Filmische Verortungen von Geschichte
Bewegungen des Sichtbarmachens historischer Schauplätze
- 212 Seiten
- 8 Lesestunden
An der Schnittstelle zwischen Filmwissenschaft, Historiografie, Bildtheorie und räumlichen Handlungen unternimmt das Buch Forschungsbewegungen in Richtung einer ästhetischen Theorie des Dokumentarischen. Es untersucht, wie Geschichte in Orte eingeschrieben wird und wie filmische Darstellungen diese Orte zu historischen Schauplätzen transformieren. Filmische Verortungen sind geprägt von der Latenz ihres Materials, wobei die Geschichte in den Orten verborgen liegt. Die filmische Darstellung inszeniert diese Orte als historische Schauplätze und deckt auf, dass Raumpraktiken Strategien der Geschichtsproduktion sind. Landstriche, Ortschaften, Straßen und Gebäude werden zu ambivalenten Bildern, durchdrungen von der Abwesenheit und Gegenwart des Vergangenen. Die Analyse beginnt mit den historischen Bedingungen des Materials und zeigt die Verbindung zwischen Geschichte und Ort im Film als mediale Praxis des dokumentarischen Sichtbarmachens. Die Verknüpfung von dokumentarischen Visualisierungsstrategien und topografischen Einschreibungsprozessen erfolgt durch eine flexible Methodik, die der einzigartigen Relation von Geschichte, Ort und deren filmischer Transformation Rechnung trägt. Die Argumentation entwickelt sich entlang der dokumentarischen Arbeiten von Lee Anne Schmitt, Jonathan Perel, Philip Scheffner, Pierre-Yves Vandeweerd, Sarah Vanagt und Katrien Vermeire.
