Arithmetische Verarbeitungsschwierigkeiten spracherwerbsgestörter Kinder
Entwicklung und Evaluation einer strategieorientierten Förderung - Eine randomisierte und kontrollierte Interventionsstudie. Dissertationsschrift
- 446 Seiten
- 16 Lesestunden
Die meisten Veröffentlichungen zu Barrieren beim Lernen mathematischer Einsichten konzentrieren sich auf den Erwerb des Fachvokabulars. Erste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass spracherwerbsgestörte Kinder auch in der arithmetischen Verarbeitung beeinträchtigt sein können. Die empirische Datenlage zu spezifischen arithmetischen Verarbeitungsschwierigkeiten ist bislang unzureichend, und es fehlen empirische Befunde zur Wirksamkeit spezifischer Interventionsverfahren sowie didaktischer Konzepte für das Lernen arithmetischer Leistungen bei diesen Kindern. Der erste Studienteil untersuchte die Zusammenhänge zwischen sprachlichen Fähigkeiten (Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis) und den Komponenten der arithmetischen Verarbeitung. Im zweiten Teil wurde auf Basis dieser Ergebnisse ein Förderprogramm entwickelt und evaluiert, das spracherwerbsgestörten SchülerInnen das Lernen mathematischer Fakten erleichtern soll. Eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie (RCT) mit 40 Schulkindern verglich die Leistungsentwicklung einer Experimental- und einer Kontrollgruppe über drei Messzeitpunkte. Die Ergebnisse zeigen, dass spracherwerbsgestörte Kinder in Aufgaben zur Zahlenverarbeitung und zum Rechnen signifikant schlechter abschnitten als ihre sprachunauffälligen Peers. Das strategieorientierte Interventionsprogramm führte jedoch zu hoch signifikanten Verbesserungen im Einmaleins bei den Kindern der Experimentalgruppe
