Ernst Ludwig Kirchners Werke, die hier erstmals zusammengeführt werden, umfassen bisher teils unveröffentlichte Blätter aus allen Schaffensphasen des bedeutenden deutschen Expressionisten. Diese Werke bestechen nicht nur durch ihre lebendige Farbigkeit, sondern auch als Dokumente seiner experimentellen Arbeitsweise, da Kirchner jeden Abzug eigenhändig anfertigte. Die farbige Druckgraphik zählt zu den schönsten Schöpfungen Kirchners, dessen Umgang mit Farbe für ihn von zentraler Bedeutung war. Sie spiegelte seine innersten Gefühle wider – von heftig bis zart, brutal bis gefühlvoll. Bereits zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn widmete sich Kirchner der farbigen Druckgraphik und strebte an, alle Abzüge selbst zu erstellen, ohne die Hilfe professioneller Drucker. Dies führte oft zu kleinen Auflagen, in denen sein Einfluss während des Druckprozesses unverzichtbar war. Kirchner experimentierte mit verschiedenen Techniken wie Holzschnitt, Lithographie und farbiger Radierung. Besonders die Blätter aus seinen Dresdner Jahren zeigen eine seltene Leichtigkeit und Eleganz. Zwischen 1911 und 1916 in Berlin entstanden seine eindrucksvollsten Druckgraphiken, die Großstadtszenen mit schonungsloser Offenheit darstellen. Spätere Werke bringen neben Variationen auch überraschend neue Bildlösungen hervor. Der Katalog zur Ausstellung des Brücke Museums versammelt etwa 120 farbige Druckgraphiken aus Kirchners gesamten Schaffensphasen.
Magdalena M. Moeller Bücher






Ernst Ludwig Kirchner in Berlin
- 396 Seiten
- 14 Lesestunden
Das Katalogbuch zur exklusiven Ausstellung in Berlin beleuchtet das Schaffen Kirchners und präsentiert Ikonen des deutschen Expressionismus sowie persönliche Zeugnisse einer aufregenden Epoche der Hauptstadt. In den Jahren vor und während des Ersten Weltkriegs war die politische, kulturelle und gesellschaftliche Situation angespannt. Kirchner tauchte tief in das Leben der Großstadt ein und hielt dieses Zeitgefühl mit seinen künstlerischen Mitteln fest. Während seines Aufenthalts in Berlin von 1911 bis 1917 entwickelte er seinen Stil weiter und wurde zum bedeutendsten deutschen Expressionisten. Die Metropole beeinflusste ihn stark; er erweiterte seinen geistigen und künstlerischen Horizont. Tanz, Varieté, Cabaret und Zirkus inspirierten ihn zu neuen Bildgestaltungen und führten zu beeindruckenden Stadtlandschaften. Die Bekanntschaft mit den Tänzerinnen Erna und Gerda Schilling veränderte auch seine Darstellung von Frauen: Schlanke Figuren lösten die runden Körper seiner Dresdener Jahre ab und prägten sein figürliches Werk, das sich zunehmend dem Motiv der Berliner Kokotte zuwandte. Diese Prostituierten stellte er ab 1913 nicht mehr im Atelier, sondern auf der Straße dar. So entstand seine bekannte Serie der großformatigen 'Straßenszenen', die zu den Schlüsselwerken der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts zählen.
Der aus einem Titelblatt und sechs Blättern bestehende Holzschnittzyklus Peter Schlemihls wundersame Geschichte nimmt in Ernst Ludwig Kirchners Schaffen eine zentrale Stellung ein. Nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Kriegsdienst im November 1915 sind innerhalb kurzer Zeit die Illustrationen zu Adelbert von Chamissos gleichnamiger Erzählung entstanden. Die 1813 im Geist der Romantik verfasste Novelle interpretierte er auf ganz subjektive Weise. Er identifizierte sich mit der Hauptfigur, die dem Teufel ihren Schatten verkauft und dadurch zum Außenseiter der Gesellschaft wird. Drangsaliert durch die Zeitumstände, eine durch den Ausbruch des Krieges veränderte Welt, und labil aufgrund seines psychischen Zustands, fühlte sich Kirchner vom Sinn des Daseins, von seinem Leben als Künstler abgeschnitten. Die Schlemihl-Illustrationen sind eine verschlüsselte Selbstdarstellung des leidenden Künstlers. Es existieren fünf komplette Folgen und eine rekonstruierte sowie eine Anzahl Einzelblätter und Probedrucke. Jede der Folgen ist ein Unikat, einmalig in farbiger wie in technischer Hinsicht. Dank zahlreicher Ausklappseiten bietet die prachtvoll bibliophil angelegte Publikation die Möglichkeit, die einzelnen, ganzseitig reproduzierten Motive nebeneinander zu betrachten und miteinander zu vergleichen.0Exhibition: Brücke-Museum Berlin, Germany (1.8.-16.11.2014).
This volume is centered around the pastel drawings of Karl Schmitt-Rottluff that he executed during the early 1940s, when he was banned from painting by the regime of the Third Reich. German text.
Erschienen zur gleichnamigen Ausstellung: Städtische Galerie in der Reithalle Paderborn - Schloss Neuhaus 17.07.2010 - 26.09.2010 Galerie Boisserée Köln 09.10.2010 - 20.11.2010
Ernst Ludwig Kirchner, Meisterblätter
- 204 Seiten
- 8 Lesestunden
Ernst Ludwig Kirchner gilt als einer der bedeutendsten Zeichner des 20. Jahrhunderts und ist ein Hauptvertreter des deutschen Expressionismus. Anlässlich seines 70. Todestages präsentiert das Katalogbuch eine Auswahl der eindrucksvollsten Zeichnungen aus dem Brücke Museum Berlin. Kirchners Zeichnungen sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein visuelles Tagebuch seines Lebens, das eng mit seinem Schaffen verbunden ist. Der Künstler sagte einmal: "Kirchner zeichnet wie andere Menschen schreiben." Seine Kunst basiert stark auf persönlichen Erfahrungen und Empfindungen. Er reagierte unmittelbar auf sein Lebensumfeld: Die Straßen und Architektur in Dresden und Berlin, seine Freundinnen und Modelle, die Kokotten des Nachtlebens sowie Schweizer Bauern und die Alplandschaft in Davos fanden in seinen Arbeiten ihren Ausdruck. Jedes Motiv hatte für ihn gleichwertige Bedeutung. Kirchner zeichnete überall, ob im Atelier oder unterwegs, und schuf Tausende von Arbeiten – von Skizzen bis hin zu großformatigen Zeichnungen. Er beherrschte verschiedene Techniken wie Kreide, Pastell, Kohle, Tusche und Bleistift und war in jeder davon ein virtuoser Zeichner. Der Band umfasst etwa 100 Zeichnungen und wird von renommierten Kirchner-Experten begleitet. Er bietet einen faszinierenden Einblick in Kirchners Schaffen und ist eine Bereicherung für jeden Liebhaber expressionistischer Kunst.
Darstellung von Leben und Werk des deutschen Expresssionisten (1887-1914). Im Bildteil rund 42 Gemälde mit Interpretationen.
Dieser Band fasst die Träume, aber auch die geistigen Kämpfe und die kühne Intellektualität der Münchner Avantgarde um Marc und Kandinsky zusammen. (Rheinischer Merkur)Zwischen 1900 und dem Ersten Weltkrieg hielten Marc, Kandinsky, Macke u. a. ihre intellektuelle, analytische Weltanschauung und den spirituellen Zeitgeist in eindrucksvollen und farbintensiven abstrakten Werken fest. Expressiv, nicht expressionistisch nennt Magdalena M. Moeller die Werke der Maler des Blauen Reiters.



