In dieser Studienarbeit wird das Erzählen in Bildern am Beispiel von Filippo Lippis Freskenzyklus im Dom von Prato untersucht. Zu Beginn wird Giotto di Bondone, ein weiterer bedeutender Florentiner, herangezogen, um die Entwicklung der Erzählweise in der Malerei über die Jahrhunderte zu verdeutlichen. Die Analyse konzentriert sich auf berühmte Einzelbilder und deren Schöpfer, wobei der soziale Kontext stets berücksichtigt wird. Kunst und Künstler agieren nicht isoliert; sie sind in politische, wissenschaftliche, gesellschaftliche und religiöse Rahmenbedingungen eingebettet, die ihre Werke beeinflussen. Umgekehrt kann die innovative Darstellungsweise eines Künstlers auch das Kunstumfeld verändern. Ein wichtiger Aspekt ist die Vorbildfunktion anderer Meister. Lippi und seine Zeitgenossen studierten die Werke berühmter Kollegen und ließen sich inspirieren, was zu einer kreativen Weiterentwicklung führte. Diese Inspiration erstreckt sich über Malerei hinaus und umfasst auch Bildhauerei und Architektur. So finden sich bei Masaccio Anklänge an Donatellos Skulpturen und bei Giotto an denen von Pisano. Es geht nicht nur um das Kopieren erfolgreicher Elemente, sondern auch um das Verständnis neuer Ideen und die Erweiterung des eigenen Horizonts. Daher stellt sich die Frage, wie Lippis Zeitgenossen seine Erzählweise wahrnahmen, was an seinem Ansatz neu war und welche Einflüsse er erhielt und ausübte.
Tobias Luchsinger Reihenfolge der Bücher

- 2007