In dieser Fallarbeit werden die theoretischen und methodischen Grundlagen der Biografiearbeit dargestellt und anschließend auf ein biografisches Interview angewendet, um die ressourcenorientierte Sichtweise einer Biografie herauszuarbeiten. Die Arbeit an der eigenen Biografie ermöglicht Klient_innen, Erfahrungen und Ereignisse der Vergangenheit zu reflektieren und neu zu bewerten. Dies kann dazu beitragen, ein erleichtertes und gestärktes Gefühl zu entwickeln und erkannte Ressourcen zu nutzen, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Die biografische Arbeit kann zur Entstehung einer Salutogenese beitragen, emotionalen Stress abzubauen und Erlebtes aufzuarbeiten, wodurch Depressionen und anderen psychischen Störungen vorgebeugt werden kann. Die Relevanz der Biografiearbeit zeigt sich in der Sozialen Arbeit in verschiedenen Settings, wie Fallanalysen, diagnostischen Prozessen und Hilfeplanverfahren. Besonders wichtig ist die Arbeit an Biografien in Beratungskontexten und therapienahen Handlungsbereichen, obwohl sie nicht das Ziel einer Therapie verfolgt. In der Sozialen Arbeit sowie in angrenzenden Bereichen wie Pflege und Behindertenhilfe werden biografische Methoden zur Unterstützung von Lern- und Bildungsprozessen eingesetzt.
Gunnar Schulze Bücher
