Wie und warum zitieren Gerichte?
Intertextuelle Bezugnahmen in den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und des Supreme Court of Canada
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Gerichtsentscheidungen basieren auf der Bezugnahme zu anderen Texten, wobei Zitate omnipräsent sind. Jede Entscheidung berücksichtigt relevante Normtexte oder Präjudizien, um eine kohärente Rechtsprechung zu gewährleisten. Durch das Zitieren zeigen Gerichte, dass ihre Entscheidungen auf etablierter Rechtsdogmatik beruhen, was die Legitimität und Rechtssicherheit durch Vorhersagbarkeit stärkt. Zudem werden auch nicht-rechtliche Texte zitiert, wie ausländisches Recht, wissenschaftliche Quellen oder literarische Werke. Diese Arbeit untersucht, wie und warum Gerichte zitieren. Anhand von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und des Supreme Court of Canada werden sowohl philologische als auch rechtswissenschaftliche Kriterien zur empirischen Analyse von Zitatfunktionen entwickelt. Zudem wird eine komparative Perspektive auf die Unterschiede in den Zitationspraktiken zwischen verschiedenen Rechtskreisen, wie Common Law und Civil Law, eingenommen. Die Gliederung umfasst eine Einleitung, interdisziplinäre Annäherungen an den Zitatbegriff, Zitatfunktionen, die Beziehung zwischen Zitieren und Positionieren, sowie eine empirische Untersuchung und abschließend ein Gesamtfazit mit Rückblick und Ausblick.
