Diese Studienarbeit untersucht die Divergenzen zwischen Joseph II.s theoretischem Anspruch und den praktischen Herausforderungen bei der Reformumsetzung in Österreich. Zunächst wird der theresianisch-josephinische Reformabsolutismus im Kontext des Aufgeklärten Absolutismus eingeordnet. Dabei werden zentrale Begriffe und Zusammenhänge erarbeitet und grundlegende Literatur herangezogen. Die Notwendigkeit von Reformen in Staat und Gesellschaft wird durch eine neue Herrschaftstheorie begründet, die in den Krisenjahren der Habsburgermonarchie einer drohenden Revolution entgegenwirken sollte. Im Anschluss wird der theoretische Anspruch Josephs II. an seine Beamten sowie die Schwierigkeiten des behördlichen Handelns analysiert. Hierbei wird das ursprünglich vom Kaiser proklamierte patriarchalisch-vertrauensvolle Verhältnis zwischen ihm und der Beamtenschaft betrachtet. Diese idealisierte Beziehung wird den praktischen Bemühungen in den Amtsstuben gegenübergestellt, die der Zielsetzung des Monarchen, eine zügige und willfährige Umsetzung seiner Reformen zu erreichen, entgegenwirkten. Dies führte zu Problemen und Konflikten innerhalb der Bürokratie, die die Reformumsetzung erheblich erschwerten.
Thiemo Schiele Bücher
