Die Europäisierung der Wohlfahrtsverbände ' Eine Strategieanalyse der Diakonie Deutschland
Eine Strategieanalyse der Diakonie Deutschland
- 440 Seiten
- 16 Lesestunden
Die Europäische Union beeinflusst die nationale Sozialpolitik sowohl durch sozialpolitische Vorgaben, wie Gleichbehandlung und Arbeitsschutz, als auch durch wettbewerbsrechtliche Regelungen, insbesondere das europäische Beihilferecht, das staatliche Finanzierungsformen verbietet. Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, wie nationale Interessenorganisationen und zuständige Einheiten mit einer proaktiven EU-Strategie umgehen und welche Herausforderungen sie dabei erleben. Eine qualitative Vergleichsstudie der Diakonie Deutschland und des Paritätischen Gesamtverbands, zwei der größten Wohlfahrtsverbände in Deutschland, untersucht diese Fragestellung. Die Verbände sind nicht nur Zusammenschlüsse von rund 120.000 Einrichtungen, die Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen anbieten, sondern auch Impulsgeber für die Entwicklung von Sozial- und Gesundheitspolitik. Sie vertreten sowohl die Interessen ihrer Mitglieder als auch schwacher Gruppen, die sich selbst schwer vertreten können. Die Studie zeigt, dass die föderale Struktur der Verbände sowohl als Treiber als auch als Hindernis für die Umsetzung von EU-Strategien wirkt. Europäische Vorgaben beeinflussen die Idealziele und Bestandsinteressen der Verbände und führen zu strategischen Reaktionen. Gleichzeitig wird die Herausforderung deutlich, innerhalb der Verbände eine einheitliche Strategie zu entwickeln, was zu Abkopplungstendenzen von Mitgliedern führt, die eigenständig im EU-Be
