William Weaver Bücher
William Fense Weaver widmete sich über fünf Jahrzehnte der Übersetzung italienischer Literatur und wurde zu einer bedeutenden Brücke zwischen den Kulturen. Sein umfangreiches Werk umfasste nicht nur Prosa, sondern auch Poesie und Opernlibretti, was ein tiefes Verständnis für die Nuancen des italienischen Ausdrucks zeigte. Über die Übersetzung hinaus wirkte er als Kritiker und Kommentator und bewies so ein tiefes Engagement für die literarische und opernhafte Welt.






»La Storia«, das ist die »große« Geschichte: die nüchterne Chronik von Diktaturen, Weltkriegen und Menschheitsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit der jedes Kapitel dieses Romans eröffnet. »La Storia« ist aber vor allem die Geschichte der verwitweten Lehrerin Ida in den Jahren 1941 bis 1947. Bis zur Erschöpfung hetzt sie in Rom zwischen den Armenvierteln San Lorenzo und Testaccio hin und her, müht sich ab, ihre beiden Söhne durchzubringen. Nino, der ältere Sohn und präpotente Schwarzhemdträger, will lieber heute als morgen das Lyzeum verlassen und in den Krieg ziehen. Später findet er sich bei den Partisanen wieder. Der kleine Useppe, gezeugt bei einer Vergewaltigung durch einen jungen Wehrmachtsoldaten, immer heiter und neugierig, verbringt seine Tage allein in der Wohnung, manchmal in Gesellschaft des ebenso liebenswerten Hundes Blitz. Inmitten von Bombenangriffen, Hunger und Deportationen wächst Idas Angst, ihre jüdischen Vorfahren könnten der Familie zum Verhängnis werden. Mit unendlicher Zuneigung für ihre Figuren und einer Klarheit ohne jedes Pathos verknüpft Elsa Morante die Geschichte einer Welt in Flammen mit dem Schicksal einer Frau und ihrer Kinder. In der einfühlsamen und sorgfältigen Übersetzung von Maja Pflug und Klaudia Ruschkowski entfalten sich die Frische und Leichtigkeit des Romans – und die magische Sogwirkung, die er bis heute ausübt.
Auf der Suche nach einer neuen Heimat »Daß wir Juden sind, versteht sich von selbst. Daß wir bewaffnet waren, können wir nicht leugnen ... Sagt, daß wir Partisanen sind.« Irgendwo in den Wäldern von Weißrußland begegnen sich 1943 zwei versprengte Soldaten der Roten Armee. Beide haben ihre Einheit verloren, beide sind Juden, und so ziehen sie gemeinsam weiter. Eines Tages stoßen sie auf Blockhütten, in denen sich weitere Juden inmitten der verschneiten Sümpfe versteckt halten. Doch das Quartier wird von Deutschen entdeckt, und nur wenigen Männern und Frauen gelingt die Flucht. Sie wandern weiter nach Westen, ein schlecht ausgerüsteter Haufen zwischen allen Fronten, eine jüdische Partisaneneinheit, die aussieht wie eine vagabundierende Banditenbande, von den Deutschen verfolgt, von Russen wie Polen beargwöhnt, geduldet, gemieden. »Wann, wenn nicht jetzt«, singen die Partisanen den Talmud zitierend, »sollen wir den Stein schleudern gegen Goliaths Stirn?«
Am 15 Juni 1767 beschließt der zwölfjährige Baron Cosimo Piovasco di Rondò, das dekadente Milieu seiner aristokratischen Familie zu verlassen, um fortan auf den Bäumen zu leben. Er erhebt sich von der Familientafel, klettert auf eine Steineiche und wird bis zu seinem Tod die Erde nicht mehr betreten.
Der Weltbestseller in neuer Ausstattung Der englische Franziskanermönch William von Baskerville ist in einer delikaten politischen Mission unterwegs in eine italienische Benediktinerabtei. Dort gerät er, zusammen mit seinem etwas unbeholfenen, jungen Adlatus Adson von Melk, in einen Strudel von kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Seher Jorge von Burgos wacht ...
Der Untergang von Kasch
- 479 Seiten
- 17 Lesestunden
Mit dem Untergang von Kasch legt Roberto Calasso eine Kritik der Moderne vor, die sich nicht wissenschaftlich, nicht analytisch, sondern in Geschichten äußert: Das Zeitalter der Revolutionen erzählt - wie es Schiffbruch erlitt. Durch das Buch führt als »Zeremonienmeister« Talleyrand, der klarsichtigste und verruchteste, modernste und archaischste aller Politiker. Er stellt uns den Hof von Versailles vor und das Indien der Veden, die Abtei von Port-Royal und die Galerien des Palais-Royal, Marie-Antoinette, Bentham, Goethe, Fénelon, Baudelaire, Marx, Chateaubriand, Napoleon, Joseph de Maistre, Stirner, Sainte-Beuve... Jede dieser Figuren ist mit jeder anderen verbunden – und alle führen uns zu demselben Ursprung zurück, der Legende von Kasch.
The Complete Cosmicomics
- 434 Seiten
- 16 Lesestunden
This title includes enchanting stories about the evolution of the universe, with characters that are fashioned from mathematical formulae and cellular structures. They disport themselves among galaxies, experience the solidification of planets, move from aquatic to terrestrial existence, play games with hydrogen atoms - and have time for a love life. 'Naturally, we were all there, old Qfwfq said, where else could we have been? Nobody knew then that there could be space. Or time either: what use did we have for time, packed in there like sardines?'.
Herr Palomar
- 145 Seiten
- 6 Lesestunden
Herr Palomar ist ein stiller und sympathischer Zeitgenosse. Sein ganzes Interesse gilt dem Betrachten. Egal, was sich seinen neugierigen Augen darbietet - ob das Liebesspiel von Schildkröten, die Auslagen eines französischen Käsegeschäfts oder ein entblößter Busen am Strand -, er macht sich so seine Gedanken. Wenn er dann glaubt, glücklich alles gesehen zu haben, springt ihm jedoch unversehens wieder etwas ins Auge, was ihm zuvor entgangen war. Immer treiben ihn seine Phantasie, seine diskrete Neugier und die Vorliebe fürs Große im Kleinen in wahrhaft abenteuerliche Denkspiralen und Selbstgespräche, und damit in schwindelerregende Perspektiven, als enthielte jeder Punkt die Unendlichkeit.
Platon im Striptease-Lokal
- 168 Seiten
- 6 Lesestunden
In Italien scheinen nicht nur das Leben und die Liebe problemloser zu sein als anderswo, auch mit der Literatur und der Philosophie tun sich die Italiener leichter. Meisterhaftes Beispiel hierfür sind diese Kabinettstückchen: In einer Parodie auf Nabokovs Lolita liebt ein sehr junger Mann eine Greisin. Per Live-Sendung sind wir dabei, als Columbus die Neue Welt betritt - worüber uns das Fernsehen so berichtet wie seinerzeit über die Landung der Amerikaner auf dem Mond -, und wir werden Zeugen bei der Erfindung des Faustkeils, der, eben erst als nützliches Werkzeug erdacht, sogleich zum Töten benutzt wird. Daneben erfahren wir, wie man als Intellektueller auch dann überlebt, wenn die scheinbar real existierende Lebensgrundlage entfällt. Spätestens hier wird deutlich, daß Parodie und Satire für Eco bei aller Lust am Spott immer auch eine Form des ethischen Engagements sind, nur eben: eine unterhaltsame.
Eco, der Zeichenleser und Spurensucher, flaniert durch die Musentempel und Kultstätten der Massenkultur und nimmt in den Fußballstadien und Spielhallen, in TV-Studios und im Supermarkt, im Kino und auf der Straße Dinge wahr, die uns bisher meist entgangen sind. Gleichgültig, ob er sich mit Jeans, Bestsellern, Sensationsfotos, Politikern oder Mickymäusen beschäftigt, immer hat er einen spielerisch-kombinierenden Blick, der uns einen (Alltags-)Gegenstand, einen Sachverhalt mit anderen Augen sehen läßt und in einem anderen Licht. Der Campus ein Kloster, Humphrey Bogart ein Heiliger und die Broadway-Show eine religiöse Veranstaltung? Bestimmte Muster, sagt der Detektiv Eco, schlagen immer wieder durch, man muß nur auf die verräterischen Details und Zeichen achten. Eco zerlegt komplexe Zusammenhänge mit verblüffender Leichtigkeit, und weil er spielerisch umgehen kann mit Indiz, Alibi und Corpus delicti, folgt ihm der Leser mit dem Vergnügen desjenigen, der beim Zwiegespräch über Gott und die Welt zugleich aufs angenehmste unterhalten wird.
Drei Mailänder Verlagslektoren geraten zufällig an eine Geheimbotschaft des legendenumwitterten Templerordens. Sie machen sich an die Entzifferung, bauen aus zahllosen Elementen ein gigantisches Puzzle, erfinden selbst einen Plan, der zu nichts Geringerem führen soll als zur Beherrschung der Welt. Nicht nur die Templer - so scheint es - haben sich mit dem Plan beschäftigt, sondern sämtliche Geheimgesellschaften der Welt, von den Rosenkreuzern bis hin zu den Freimaurern. Die Weltgeschichte wird von den drei Zauberlehrlingen umgeschrieben. Doch dann wird aus dem intellektuellen Spiel blutiger Ernst: Menschen, die mit dem Plan zu tun haben, verschwinden oder werden ermordet, der Plan verselbständigt sich, wird unheimliche Realität ...
Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge
- 226 Seiten
- 8 Lesestunden
Ein wütendes Handbuch bietet eine Fülle an nützlichen Ratschlägen für Hotelgäste, Heimwerker und Bongaforscher. Es beleuchtet die Herausforderungen des Alltags mit einem humorvollen Blick, etwa wie man einen Lachs in der Minibar verstaut oder intelligent die Ferien gestaltet. Der Leser lernt, wie man einen Pornofilm erkennt und sich vor Witwen hütet, während das Buch auch unerwartete Fragen aufwirft, die man nie zu stellen beabsichtigt hätte. Die Inhalte sind in zwei Hauptteile gegliedert. Der erste Teil umfasst Gebrauchsanweisungen zu Themen wie dem Spiel von Indianern, der Organisation einer öffentlichen Bibliothek, dem Umgang mit Taxifahrern und dem Verfassen eines Vorworts. Es werden auch praktische Tipps gegeben, wie man ansteckende Krankheiten vermeidet und das Leben durch kleine Hilfsmittel erleichtert. Im zweiten Teil werden wahre Geschichten erzählt, die von Verlagskorrekturen über Gespräche in Babylon bis hin zu persönlichen Erlebnissen reichen. Diese Mischung aus Anleitungen und Erzählungen bietet nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an, während sie die Absurditäten des modernen Lebens humorvoll reflektiert.
Krimi - Ehrenwerte Leute - Giuseppe Fava, 316 Seiten Als die junge Lehrerin Elena in einem sizilianischen Bergdorf eine Stelle antritt, wird sie uber Nacht zur Respektsperson. WEr sie beleidigt, wird am nachsten Morgen tot auf der Piazza gefunden. SIe steht unter dem Schutz "ehrenwerter" Leute und weiSS nicht warum. DAs Dorf wird ihr zum Albtraum. EIn Kriminalroman ohne Tater, ohne beruhigende Aufklarung der Morde, ohne sichtbare Motive. EIn Schlussel zum absurden Gesetz des Schweigens.
Unter der Jaguar-Sonne
Drei Erzählungen
Drei Erzählungen über die menschlichen Sinne: Schmecken, Riechen und Hören. Ein Liebespaar auf Mexikoreise lässt sich mit fast kannibalischer Lust auf die Genüsse einer exotischen Küche ein. Ein Don Juan aus dem 19. Jahrhundert sucht nach einer schönen Unbekannten, deren Duft ihn nicht mehr loslässt, seit er auf einem Maskenball mit ihr getanzt hat, und ein König, der seinen Thron nicht mehr verlassen darf, nimmt die Welt draußen nur noch akustisch in sich auf. »Ein kleines, Fragment gebliebenes Nebenwerk, doch was für ein Buch, was für ein Autor. Calvino kann erzählen, dass uns Hören und, sagen wir, Riechen vergeht. Wohl dem, der seine fünf Sinne noch beisammen hat.« Martin Lüdke, Die Zeit
Wir befinden uns im 12. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Baudolino, ein gewitzter Bauernsohn aus dem Piemont, wird Adoptivsohn des Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, lenken seine irrwitzigen Ideen von nun an den Lauf der Weltgeschichte. Von den Liebesbriefen an die Kaiserin, den undurchsichtigen Machenschaften bei der Belagerung Alessandrias und dem rätselhaften Tod Barbarossas gar nicht zu reden ...
Die Insel des vorigen Tages
- 508 Seiten
- 18 Lesestunden
Wir schreiben das Jahr 1643, und in Europa tobt der Dreißigjährige Krieg. Wider Willen wird Roberto de La Grive zum Entdeckungsreisenden auf der Suche nach dem Nullmeridian, dem zur exakten Navigation notwendigen Fixpunkt der Erde. Ein Orkan spült ihn auf ein verlassen vor den Fidschii-Inseln treibendes Forschungsschiff. Auf diesem schwimmenden Naturalienkabinett findet er einen skurrilen Schicksalsgenossen und viel Zeit, sich die eigene unheilvolle Liebes-, Lebens- und Doppelgängergeschichte zu phantasieren. Historisches Panorama, Liebesgeschichte und Abenteuerroman - Eco erfindet den gewaltigen Kosmos eines ganzen Jahrhunderts neu.
Penguin Archive: Under the Jaguar Sun
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
I went down, I climbed back up into the light of the jaguar sun - into the sea of the green sap of the leaves. The world spun, I plunged down, my throat cut by the knife of the king-priest ... The solar energy coursed along dense networks of blood and chlorophyll; I was living and dying in all the fibers of what is chewed and digested and in all the fibers that absorb the sun
This is a haunting, elegiac novel which captures the mood and atmosphere of Italy (and in particular Ferrara) in the last summers of the thirties, focusing on an aristocratic Jewish family moving imperceptibly towards its doom. Vittorio De Sica turned the book into a film in 1970, winning the Academy Award for Best Foreign Language Film in 1974.
Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen
- 141 Seiten
- 5 Lesestunden
In einem Schloss und in einer Taverne trifft sich eine Gesellschaft. Die Reisenden sind einander kaum bekannt und allen »hat es die Sprache verschlagen«. Also erzählen sie ihre Abenteuer über das Spiel mit den Tarotkarten, wie sie die zufällige Anordnung der Figuren nahelegt. Indem Calvino mit dem Wort rekonstruiert, was die Karten nur abbilden, erliegt er der »höllischen Versuchung«, alle Geschichten zu erzählen, »die in einem Tarotspiel stecken können«. Entstanden ist ein magisches kleines Buch über das Tarotspiel und seine Wunder.













