»›Mythisch ist alles Erdichtete, woran du als Lebender Anteil hast. Im Mythischen ist jedes Ding durch einen Doppelsinn, der sein Gegensinn ist, getragen: Tod = Leben, Schlangenkampf = Liebesumarmung. Darum ist im Mythischen alles im Gleichgewicht.‹ Diese Worte stehen in Hofmannsthals Buch der Freunde, und sie melden die Problemkonstanz, die dem Hofmannsthalschen Leben und seiner Arbeit eine unverbrüchlich eigensinnige Richtung gegeben hat; unverbrüchlich hat er sich um die Stellung des Menschen im Kosmos und um das ethische Gleichgewicht bemüht, das zwischen Ich und Sein etabliert werden soll, auf daß das Menschenleben zur Einheitlichkeit werde.« Indirekt vergegenwärtigte sich Hermann Broch mit seiner Hofmannsthal-Studie von 1947/48 aus dem amerikanischen Exil heraus die eigene Jugend in Wien. Hofmannsthal und seine Zeit ist ein autobiographisches Buch vor allem in dem Sinne, daß es die Summe seiner kulturkritischen Schriften darstellt.
Hermann Broch Bücher
Hermann Broch widmete sich der Literatur erst mit vierzig Jahren, nach anfänglichen Erfahrungen im familiären Textilunternehmen. Sein Werk zeichnet sich durch ein tiefes Interesse an Psychologie, Philosophie und Mathematik aus, die sich in seinen modernistischen Schriften widerspiegeln. Er brilliert durch einen präzisen Stil und die Auseinandersetzung mit komplexen Themen der menschlichen Existenz. Broch gilt als einer der bedeutendsten Autoren seiner Zeit.







Das Teesdorfer Tagebuch für Ea von Allesch
- 245 Seiten
- 9 Lesestunden
Philosophische Schriften 2. Theorie
- 644 Seiten
- 23 Lesestunden
»Der Roman Die Schuldlosen schildert deutsche Zustände und Typen der Vor-Hitlerperiode. Die hierfür gewählten Gestalten sind durchaus ›unpolitisch‹; soweit sie überhaupt politische Ideen haben, schweben sie damit im Vagen und Nebelhaften. Keiner von ihnen ist an der Hitler-Katastrophe unmittelbar ›schuldig‹. Trotzdem ist gerade das der Geistes- und Seelenzustand, aus dem – und so geschah es ja – das Nazitum seine eigentlichen Kräfte gewonnen hat. Politische Gleichgültigkeit nämlich ist ethischer Perversion recht nah verwandt.« Hermann Broch"
Hugueneau oder die Sachlichkeit. 1918
- 324 Seiten
- 12 Lesestunden
"Huguenau oder die Sachlichkeit" ist der dritte Teil der "Schlafwandler"-Trilogie. Im moselländischen Städtchen agiert Huguenau als geschäftstüchtiger Vertreter einer Zeit des Wertezerfalls, indem er die Zeitung an sich bringt und Esch ermordet. Broch beschreibt das Buch als eine Reihe von Geschichten über Einsamkeit und neue produktive Kräfte.
Massenwahntheorie
- 582 Seiten
- 21 Lesestunden
Der Tod des Vergil
- 522 Seiten
- 19 Lesestunden
"Das Buch schildert die letzten achtzehn Stunden des sterbenden Vergil, beginnend mit seiner Ankunft im Hafen von Brundisium bis zu seinem Tod am darauffolgenden Nachmittag im Palast des Augustus. Obwohl in der dritten Person dargestellt, ist es ein innerer Monolog des Dichters. Es ist daher vor allem eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Leben, mit der moralischen Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieses Lebens, mit der Berechtigung und Nichtberechtigung der dichterischen Arbeit, der dieses Leben geweiht war." Hermann Broch
Die Schlafwandler
- 760 Seiten
- 27 Lesestunden
Hrsg. Lützeler, Paul Michael ( Kommentierte Werkausgabe, 1). N.-A.
Die Verzauberung
- 415 Seiten
- 15 Lesestunden
Ralf Rothmann, geboren 1953 in Schleswig, aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt seit 1976 in Berlin. Ursula März, geboren 1957, ist Literaturkritikerin. Sie arbeitet für DieZeit und lebt in Berlin.



