während er für Ganz unten als Türke Ali am Rande der Gesellschaft lebte. Er erlebte das Schicksal von Obdachlosen und ließ sich als simulierender Alkoholiker in die Psychiatrie einweisen. Wallraffs Arbeiten beweisen, dass Bücher bewegen können: Ganz unten erreichte über drei Millionen Auflagen und wurde in mehr als 30 Ländern übersetzt, was nicht nur einen sensationellen Erfolg darstellt, sondern auch eine bedeutende politische Wirkung entfaltete. Seine Reportagen beleuchten die verborgenen Seiten unserer Gesellschaft und decken Missstände schonungslos auf. Trotz unzähliger Prozesse, die gegen ihn angestrengt wurden, blieb Wallraff siegreich. Seine engagierten und aufklärerischen Texte sind bis heute unerreicht. Die Sammlung seiner besten Reportagen dokumentiert das Werk eines der herausragendsten Journalisten und Schriftsteller der Nachkriegsgeschichte.
Unser Faschismus nebenan - bk380; Rowohlt Verlag; Günter Wallraff & Eckart Spoo; pocket_book; 1982