Zur zuverlässigkeitstheoretischen Bewertung von bestehenden Stahlhochbauten unter Schnee- und Windei
Dissertationsschrift
- 263 Seiten
- 10 Lesestunden
Die aktuellen Normen in Deutschland sind für Neubauten ausgelegt und basieren auf konservativen Annahmen, um eine flächendeckende Anwendung zu gewährleisten. Bestehende Konstruktionen weisen jedoch besondere Eigenschaften auf, die sie von Neubauten unterscheiden. Durch Messungen am Tragwerk können wertvolle Informationen über Tragfähigkeit und tatsächliche Belastungen gewonnen werden, was die Unsicherheiten reduziert und eine differenzierte Betrachtung der bestehenden Konstruktionen rechtfertigt. In dieser Arbeit werden Methoden vorgestellt, die es ermöglichen, langfristige Datenreihen aus kurzfristigen klimatischen Messungen zu generieren, um standortspezifische klimatische Belastungen zu ermitteln. Zudem wurden Momentanwertverteilungen für Schnee- und Windbelastungen entwickelt, die eine präzisere Analyse der Lastkombinationen erlauben. Fünf Zonen mit ähnlichen Momentanwertverteilungen konnten identifiziert werden. Durch probabilistische Berechnungen auf Systemebene wurden modifizierte Sicherheitselemente für klimatische Einwirkungen erstellt, wobei auch der Einfluss des Nachweisverfahrens und der Geometrie auf diese Elemente untersucht wurde. Möglichkeiten zur Reduzierung der Leiteinwirkung wurden ebenfalls erarbeitet. Abschließend wurde der Lastfall "außergewöhnliche Schneelast in der Norddeutschen Tiefebene" standortspezifisch analysiert, und alternative Beiwerte wurden für diesen Lastfall entwickelt.
