Bookbot

John Friesen

    Modellierung und Analyse urbaner informeller Siedlungen für infrastrukturelle Planungen
    • Im Jahr 2020 lebt etwa ein Achtel der globalen Bevölkerung in urbaner Armut, wobei deren informelle Siedlungen charakteristische morphologische Merkmale und eingeschränkten Zugang zu Infrastrukturen aufweisen. Diese Arbeit entwickelt ein einfaches Modell zur Entstehung solcher Siedlungen, das die Interaktion zwischen zwei sozialen Gruppen – arm und reich – betrachtet. Das Verhalten dieser Gruppen wird durch Fernmigration (Zuzug vom Land in die Stadt) und Kurzstreckenmigration (Mobilität innerhalb der Stadt) beschrieben. Das Modell zeigt, dass die typischen Skalen informeller Siedlungen im zwischenmenschlichen Verhalten verankert sind und nicht durch externe Faktoren bestimmt werden. Empirische Daten aus acht Städten des globalen Südens, gewonnen durch Satellitendaten, werden analysiert, um die Größenverteilungen und räumlichen Anordnungen informeller Siedlungen zu untersuchen. Über 7000 Siedlungen zeigen ähnliche Größen, wobei 85% eine Fläche zwischen 0.001 und 0.1 km² aufweisen. Die Analyse bestätigt die Robustheit der Ergebnisse durch Sensitivitätsanalysen, jedoch wird keine regelmäßige räumliche Anordnung festgestellt; stattdessen ordnen sich die Siedlungen in Clustern an. Das Modell und seine Voraussetzungen werden systematisch analysiert. Obwohl einige Aussagen des Modells nicht durch empirische Daten gestützt werden, bietet die Arbeit einen ganzheitlichen Ansatz zur Analyse gesellschaftlich relevanter Fragen aus techni

      Modellierung und Analyse urbaner informeller Siedlungen für infrastrukturelle Planungen